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Dresdner Ingenieure schicken Roboter zur Ernte

Hightech-Landwirtschaft Dresdner Ingenieure schicken Roboter zur Ernte

Landmaschinenbauer der TU Dresden haben den Agrar-Roboter ELWOBOT vorgestellt. Er soll in Zukunft automatisch Obstplantagen pflegen. In Testgärten hat der vierrädrige Geselle bereits erfolgreich auf Probe gearbeitet.

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Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Noch zu DDR-Zeiten haben sich viele Geringverdiener ein Zubrot als Erntehelfer auf Erdbeerfeldern und Obstplantagen verdient. Heute aber wollen nur noch wenige für die paar Kröten die Rücken krumm machen. Aber warum eigentlich sollen Menschen überhaupt noch solche mühseligen Sklaven-Arbeiten auf Plantagen erledigen, da es doch Roboter gibt?

Diese Frage haben sich auch die Landmaschinenbauer der TU Dresden gestellt. Seitdem tüfteln sie mit Partnern an selbstständig agierenden Erntehelfern aus Stahl. Nun haben sie solch einen autonomen elektrischen Wein- und Obst-Roboter“ (ELWOBOT) vorgestellt. Er soll in Zukunft die Bäume und Sträucher von Obstplantagen wässern und besprühen, vor dem Winter schützenden Rindenmulch auslegen und – in fernerer Zukunft – im Sommer auch Wein ernten. In Testgärten hat der vierrädrige Geselle bereits erfolgreich auf Probe gearbeitet.

„Unser Ziel ist es nicht, den Menschen aus Plantagen und Feldern herauszuautomatisieren“, betonte Professor Thomas Herlitzius, der an der TU den Lehrstuhl für Agrarsystemtechnik leitet. „Nach meiner Überzeugung wird der Bediener immer Teil des Gesamtsystems bleiben, weil sich bestimmte menschliche Leistungen und Entscheidungen nur schwer automatisieren lassen.“

Das ist auch ein Grund, warum die TU-Agrartechnikingenieure dem ELWOBOT erst später beibringen wollen, Kirschen oder Weintrauben zu pflücken – diese so simpel erscheinende und oft schlecht bezahlte Arbeit ist für künstliche Hände nämlich eine große Herausforderung. Die Experten von der Dresdner Südhöhe haben sich erst mal darauf konzentriert, ihrem bäuerlichen Roboter elementare menschliche Fertigkeiten beizubiegen: Dass er sich wie ein geborener Agrarier auf holprigen Böden mühelos bewegen kann und sich nicht im Gestrüpp verfranzt. Dafür haben die Osnabrücker Kollegen ihm eine Satellitennavigation für die Groborientierung eingepflanzt. Eine Phalanx aus Laser- und Ultraschall-Sensoren kümmert sich um die Feinorientierung zwischen Sträuchern und Bäumen. Diese Sensoren sollen auch erkennen, ob ein Strauch viele grüne Blätter hat oder wenige, ob ein Obstbaum krank ist oder nicht. In einer späteren Ausbaustufe könnte der ELWOBOT dadurch auch entscheiden, ob die eine Pflanze mehr Wasser braucht, der nächste Strauch dagegen vielleicht eher chemische Hilfe gegen Käfer, Würmer und andere Schädlinge.

Von der Idee, den Roboter gleich vollelektrisch fahren zu lassen, mussten sich die Agrartechnik-Entwickler vorerst verabschieden: „Fossile Treibstoffe wie Diesel speichern nun mal immer noch 1000 Mal mehr Energie wie heutige Batterien mit dem gleichen Volumen“, erklärt Thomas Herlitzius. Daher haben die Dresdner ihrem ELWOBOT erstmal einen kleinen Dieselmotor aus einem Smart-Auto spendiert, der als Generator den Strom für alle Antriebsaggregate und Systeme liefert. Am elektrischen Ziel halten die Ingenieure aber fest: Wenn Batterien mit mehr Energiedichte auf den Markt kommen, wird umgerüstet.

Mehr Infos auf der Website der TU Dresden.

Von Heiko Weckbrodt

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