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Lokales Dresdner Hilfsorganisation Arche Nova blickt auf viele erfolgreiche Projekte zurück
Dresden Lokales Dresdner Hilfsorganisation Arche Nova blickt auf viele erfolgreiche Projekte zurück
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18:11 19.10.2017
Grund zum Feiern: Stefanie Knörr und Margret Thieme haben viel geschafft mit der Dresdner Hilfsinitiative. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Nur neun Kilogramm schwer und knapp 1,30 Meter groß ist der strahlend weiße Hydrant der australischen Firma SkyJuice. Auf den ersten Blick würde man nicht vermuten, dass diese Technologie, die von der Initiative Arche Nova in dutzenden Projektländern installiert wurde, bislang rund 1,3 Million Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt hat. In diesem Jahr lädt die Hilfsorganisation am 21. November, dem 25. Gründungsjubiläum, zu einer geschlossenen Veranstaltung erneut ins Hygienemuseum, um die 123 erfolgreich abgeschlossenen Projekte noch einmal Revue passieren zu lassen und zu würdigen.

Die Initiative für Menschen in Not hat sich die Priorität gesetzt, Bedürftigen den Zugang zum wichtigsten Lebensmittel der Welt zu ermöglichen – sei es in Form von Trinkwasser oder sanitären Anlagen, denn die Menschen brauchen „Wasser nicht nur zum trinken“, meint die Projektreferentin für Ostafrika, Stefanie Knörr. Viel mehr würde „das Eine gleichzeitig auch das Andere bedingen“, wie Knorr erklärt, daher lautet das Versorgungsziel WASH – „WAsser, Sanitärversorgung und Hygiene“. Sauberes Trinkwasser alleine reiche nicht aus, wenn die Menschen sich beispielsweise nach Toilettengängen oder in Krankenhäusern nicht die Hände waschen könnten und so ebenfalls Krankheiten übertragen würden. Sky-Hydranten sind kleine Wasseraufbereitungsanlagen. In Bidur in Nepal hat Arche Nova nach einem Erdbeben für ein Krankenhaus eine solche Anlage eingerichtet, die 500 Liter Wasser pro Stunde reinigen kann. Eine mikrometer-dünne Membran filtert Schmutz und Bakterien heraus.

Für Arche Nova ist ein Hilfseinsatz mit dem Aufbau von Hydranten jedoch noch lange nicht beendet. Durch eine vorherige Einschätzung der Notlage mit Experten vor Ort wird beurteilt, welche humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit nötig ist, um die Bewohner langfristig zu unterstützen. Dabei stehen je nach Notwendigkeit auch Maßnahmen wie Katastrophenvorsorge, Wiederaufbau von Gebäuden, Lebensmittelversorgung sowie schulische und berufliche Ausbildung auf der Agenda der Hilfsinitiative. Die Vernetzung mit anderen Hilfsorganisationen hilft dabei, Expertisen auszutauschen und sich besser zu koordinieren. Ein verhältnismäßig kleines Team aus internationalen Freiwilligen erklärt den Einheimischen die verantwortungsbewusste Nutzung und Wartung der Hydranten. Derzeit sind rund 200 Experten von Arche Nova in 14 Projektländern unterwegs, darunter etwa in Myanmar, Kenia oder in der Ukraine.

Pressesprecherin Margret Thieme ist überzeugt: „Mit dem richtigen Know-How und dem nötigen Geld“ könnten auch bestehende Wasserquellen, wie ausgetrocknete Brunnen, wieder einsatzfähig gemacht werden. Dabei würde man sich ebenfalls lokale Materialien zunutze machen. Im Gründungsjahr hätte Arche Nova zum Beispiel im Nordirak mithilfe von Tonkrügen, die auf dem örtlichen Basar verkauft werden, Merkana-Wasserfilter gebaut. Nun sind Helfer seit 2013 erneut im Irak, um Flüchtlingscamps zu versorgen.

Besonders wichtig sei es laut Knörr, „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu leisten. Durch sogenanntes „Empowerment“, der Übertragung von Verantwortung, wolle man zum Beispiel Mitglieder des „Women Development Trust“ in Uganda zu Pumpenmechanikerinnen oder Bewohner in Syrien zu Lehrern ausbilden. Lorenz Ewers, technischer Assistent der Abteilung für Logistik, erklärt, dass die Helfer nach einem Einsatz über soziale Netzwerke weiterhin Kontakt mit den Einheimischen halten und die weitere Entwicklung begleiten.

Ein kleiner Ausschnitt aller Projekte wird zum Jubiläumsfest am 21. November in geschlossenem Kreis vorgestellt. Zusätzlich werden Bilder aus der 25-jährigen Geschichte gezeigt, lateinamerikanische Musik gespielt und ein Basar veranstaltet, bei dem die Besucher Waren und Trödel aus den Projektländern gegen eine Spende erwerben können. Ansprechpartnerin für weitere Spenden ist Anna-Luise Sonnenberg, die unter der Nummer 48 198 411 oder unter anna-luise.sonnenberg@arche-nova.org kontaktiert werden kann.

Von Katharina Jakob

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