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Lokales Dresdner Gen-Forscher planen Erbgut-Arche für die Nachwelt
Dresden Lokales Dresdner Gen-Forscher planen Erbgut-Arche für die Nachwelt
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16:20 13.09.2018
Das Dresdner Sequenzierungszentrum hat zwei der 15 jetzt veröffentlichten Arten beigesteuert: darunter die „Große Hufeisennase“. Quelle: wikipedia
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Dresden/New York/Hinxton

Forscher aus Dresden, New York und dem englischen Hinxton haben ein neues ehrgeiziges Genetik-Forschungsprogramm gestartet. Beteiligt sind 150 Experten aus aller Welt, darunter Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG), von der Rockefeller University in den USA und vom „Wellcome Sanger Institute“ in Großbritannien. Im „Vertebrate Genomes Project“ (VGP, deutsch: Wirbeltier-Genomprojekt) wollen sie gemeinsam „qualitativ hochwertige, nahezu fehlerfreie und vollständige Genome aller 66 000 Wirbeltierarten der Erde erstellen“. Diese Erbgut-Informationen möchten sie dann in einer digitalen Bibliothek, einer sogenannten „Genom-Arche“, für die Nachwelt speichern.

Daher stehen anfangs vor allem Arten im Fokus, die vom Aussterben bedroht sind. Eine erste Tranche von 15 neuen Genomen haben die Partner bereits entschlüsselt und vorgestellt. Dazu gehören stark gefährdete Arten wie das Schnabeltier und der Kakapo-Papagei, aber auch der Zebrafink und der singende Annakolibri.

Das Dresdner Sequenzierungszentrum unter der Leitung von Prof. Dr. Eugene Myers hat zwei der 15 jetzt veröffentlichten Arten beigesteuert: die „Große Hufeisennase“ (Rhinolophus ferrumequinum) und den Buntbarsch (Archocentrus centrarchus). Das MPI-CBG und die Bioinformatiker am Zentrum für Systembiologie Dresden (CSBD) wollen als nächstes weitere Fledermäuse und Fische sequenzieren. In Dresden werden in Zukunft etwa zehn bis 20 Prozent der VGP-Arten genetisch entschlüsselt. Dabei setzen sie die „Long-read“-Technik ein, bei der besonders lange Erbgutabschnitte dekodiert werden können. „Ich glaube, dass wir mit dieser Technologie nahezu perfekte Genomrekonstruktionen herstellen können“, erklärte CSBD-Direktor Prof. Eugene Myers. „Das wird die Genomforschung drastisch verändern.“

Von hw

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