Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Dresdner Hochschulmedizin schlägt Alarm: Geldmangel gefährdet Exzellenz
Dresden Lokales Dresdner Hochschulmedizin schlägt Alarm: Geldmangel gefährdet Exzellenz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:27 26.10.2017
Ohne Geld droht die hiesige Hochschulmedizin ihren Exzellenzstatus einzubüßen.  Quelle: dpa
Dresden

Spitze in Forschung und Patientenversorgung, aber in der Finanzausstattung nicht einmal Mittelmaß: So sehen die Hochschulmediziner in Dresden die Situation von medizinischer Fakultät und Uniklinikum und schlagen jetzt Alarm. Die Unterfinanzierung „gefährdet die Exzellenzinitiative, die Weiterentwicklung und am Ende die Lehre“, erklärte am Mittwoch der Prodekan für Strategie und Finanzen der Medizinischen Fakultät der TU Dresden, Klaus-Peter Günther in Dresden.

Dabei können Dresden und der Freistaat bislang mit dem Universitätsklinikum und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden bundesweit und international glänzen. In der jüngsten Fokus-Rangliste der deutschen Krankenhäuser landete Dresden als führendes Haus in Sachsen bundesweit auf dem dritten Platz hinter Berlin und München. Der Wissenschaftsrat lobte jetzt eine überzeugende Entwicklung. Dresden und Leipzig seien „zwei konkurrenz- und leisungsfähige, in Forschung und Versorgung gut aufgestellte Universitätsmedizinstandorte. Die Kooperation zwischen Fakultät und Klinikum sei ebenso anerkennenswert wie die Profilierung im Forschungsbereich, wo Dresden mit Schwerpunkten in der Onkologie, bei Stoffwechselkrankheiten sowie in Neurologie und Psychiatrie auf „internationalem Niveau“ unterwegs ist.

Handlungsbedarf sieht der Wissenschaftsrat jedoch bei Lehre und Finanzierung. Das Land müsse eine „auskömmliche Grundfinanzierung“ sicherstellen, damit der Standort „nachhaltig konkurrenz- und leistungsfähig“ bleibe. Der „teils dramatische Investitionsstau“ müsse abgebaut werden.

Das gibt den Verantwortlichen an der TU und dem Uniklinikum Rückenwind. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass dies so dezidiert im Gutachten steht“, erklärte der Medizinische Vorstand des Uniklinikums Dresden, Michael Albrecht.

Gegenwärtig bezuschusse der Freistaat die Mediziner-Ausbildung mit 63 Millionen Euro pro Jahr, der Bedarf liege jedoch nach Berechnungen des Wissenschaftsrats um 30 Prozent, also 21 Millionen Euro, höher. Für die Drittmitteleinwerbung würden die Gelder zur Kofinanzierung fehlen. Ein Verzicht auf die Projekte zur Spitzenforschung sei jedoch keine echte Alternative. Bei Großbauvorhaben sind laut Wissenschaftsrat notwendige Baumaßnahmen von insgesamt 225 Millionen Euro „nicht ausfinanziert“. Für die technische Ausstattung rechnet Albrecht einen jährlichen „Reinvestitionsbedarf“ von 20 Millionen Euro vor. „Mit Jahresscheiben von sechs bis neun Millionen Euro“ sei das nicht abzubauen.

Das Gutachten hatten Sachsens Wissenschafts- und das Finanzministerium in Auftrag geben. Forschungsministerin Eva-Maria Stange kündigte bereits an, den Bericht in der Staatsregierung auszuwerten, um „bestmögliche Voraussetzungen für eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung“ in den nächsten Jahren zu schaffen.

Für die Vertreter der Dresdner Hochschulmedizin ist klar, dass mit dem nächsten Haushalt des Landes Änderungen vollzogen werden müssen. „Spitzenforschung benötigt zumindest ausreichende Finanzierung“, erklärte der TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen. Und Prodekan Klaus-Peter Günther, ist sicher: „Ein weiter so ist nicht möglich.“

Von Ingolf Pleil

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Beim sachsenweiten Wettbewerb „Gärten in der Stadt“, der seit 1995 zum 10. Mal stattfand, wurden am Mittwoch in Wilsdruff die Sieger gekürt. 20 Projekte waren eingereicht worden, sechs Preise wurden vergeben – vier davon für Grünanlagen in Dresden.

26.10.2017

Es ist das letzte große Filetstück der Stadt, dass noch entwickelt werden kann: Mit einer ersten Bürgerwerkstatt steigt die Stadt in die öffentliche Diskussion um die Zukunft des Königsufers ein. Jetzt können sich Bürger für die Werkstatt anmelden und um zwei Plätze in der Fachjury bewerben.

26.10.2017

Nächster Schritt für Baumarathon: Der Freistaat hat 2,2 Millionen Euro für eine Kindertagsstätte in Pieschen an die Stadt übergeben. Innenminister Markus Ulbig und Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann erläuterten, was mit dem Geld passieren soll.

26.10.2017