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Dresdner Friedhöfe in wirtschaftlichen Schwierigkeiten

Stadt bringt Vorschläge zur Lösung jetzt in den Stadtrat Dresdner Friedhöfe in wirtschaftlichen Schwierigkeiten

Die Dresdner Friedhöfe sind wirtschaftlich in Schwierigkeiten. Denn der Trend zu kleineren, günstigeren und pflegeleichteren Bestattungsformen bedingt eine immer geringer werdende Auslastung. Wie die Stadt gegensteuern möchte, hat sie jetzt in einem Friedhofskonzept erarbeitet. Es soll noch im ersten Quartal in den Stadtrat.

Überwucherte Gräber auf dem St.-Pauli-Friedhof in Dresden
 

Quelle: Dietrich Flechtner (Archiv)

Dresden.  Dresdner Friedhöfe sind wirtschaftlich in Schwierigkeiten. Denn der Trend zu kleineren, günstigeren und pflegeleichteren Bestattungsformen bedingt eine immer geringer werdende Auslastung. Das ist ein bundesweites Problem. „Die Friedhofsträger haben erhöhte Ausgaben bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen“, so die Stadt.

 Zwar sind nur vier der 58 Kirch- und Friedhöfe in Dresden in kommunaler Verwaltung. Aber wirtschaftliche Schwierigkeiten konfessioneller Friedhöfe seien auch Probleme der Kommune, erklärt das Amt für Stadtgrün gegenüber DNN. Denn das Sächsische Bestattungsgesetz regele, dass sich die Kommune an dem Kostenaufwand anderer Träger angemessen beteiligen müsse, wenn die Kosten nicht durch Einnahmen aus den für die Nutzer zumutbaren Gebühren gedeckt werden könnten.

Grundsätzlich müssten Friedhöfe zwar „nach dem Kostendeckungsprinzip ihre Ausgaben durch Gebühren decken. Die strikte Weitergabe des Bedarfs an den Nutzer würde jedoch mancherorts unzumutbare Gebührenhöhen erfordern. Außerdem sind nicht alle Aufwendungen gebührenrelevant, also durch Gebühren zu finanzieren“, erläutert das Amt für Stadtgrün.

Neue Bedürfnisse und Wünsche der Trauernden

Probleme bereite insbesondere die Erhaltung der überwiegend denkmalgeschützten baulichen Substanz und der zahlreichen wertvollen Grabmale, heißt es aus dem Amt weiter. Dauerbaustellen und abgesperrte Friedhofsteile sowie unwiederbringlich dem Verfall preisgegebene Grabdenkmale seien die Folge.

Deshalb arbeitet die Verwaltung zusammen mit Vertretern von Friedhofsverbänden und Kirchen seit geraumer Zeit an einem Friedhofskonzept. Das ist jetzt fertig, liegt in einem verwaltungsinternen Entwurf vor. Im ersten Quartal soll es dem Stadtrat vorgelegt werden.

„Es soll Basis und Steuerungsinstrument für längerfristige und transparente Förderungen und für spezielle Förderprogramme sein. Es ermöglicht eine effektive Planung und am tatsächlichen Bedarf orientierte Bereitstellung von städtischen Haushaltsmitteln für das Friedhofswesen.“

Der Fokus des Konzeptes liege auf Flächenreduzierungen und Vorschlägen für mögliche Umnutzungen. Auch neue Bedürfnisse und Wünsche in der Trauerkultur, die angepasster Strategien bedürfen, wären berücksichtigt worden und die Frage, wie man dem verbreiteten Individualismus und Pluralismus in der Gesellschaft besser gerecht werden könne. Konkreter wollte das Amt für Stadtgrün noch nicht werden.

Einer Antwort der Stadt auf eine Anfrage von CDU-Stadträtin Heike Ahnert vom September 2017 ist zu entnehmen, dass die Stadt bei der Ermittlung des Flächenbedarfes auf den Dresdner Friedhöfen auch das Thema Unglücksfälle bzw. Krankheitsepidemien berücksichtigt hat. Grund sei eine Empfehlung der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. in ihrem Fachbericht „Standards für die Durchführung von Friedhofsentwicklungsplanungen“. „Weitere Katastrophenszenarien sind nicht Gegenstand der Fortschreibung des Friedhofsentwicklungskonzeptes“, so die Antwort von Oberbürgermeister Dirk Hilbert auf die Anfrage. Zudem seien „weder das Friedhofsentwicklungskonzept noch die Influenza-Pandemieplanung...Bestandteil der Katastrophenschutzplanungen.“

Das Konzept treffe außerdem keine Aussagen zur Marke „Memoriam Gärten“. „Derartige konkrete Gestaltungselemente sind dem Friedhofsträger überlassen und nicht Gegenstand der Konzeptarbeit.“ Anspruchsvolle, gärtnerisch gestaltete Grabanlagen, wie es der Memoriam Garten sein solle, gebe es nach Ansicht der Stadt jedoch auf vielen Friedhöfen.

Von Catrin Steinbach

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