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Lokales Dresdner Institut für Transfusionsmedizin: 750 Liter Blut täglich
Dresden Lokales Dresdner Institut für Transfusionsmedizin: 750 Liter Blut täglich
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18:04 14.07.2016
Thorsten Swienty ist einer von 30 Mitarbeitern im Institut für Transfusionsmedizin.   Quelle: Carola Fritzsche
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Dresden

 Vorsichtig streichelt Rico Helbig über das Plastik. Nicht, weil die emotionale Bindung zum Konservenbeutel besonders innig wäre. Vielmehr sorgt er so für ein besseres Ergebnis. Denn das hat man im Institut für Transfusionsmedizin beim DRK-Blutspendedienst Nord-Ost inzwischen herausgefunden: Werden die Blutplättchen mit Baumwollhandschuhen „herausgestreichelt“, erhöht sich deren Ausbeute um bis zu zehn Prozent. Nur ein Geheimnis, das sich durch einen Blick hinter die Kulissen offenbart.

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Im Dresdner Institut für Transfusionsmedizin des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost arbeiten 30 Mitarbeiter daran, Blutkonserven herzustellen. Bis zu 750 Liter Blut werden dabei an einem Tag bewertet, gefiltert, zentrifugiert und in die Bestandteile aufgespaltet.

 Seit 2009 werden an der Blasewitzer Straße Blutspenden aus Sachsen, Brandenburg und Berlin zentral getestet und aufbereitet, das heißt in rote Blutkörperchen, Blutplättchen und Plasma aufgespaltet, bevor die Konserven an ihren Entnahmeort zurückkehren. 24 Stunden bleiben den rund 30 Mitarbeitern dafür. „Sie wechseln regelmäßig ihre Positionen, damit sie nicht unkonzentriert werden“, verrät Dr. Christiane Hübler, Leiterin der Entnahme. Dafür, dass sich hinter dem wilden Gewusel geordnete Betriebsamkeit versteckt, zeichnet Schichtleiter Uwe Rolke verantwortlich. „Das sieht unkoordiniert aus, aber ist bis auf die letzte Minute getaktet“, sagt er.

Schon am Vorabend erfahren die Mitarbeiter, wie viele Blutspenden sie am nächsten Tag aufbereiten müssen. Dementsprechend werden die Teams zusammengestellt. „1300 Konserven, also 750 Liter Blut, brauchen wir am Tag, um die Versorgung in unserem Einzugsgebiet aufrecht zu erhalten. 350 Konserven allein für Dresden“, erklärt Dr. Hübler. Deswegen sei es gerade in der Ferienzeit, in der viele Spender vereist sind, wichtig, Spendentermine wahrzunehmen.

Etwa zwei Stunden dauert es, bis das Blut bewertet, filtriert, zentrifugiert und schließlich in seine Bestandteile aufgeteilt ist. Das Plasma wird anschließend bei Minus 60 Grad Celsius schockgefrostet und dann höchsten fünf Tage bei Minus 32 Grad gelagert. „Hier arbeiten nur unsere Frostjungs mit Skianzügen und -masken, für Frauen ist dieser Bereich einfach zu kalt“, sagt die Leiterin der Entnahme. Etwas angenehmer geht es bei den freien Konserven zu. Sie warten bei vier Grad Celsius auf ihre Bestimmung. 35 bis 42 Tage ist eine Konserve haltbar. Eine Dauer, die ohnehin nie überschritten wird. „Unser Vorrat reicht rund eineinhalb Tage, entsorgt wird hier nichts“, so Schichtleiter Rolke.

Die meisten Blutkonserven werden mit 19 Prozent in der Onkologie, also bei der Behandlung von Krebspatienten, benötigt. Es folgen Herz- sowie Magen- und Darmkrankheiten mit 16 Prozent und Verletztungen nach Unfällen mit zwölf Prozent. Um die Versorgung zu gewährleisten, kann auch an der Blasewitzer Straße gespendet werden, 30 Personen nehmen das täglich wahr. Blutspender müssen 18 Jahre alt und gesund sein. Bei der ersten Spende sollten sie nicht älter als 65 Jahre sein. Männer dürfen sich bis zu sechs Mal innerhalb eines Jahres an die Ader gehen lassen, Frauen bis zu vier Mal innerhalb von zwölf Monaten.

www.blutspende.de

Von Christin Grödel

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