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Dresdner Hochschulmedizin schlägt Alarm: Geldmangel gefährdet Exzellenz

Finanzierung Dresdner Hochschulmedizin schlägt Alarm: Geldmangel gefährdet Exzellenz

Über die angemessene Finanzierung gibt es seit Jahren Debatten: Jetzt schlagen die Universitätsmediziner in Dresden Alarm. Die Unterfinanzierung gefährde die Exzellenz in Forschung und Lehre. Vom Wissenschaftsrat sehen sich TU und Uniklinik bestätigt.

Hohe Standards in Versorgung und Forschung: Das Dresdner Universitätsklinikum braucht mehr Geld, um weiter Spitze zu sein.
 

Quelle: Matthias Hiekel/dpa

Dresden. Spitze in Forschung und Patientenversorgung, aber in der Finanzausstattung nicht einmal Mittelmaß: So sehen die Hochschulmediziner in Dresden die Situation von medizinischer Fakultät und Uniklinikum und schlagen jetzt Alarm. Die Unterfinanzierung „gefährdet die Exzellenzinitiative, die Weiterentwicklung und am Ende die Lehre“, erklärte am Mittwoch der Prodekan für Strategie und Finanzen der Medizinischen Fakultät der TU Dresden, Klaus-Peter Günther in Dresden.

Dabei können Dresden und der Freistaat bislang mit dem Universitätsklinikum und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden bundesweit und international glänzen. In der jüngsten Fokus-Rangliste der deutschen Krankenhäuser landete Dresden als führendes Haus in Sachsen bundesweit auf dem dritten Platz hinter Berlin und München. Der Wissenschaftsrat lobte jetzt eine überzeugende Entwicklung. Dresden und Leipzig seien „zwei konkurrenz- und leisungsfähige, in Forschung und Versorgung gut aufgestellte Universitätsmedizinstandorte. Die Kooperation zwischen Fakultät und Klinikum sei ebenso anerkennenswert wie die Profilierung im Forschungsbereich, wo Dresden mit Schwerpunkten in der Onkologie, bei Stoffwechselkrankheiten sowie in Neurologie und Psychiatrie auf „internationalem Niveau“ unterwegs ist.

Handlungsbedarf sieht der Wissenschaftsrat jedoch bei Lehre und Finanzierung. Das Land müsse eine „auskömmliche Grundfinanzierung“ sicherstellen, damit der Standort „nachhaltig konkurrenz- und leistungsfähig“ bleibe. Der „teils dramatische Investitionsstau“ müsse abgebaut werden.

Das gibt den Verantwortlichen an der TU und dem Uniklinikum Rückenwind. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass dies so dezidiert im Gutachten steht“, erklärte der Medizinische Vorstand des Uniklinikums Dresden, Michael Albrecht.

Gegenwärtig bezuschusse der Freistaat die Mediziner-Ausbildung mit 63 Millionen Euro pro Jahr, der Bedarf liege jedoch nach Berechnungen des Wissenschaftsrats um 30 Prozent, also 21 Millionen Euro, höher. Für die Drittmitteleinwerbung würden die Gelder zur Kofinanzierung fehlen. Ein Verzicht auf die Projekte zur Spitzenforschung sei jedoch keine echte Alternative. Bei Großbauvorhaben sind laut Wissenschaftsrat notwendige Baumaßnahmen von insgesamt 225 Millionen Euro „nicht ausfinanziert“. Für die technische Ausstattung rechnet Albrecht einen jährlichen „Reinvestitionsbedarf“ von 20 Millionen Euro vor. „Mit Jahresscheiben von sechs bis neun Millionen Euro“ sei das nicht abzubauen.

Das Gutachten hatten Sachsens Wissenschafts- und das Finanzministerium in Auftrag geben. Forschungsministerin Eva-Maria Stange kündigte bereits an, den Bericht in der Staatsregierung auszuwerten, um „bestmögliche Voraussetzungen für eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung“ in den nächsten Jahren zu schaffen.

Für die Vertreter der Dresdner Hochschulmedizin ist klar, dass mit dem nächsten Haushalt des Landes Änderungen vollzogen werden müssen. „Spitzenforschung benötigt zumindest ausreichende Finanzierung“, erklärte der TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen. Und Prodekan Klaus-Peter Günther, ist sicher: „Ein weiter so ist nicht möglich.“

Von Ingolf Pleil

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