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Dresdner Händler: Diesel immer schwerer verkäuflich

Autokäufer warten ab Dresdner Händler: Diesel immer schwerer verkäuflich

Der Diesel – das ungeliebte Wesen: Umfragen zufolge sind angeblich vier von fünf Autokäufern derart verunsichert, dass sie ihre Kaufentscheidung vertagen. Unterdessen drängen sich auch bei hiesigen Händlern immer mehr Diesel-Autos auf den Höfen. Die Fahrzeuge seien im Moment schwer verkäuflich, weil die Kunden verunsichert sind.

Der Diesel – das ungeliebte Wesen: Umfragen zufolge sind angeblich vier von fünf Autokäufern derart verunsichert, dass sie ihre Kaufentscheidung vertagen.

Quelle: dpa

Dresden/Frankfurt/M. Der Diesel – das ungeliebte Wesen: Umfragen zufolge sind angeblich vier von fünf Autokäufern derart verunsichert, dass sie ihre Kaufentscheidung vertagen. Eine Studie der Uni Duisburg anlässlich der gestern von Kanzlerin Angela Merkel eröffneten Automesse IAA in Frankfurt belegt, dass die Angst vor Fahrverboten in Innenstädten den Autohandel ausbremst.

Das ist auch ein wesentlicher Grund dafür, dass sich die Automanager zu Beginn der IAA Kritik von Merkel anhören mussten. Die Branche habe im Abgasskandal „Regelungslücken exzessiv ausgenutzt“, rügte die Kanzlerin. Allerdings sprach sie sich auch dagegen aus, die Dieseltechnologie zu verdammen: Verbrennungsmotoren würden noch über Jahrzehnte gebraucht. Die Autobauer müssten sich jedoch anstrengen, um einerseits durch Nachrüstungen und saubere Technologien verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen und sich andererseits mit neuen Elektro- und Hybridantrieben für die Zukunft zu rüsten. Dass dabei inzwischen weltweit etwa jedes dritte Patent aus Deutschland stamme, lasse auf die Chancen hiesiger Hersteller am Markt hoffen.

Unterdessen drängen sich auch bei hiesigen Händlern immer mehr Diesel-Autos auf den Höfen. „Diese Fahrzeuge sind im Moment schwer verkäuflich, weil die Kunden verunsichert sind“, sagte ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn.

Das bestätigt der Freitaler Händler Helmut Hammerschmidt: „Vorher haben die Kunden Diesel-Fahrzeuge von VW wie geschnitten Brot verlangt. Ab dem Tag, an dem die Nachricht an die Öffentlichkeit drang, war Feierabend“, sagt er. Seit einem halben Jahr gehe die Nachfrage auch markenunabhängig immer weiter zurück. „Diesel geht zur Zeit gar nicht, die Leute fragen gar nicht mehr danach.“ Lande doch einmal ein Diesel-Pkw auf seinem Gebrauchtwagenmarkt, könne er diesen nur mit Mühe und Not verkaufen, „mit einem dramatischen Werteverlust für die Vorbesitzer.“

In der Filiale der Automobile Dresden-Weißig wirken die Negativschlagzeilen ebenfalls nach. „Die Leute sind verunsichert, das ist deutlich zu spüren. Aber das ist ja auch ganz klar, wenn überall und ständig neue Nachrichten publik werden, es aber keine definitiven Aussagen gibt“, erklärt der dortige Verkaufsberater Jan Arnold.

Auch in Leipzig sind Autohändler im Dauerstress. „Wir verkaufen weniger Diesel, dafür mehr Benziner“, sagt beispielsweise Tom Noth, Leiter der beiden Leipziger Niederlassungen des Renault-Händlers Autotag. „Direkt, nachdem der Skandal aufgeflogen ist, hat das noch keinen interessiert. Mittlerweile ist es Dauerthema.“

Viele Autohändler erwarten nun ein „Machtwort“ der nächsten Bundesregierung. Auch der Automobilverband „Mobil in Deutschland“ wirft der Politik „Totalversagen“ in der Dieselaffäre vor. Verbandschef Michael Haberland fordert, die Hexenjagd auf Dieselfahrer zu beenden und sich besser an den Fakten zu orientieren. Und die würden – dank geringerer Kraftstoffkosten und besserer CO-Bilanz – nun mal eindeutig für den Diesel sprechen.

Von Olaf Majer, Christin Grödel und Barbara Stock

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