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Lokales Dresdner Heidefriedhof baut Baumgrabanlagen und ökologische Friedhofspflege aus
Dresden Lokales Dresdner Heidefriedhof baut Baumgrabanlagen und ökologische Friedhofspflege aus
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10:25 16.02.2017
Seit 2006 haben sich 111 Menschen für eine Bestattung im Partnergrab im grünen Band entschieden. Der Dresdner Heidefriedhof will in den nächsten Jahr weitere Formen der naturnahen Besattungen anbieten.
Dresden

Erd- und Urnenbestattungen waren in Sachsen lange Zeit die häufigsten Bestattungsarten. Seit drei Jahren zeichnet sich jedoch laut einer Studie der Gesellschaft für Bestattungen und Vorsorge (GBV) ein neuer Trend ab. Viele Menschen finden an den Wurzeln eines Baumes ihre letzte Ruhestätte. In Sachsen gibt es die Möglichkeit einer naturnahen Bestattung seit 2002. Daniel von Sachsen, der Geschäftsführer der Naturruhe Friedewald GmbH, würde jedoch anders als die Studie nicht von einem neuen Trend sprechen, da viele Menschen schon länger das Bedürfnis haben, nicht auf einem klassischen Friedhof begraben zu werden. „Wenn man überhaupt von einem Trend sprechen kann, dann ist es ein Trend hin zu einer zunehmend mobilen Gesellschaft mit geringerer Bindung an Heimat, Familie oder den Arbeitsplatz. Gerade diese Mobilität spricht für eine Bestattungsform, welche den Angehörigen keinen Pflegeaufwand abfordert, ohne aber auf eine Grabstelle mit Namen und Lebensdaten und somit einem definierten und immer wieder auffindbaren Ort verzichten zu müssen“, sagt Daniel von Sachsen gegenüber DNN.

Seit September 2006 bietet auch der Dresdner Heidefriedhof eine Baumgrabanlage an. Auf Grund der großen Nachfrage entstanden in den letzten Jahren weitere Bestattungsformen dieser Art. Gegenwärtig können die Angehörigen der Verstorbenen zwischen vier naturnahen Bestattungsarten wählen, wobei die Baumbestattung am Gruppenbaum mit 415 Beisetzungen in den letzten elf Jahren am häufigsten durchgeführt wurde. Laut Robert Anrich, Betriebsleiter des Eigenbetrieb Friedhofs- und Bestattungswesen, ließen sich weitere 311 Menschen an der Baumgrabanlage beisetzen, 111 Personen entschieden sich für Partnergräber im grünen Band und 45 bestatteten ihre Angehörigen an einem Einzelbaum. In der Naturruhe Friedrichswald gibt es anders als auf dem Heidefriedhof keine Baumgrabanlagen. „Wir wollen in unserem Wald stabile naturnahe Waldbilder schaffen, mit Baumarten die diesem Standort zuzuordnen sind und dort ehrwürdig alt werden sollen. Unser erstes eröffnetes Quartier ist drei Hektar groß und umfasst 400 Bestattungsbäume und Landschaftselemente. Anrechte an Bäumen oder einzelnen Grabstellen an einem Gemeinschaftsbaum haben wir nun an rund 200 Personen vergeben“, berichtet Daniel von Sachsen gegenüber DNN.

Die Naturruhe Friedewald in Coswig war die erste Begräbnisstätte in der Region, die sich ausschließlich auf naturnahe Bestattungen spezialisiert hatte. Arnrich ist sich jedoch sicher, dass der Ausbau der Baumgrabanlagen am Heidefriedhof auch für die Naturruhe Friedewald eine Rolle spielen wird: „Der Heidefriedhof umfasst eine Fläche von 30 Hektar und bietet somit viel Platz für den weiteren Ausbau naturnaher Begräbnisstätten. Durch die Lage in dem Landschaftsschutzgebiet „Junge Heide“ wird das Konzept der naturnahen Bestattung weiter untermauert.“ In den nächsten Jahren sollen nach Aussage Arnrichs weitere naturnahe Bestattungsformen angeboten werden. Worum es sich genau handelt, ließ der Betriebsleiter des Friedhofs- und Bestattungswesens offen: „Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten Angehörige naturnah zu bestatten, diese müssen aber noch mit den Verantwortlichen des Denkmal- und Naturschutzes besprochen werden. Gerade am Urnenhein, der nur sieben Hektar umfasst, wird es schwierig werden, neue Grabfelder zur naturnahen Bestattung  zu eröffnen.“

Neben dem Ausbau der Baumgrabanlagen setzten die Beschäftigten am Heidefriedhof auch auf naturbelassene Friedhofspflege. „Seit 2014 arbeiten wir auf dem Friedhof ohne chemische Pflanzenschutzmittel“, berichtet Robert Arnrich gegenüber DNN, „Auch unseren Fuhrpark haben wir auf batteriebetriebene Fahrzeuge umgestellt und unsere Arbeitsgeräte umgerüstet. Seit Beginn dieses Jahres benutzen wir ein Heißdampfgerät zur Unkrautbehandlung.“

Maraike Mirau

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