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Lokales Dresdner Freimaurerstiftung will Logenhaus für Kulturveranstaltungen zur Verfügung stellen
Dresden Lokales Dresdner Freimaurerstiftung will Logenhaus für Kulturveranstaltungen zur Verfügung stellen
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23:34 09.09.2015
Elmar Vogel im Tempel des Freimaurer-Logenhauses auf der Tolkewitzer Straße. Quelle: Dietrich Flechtner

Sie waren Freimaurer.  Nicht erst seit Dan Browns Romanen über die Symbolik der Freimaurer ranken sich Mythen um die traditionelle und eher verschwiegene Bruderschaft. „Die Freimaurerei ist weder elitär noch machen wir obskure Sachen“, betont Elmar Vogel. Der 52-Jährige ist seit 1989 Freimaurer in der Dresdner Loge Zum Goldenen Apfel und „Meister vom Stuhl“, sozusagen der Vorstand. „Sicherlich gibt es im Freimaurertum rituelle Komponenten, dennoch geht es in erster Linie darum, dass Menschen auf gleicher Augenhöhe zusammentreffen und um philosophischen Austausch“, so Vogel weiter. „Im Fokus steht dabei der aufklärerische Gedanke. Wir handeln nach dem Wahlspruch ‚Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit‘ der Französischen Revolution. Das hat nichts mit Dunkelmännertum zu tun“.

Die Freimaurerei gliedert sich in drei Etappen – Lehrling, Geselle und Meister. Innerhalb von drei Jahren kann der höchste Grad, der des Meisters, erworben werden. „Wir haben regelmäßige Gästeabende. Interessierte sollten schon etwa ein Jahr daran teilgenommen haben, bevor sie in die Loge aufgenommen werden“, so Vogel. Das Aufnahmeritual findet dann im Tempel des Logenhauses statt. Ein elitärer Club seien die Freimaurer dennoch nicht. „Das läuft unseren Gedanken zuwider“, erklärt Vogel.

Insgesamt vier Logen mit etwa 120 Mitgliedern gibt es allein in Dresden. Die denkmalgeschützte Villa an der Ecke zur Helfenberger Straße ist seit 2014 Logenhaus der Dresdner Freimaurerlogen „Zu den drei Schwertern und Asträa zur grünenden Raute“ und „Zum Goldenen Apfel”. Beide entstanden im 18. Jahrhundert und gehören zu den ältesten noch existierenden Logen in Deutschland. Bis zum Verbot der Freimaurerei 1935 durch die Nationalsozialisten stand das Logenhaus an der Ostra-Allee. Das Gebäude wurde 1944 beim ersten Bombenangriff auf Dresden zerstört und nach 1945 abgerissen. Im vergangenen Jahr entdeckte man bei Bauarbeiten zwei in der Nachkriegszeit vergrabene Sphinx-Figuren, die nach ihrer Restaurierung künftig als Wächterfiguren vor der Villa aufgestellt werden sollen (DNN berichteten).

Der Erwerb des neuen Stammhauses konnte durch den Verkaufserlös des früheren Logengrundstücks ermöglicht werden. Die in griechischer Sprache verfasste Inschrift am Portal bedeutet „Erkenne dich selbst“, das ist der Leitspruch der Freimaurer. Auch das Dresdner Kreuzgymnasium war, bevor es in kirchliche Trägerschaft überging, eine Knaben-Bildungsanstalt der Loge.

Am 30. April lädt die Freimaurerstiftung ab 19 Uhr erstmalig Interessierte in die Villa an der Tolkewitzer Straße 49 ein. Elmar Vogel sowie Kuratoriumsmitglieder wollen den Besuchern in der Veranstaltung das Freimaurertum näherbringen. Der Eintritt ist frei. Die Stiftung verfolgt das Ziel, die Räume des Logenhauses künftig für Kulturveranstaltungen jeglicher Art zur Verfügung zu stellen. Am Tag des offenen Denkmals, am 13. September, wird es in der Villa Führungen geben.

Wer an der Veranstaltung am 30. April teilnehmen möchte, schreibt eine E-Mail mit der gewünschten Kartenanzahl an freimaurerstiftung@gmx.de.

Juliane Weigt

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