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Dresdner Handel im Wandel

Maisons du Monde eröffnet am 31. März auf der Prager Straße Dresdner Handel im Wandel

Am 31. März öffnet in der Prager Straße 11 das französische Einrichtungslabel Maisons du Monde einen Store. In der Centrumgalerie wird wieder umgebaut und auch in der Altmarktgalerie gibt es einige neue Läden in diesem Jahr. Trotzdem, Platz für Einzelhandel gibt es noch genug.

Beständig sind nur die Veränderungen. Hier eröffnet am 31. März Maisons du Monde.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Der eine geht, der nächste kommt. Der Kampf und Kunden und Umsätze im Handel ist hart. So gibt es auch in der Dresdner Innenstadt ständig Veränderungen und offensichtlich genug Verkaufsflächen. Das zeigen große leerstehende Läden in Superlagen. So liegen z.B. über 1100 Quadratmeter über zwei Etagen im Haus Altmarkt 10 seit dem Auszug der in die Insolvenz gegangenen Warenhauskette Strauss Innovation brach. Schräg gegenüber in der Ladenzeile am Altmarkt schreiten Passanten auch über viele Meter an zugeklebten Schaufenstern entlang. Auf der Prager Straße steht eines der Würfelhäuser nahezu leer. „Wir arbeiten daran“, heißt es unisono von den Eigentümern bzw. Vermarktern der Immobilien.

Leere Ladenfläche in 1A-Lage am Altmarkt

Leere Ladenfläche in 1A-Lage am Altmarkt.

Quelle: Catrin Steinbach

Gleich gegenüber tut sich jedoch was. Am 31. März öffnet in der Prager Straße 11 Maisons du Monde einen Store auf 850 Quadratmetern. Das französische Einrichtungslabel, das über ein eigenes Designbüro verfügt und deshalb exklusive Möbel und Dekorationen anbieten kann, hat nach eigenen Angaben europaweit momentan 262 Filialen und ist auch mit einem Onlineshop aktiv. Dresden wird – nach Leipzig – das dritte Geschäft in den neuen Bundesländern. Neun Geschäfte hat das Unternehmen dann insgesamt in Deutschland. Wie Stellenangeboten zu entnehmen ist, sollen im Store 11 Mitarbeiter beschäftigt werden.

Hier zieht Zara ein

Hier zieht Zara ein. Doch vorher wird das Innenleben des Ladens komplett umgekrempelt.

Quelle: Dietrich Flechtner

Ladenumbau für Zara – eine OP am offenen Herzen

Noch ein paar Monate Geduld braucht es, bis das spanische Modelabel Zara seinen Umzug von der Altmarktgalerie in ein deutlich größeres Geschäft in der Centrumgalerie (ehemals „The Sting“) vollzogen hat. Warum das ein Jahr dauert, erklärt Centermanager Dirk Fittkau: „Es ist eine Operation am offenen Herzen. Denn die Rolltreppen werden herausgenommen und um 90 Grad gedreht. Zudem wird der Aufzug verändert und im Obergeschoss eine Zwischendecke eingezogen.“ Des Weiteren bekomme das so umgestaltete künftige Bekleidungsgeschäft einen direkten Zugang in die Mall der Galerie. Dafür zieht Juwelier Kipper innerhalb des Hauses um ins Erdgeschoss neben Primark.

„Deutliche Umsatzzuwächse“ in Centrumgalerie

Der angesagte Mode-Discounter ist nach wie vor der Magnet in der Centrumgalerie. Sie hat schwierige Zeiten hinter sich, sei aber jetzt in einem guten Fahrwasser, beteuert Fittkau. „Der Tunnelblick der Besucher, der anfangs nur auf Primark gerichtet war, habe sich gewandelt. Sie nehmen jetzt auch die vielen anderen Marken wahr.“ Fittkau spricht in der Galerie insgesamt von „deutlichen Umsatzzuwächsen“ im vergangenen Jahr. Allerdings seien nicht alle Branchen und alle Marken gleich gut unterwegs.

Platzwechsel ist auch in der ersten Etage. Dort mussten drei Imbissanbieter aufgeben. „Weil es juristische Auseinandersetzungen gibt, sind die Flächen noch nicht neu belegt“, erklärt der Centermanager. Er geht davon aus, dass noch im ersten Halbjahr dort neue Imbissanbieter einziehen werden. In Verhandlung sei man auch mit einem potentiellen Mieter für eine große Fläche im zweiten Obergeschoss. Platz für Neues ist noch im Untergeschoss zum Zugang Tiefgarage sowie im anderen Gebäudeteil, wo sich mal vor langer Zeit die Fastfoodkette Kentucky Fried Chicken befand.

Butlers geht, Snipes kommt

Mehrere Veränderungen gibt es im Laufe des Jahres auch in der Altmarktgalerie. „Wir versuchen unser Center weiter zu optimieren“, sagt Centermanagerin Nadine Strauß. Das Kommen und Gehen sei „zum Teil gewollt, so gibt es für unsere Besucher immer wieder Überraschungen“. Wer auf die Zara-Fläche zieht, wollte Nadine Strauß noch nicht verraten. „Da ist die Tinte noch nicht trocken.“ Aber andere Veränderungen seien spruchreif.

„Am 23. März öffnet im Obergeschoss nahe Hugendubel ein Store von „Snipes““, freut sich Nadine Strauß. Der Sneaker- und Streetwear-Filialist, der 1998 seinen ersten Laden in Essen eröffnete – bietet seine Waren mittlerweile in Geschäften in mehreren Ländern Europas an und betreibt zudem einen Online-Shop. „Snipes wird ein absoluter Anziehungspunkt“, ist Nadine Strauß überzeugt.

Geschichte ist der Altmarktgalerie der Möbel-, Deko- und Wohnaccessoire-Anbieter „Butlers“. Dessen Auszug ist schon vollzogen. Dafür gibt es in der Deko-Branche einen Neuankömmling: Der dänische Design-Discounter „Tiger“ zieht ins Untergeschoss auf die Fläche, wo sich einst der Streetware-Laden one green elephant befand. Im Gang Richtung Café Kreutzkamm und Viba hat jetzt die italienische Modemarke Stefanel eingerichtet. Im März/April zieht unter dem Namen „Body Attack“ ein Fitness-Shop auf die Fläche von „Lili Mode“.

50 000 Besucher hatte die Altmarktgalerie 2016 im Schnitt pro Tag. Das seien in etwa so viele wie ein Jahr zuvor, sagt die Centermanagerin der Altmarktgalerie. Zum Ende des Jahres 2016 bis in die erste Januarwoche hinein habe man wieder mehr russische Gäste begrüßen können. Einen spürbaren Anstieg habe es zudem an tschechischen Gästen gegeben, und zwar seitdem die Autobahn Dresden-Prag durchgängig befahrbar ist.

Die Bauarbeiten an diesem denkmalgeschützten Hochhaus am Pirnaischen Platz gehen dem Ende entgegen

Die Bauarbeiten an diesem denkmalgeschützten Hochhaus am Pirnaischen Platz gehen dem Ende entgegen. In die Etagen 3 bis 7 zieht die DKB. Unten ist noch Platz für Neues.

Quelle: Dietrich Flechtner

Denkmalgeschütztes Hochhaus saniert

Dem Ende entgegen gehen die Bauarbeiten eines markanten Gebäudes in der Innenstadt – dem Hochhaus an der Wilsdruffer Straße /Ecke Pirnaischer Platz. Die Deutsche Wohnen AG investierte „einen mittleren einstelligen Millionenbetrag“ in die Sanierung des Gebäudes, wie es auf DNN-Anfrage hieß. Derzeit bereite der Mieter DKB einen Ausbau seiner gemieteten Flächen in den Etagen 3 bis 7 vor. Danach will die Deutsche Wohnen noch Restarbeiten durchführen.

„Unser Ziel war es, das denkmalgeschützte Gebäude nach modernen, zeitgemäßen Anforderungen auszurichten, gleichzeitig aber die hohe architekturhistorische Qualität zu erhalten. Beim Innenausbau haben wir zahlreiche Wände versetzt, die komplette Haustechnik erneuert, eine neue Lüftungsanlage sowie neue Fahrstühle eingebaut. Im Rahmen der energetischen Sanierung wurden die Fenster ausgetauscht, die Kellerdecke gedämmt und das Dach neu gedeckt. Die Natursteinfassade wurde in Absprache mit den Denkmalschutzbehörden erhalten, gereinigt und ausgebessert. Bei allen Maßnahmen orientierte sich die Deutsche Wohnen an der ursprünglichen Bauweise. Dafür wurde in alten Dokumenten und historischen Fotografien aufwendig recherchiert. So konnten beispielsweise die Terrazzoböden im Treppenhaus wiederhergestellt werden und auch das Wandbild mit den Sportlern im Erdgeschoss wurde detailgetreu erhalten“, erläuterte ein Unternehmenssprecher auf DNN-Anfrage. Erhalten geblieben sei auch die geschwungene Treppe vom Erd- ins Obergeschoss.

Mit Vollendung der Sanierung stehen nun auch im Hochhaus wieder Ladenflächen zur Verfügung. Dafür und für die Büros im 2. Obergeschoss befinde man sich in Gesprächen mit Interessenten, hieß es.

Von Catrin Steinbach

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