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Lokales Kein Fischgeruch? Dresdner Fraunhofer-Forscher entwickeln Anti-Stink-Filter
Dresden Lokales Kein Fischgeruch? Dresdner Fraunhofer-Forscher entwickeln Anti-Stink-Filter
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09:54 27.11.2018
Symbolfoto Quelle: dpa
Dresden

Dresdner Fraunhofer-Keramikforscher haben gemeinsam mit Partnern ein neues Filtersystem für die Fischzucht entwickelt. Das soll einerseits dafür sorgen, dass der Fisch nicht stinkt, wenn er auf den Tisch kommt, andererseits den oft recht exzessiven Frischwasserverbrauch in der Fischzucht drastisch senken.

„Dieses keramische Filtersystem liefert einen wesentlichen Beitrag zur Einsparung der Ressource Wasser in der wachsenden Aquafarming-Industrie“, betonte Dr. Burkhardt Faßauer vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS), der das Entwicklungsprojekt leitet.

Pro-Kopfverbrauch von Fisch steigt

Faßauer verweist auf die wachsende Rolle von Fischen bei der Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung. So verzehren die Menschen rund um den Erdball jährlich rund 170 Millionen Tonnen Fisch und andere Wassertiere, Tendenz: kontinuierlich steigend, vor allem in Asien.

Der Pro-Kopfverbrauch hat sich weltweit seit den 1960er Jahren auf nun rund 20 Kilogramm pro Kopf etwa verdoppelt. Auch in Deutschland wächst die Nachfrage, wenn auch nicht so stark: So verspeist jeder Deutsche verspeist - statistisch gesehen - jedes Jahr rund 14 Kilogramm Fisch. Dabei ist im Schnitt jedes zweite Flossentier nicht in Teichen, Fjörden oder anderen mehr oder minder natürlichen Gewässergründen aufgewachsen, sondern in riesigen „Aquafarming“-Zuchtbecken. „Wir kennen Prognosen, laut denen im Jahr 2030 zwei von drei Fischen aus dem Aquafarming kommen werden“, sagt Faßauer.

Herkömmliche Methode verbraucht Ressourcen

Ein Problem dabei: Die Fische müssen die letzten vier Wochen in sauberes Wasser gesetzt werden, bevor sie geschlachtet werden können, damit sie den Geruch und Geschmack von Fäulnis loswerden. In solchen Becken müssen täglich um die 20 Kubikmeter Wasser täglich ausgetauscht werden – ein enormer Ressourcenverbrauch, der teuer und ökologisch bedenklich ist.

Daher haben die Dresdner IKTS-Ingenieure gemeinsam mit Experten der Wermsdorfer Fisch GmbH, der Westsächsischen Hochschule Zwickau und der Eilenburger Elektrolyse- und Umwelttechnik GmbH ein neues Filtersystem speziell für diese „Hälterungsbecken“ konstruiert. Das besteht aus 19 Keramikkanälen, die mit Filterkohle belegt sind.

Mehr Müffelstoffe aus dem Wasser

Im Vergleich zu heutigen Filtern holt dieses System laut IKTS mehr Müffelstoffe aus dem Wasser und hat eine zehnmal so große Filteroberfläche. Die Ingenieure gehen davon aus, dass der neue Kanalfilter bis zu 10.000 Liter pro Tonne Fisch einsparen kann.

Im nächsten Schritt wollen die Fraunhofer-Ingenieure ihr System so weiterentwickeln, dass es auch für die sogenannte „Aquaponik“ eingesetzt werden kann. Das sind Zuchtanlagen, in denen Fische und Pflanzen gezüchtet werden. Dabei dienen die Fischausscheidungen als Dünger für die Pflanzen. Wenn es gelingt, durch bessere Filter das Frischwasser selbst zu sichern, könnten geschlossene Kreisläufe entstehen - und wieder mehr Menschen ernähren.

Von Heiko Weckbrodt

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