Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Dresdner Frauenkirche wird nach 16 Jahren wieder eingerüstet

Neujahrsputz Dresdner Frauenkirche wird nach 16 Jahren wieder eingerüstet

An insgesamt fünf Schließtagen wird die Dresdner Frauenkirche in der kommenden Woche auf Vordermann gebracht. Ab Mai geht es dann an die Sanierung des rund 270 Jahre alten Choranbaus. Dafür stehen dann erstmals wieder Gerüste an der Fassade.

In der zweiten Januarwoche bleibt die Frauenkirche geschlossen.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Seit mehr als zehn Jahren ist die Frauenkirche wieder zurück im Herzen der Dresdner Innenstadt. Um die gut 270 Jahre alte, barocke Bausubstanz in Schuss zu halten, müssen regelmäßige Wartungsarbeiten an dem Gotteshaus durchgeführt werden – denn: regelmäßige Pflege erhält den Wert. Für rund 40.000 Euro wird Dresdens Wahrzeichen in diesem Jahr wieder flott gemacht.

Der Hauptkuppelraum der Frauenkirche wurde in den vergangenen Tagen bereits von innen eingerüstet. Am Montagabend haben dort bereits die Arbeiten in luftiger Höhe begonnen. Dank eines besonderen fahrbaren Gerüstes werden dort vier der acht Gaupenfenster gewartet. „Diese sind normalerweise nicht erreichbar – Mängel kann ich sonst nur mit dem Fernglas beobachten“, sagt Thomas Gottschlich, leitender Architekt der Stiftung Frauenkirche. An den Kuppelgaupen werden Ventilatoren ausgetauscht, Leuchtmittel ersetzt und einzelne Elektroarbeiten verrichtet. Zudem wird der Putz begutachtet. Maler- und Reinigungsarbeiten werden gleich mit erledigt. Das Spezialgerüst erlebt seinen ersten Einsatz in der Praxis. Wie lange genau im Hauptkuppelraum gearbeitet wird, richtet sich nach dem Zustand der Gaupen. Abgesehen davon, dass eine Folie den Blicks in Kuppelauge versperrt, wird es während dieser Maßnahme keine Einschränkungen für Besucher geben.

An insgesamt fünf Schließtagen wird die Dresdner Frauenkirche in der kommenden Woche auf Vordermann gebracht. Um die Sanierung des rund 270 Jahre alten Choranbaus im Mai zu finanzieren, sammelt die Stiftung Frauenkirche nun Spenden via Crowdfunding.

Zur Bildergalerie

Im Jahr 2004 ist das letzte Gerüst nach dem Wiederaufbau der Frauenkirche gefallen. Im Mai wird das erste Mal seit dem Wiederaufbau ein Teil der Kirche eingerüstet. Der über 270 Jahre alte Choranbau ist das größte zusammenhängend stehende Ruinenteil, das in den Wiederaufbau integriert wurde. Durch jahrzehntelange Wetterwirkungen haben sich die im Sandstein befindlichen Salze großflächig an der Gesteinsoberfläche abgelagert, die als weiße Ränder gut zu erkennen sind. Dauerhafte Salzablagerungen können den Sandstein auf lange Sicht massiv schädigen: „Wenn sich zu viel Salzkruste entwickelt, kann es passieren, dass sich mit ihr ein bis zwei Zentimeter große Teile des Sandsteines abtragen. Unsere Aufgabe ist es, das zu verhindern“, sagt Gottschlich.

Die Spezialisten befestigen daher nun an der Chorwand besondere Kompressen, die das Salz aus dem Stein ziehen. Diese Wand verschwindet deswegen für etwa vier Wochen hinter Bauplanen. Zuletzt ist das im Jahr 2000 geschehen. Mitte Mai stehen dann Kontrollen der Außenfassade an. Per Hubsteiger werden die Blitzableiter, Steine, Bleche und Fugen nach Mängeln untersucht und schließlich zeichnerisch sowie fotografisch dokumentiert.

„Es ist unser Ziel, die Frauenkirche im bestmöglichen Zustand zu halten“, sagt der Stiftungsarchitekt. „Wir verleugnen nicht die Spuren der intensiven Nutzung, jedoch reagieren wir frühzeitig auf Mängel oder Abnutzungen“. Um solchen Abnutzungen und Mängeln vorzubeugen, wird die Frauenkirche in der kommenden Woche wieder für einige Tage geschlossen bleiben. Hinter verschlossenen Kirchentüren beginnt am kommenden Montag das Großreinemachen. Tischler arbeiten das Gestühl im Kirchenschiff und auf den Emporen auf, Maler beseitigen Abnutzungen an den marmorierten Kirchraumtüren und an Wandflächen, Elektriker sind im Batterieraum zugange. Alle Türen werden geprüft, die Sitzbankauflagen gereinigt und Leuchtmittel getauscht. Der Kirchenraum ist vom 9. bis 13. Januar für die Öffentlichkeit geschlossen, der Kuppelaufstieg ist bereits am 13. Januar wieder möglich.

Spenden für die Frauenkirche

Der Aufwand, um die Frauenkirche zu erhalten, wird in den kommenden Jahren zunehmen, die Ausgaben dürften dadurch steigen. Da die erhaltenden Maßnahmen ausschließlich über Spenden und Zuwendungen finanziert werden, baut die Stiftung Frauenkirche auf die Unterstützung der Bürger. Um den Choranbau vollständig zu entsalzen, werden bis zum 10. Januar rund 25 000 Euro benötigt. Die Stiftung Frauenkirche hat deshalb eine Crowdfunding-Kampagne unter www.99funken.de/frauenkirche ins Leben gerufen.
Spendenkonto: Stiftung Frauenkirche Dresden, IBAN: DE60 8508 0000 0459 4885 00, BIC: DRES DE FF 850, Commerzbank AG

Der Neujahrsputz ist seit 2008 ein fester Termin im Kalender der Stiftung Frauenkirche, der bewusst auf die besucherschwächste Zeit – nämlich nach dem Jahreswechsel – gelegt ist.

Juliane Weigt

Dresden 51.050409 13.737262
Dresden
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Jährliches Ritual

Die Türen der Dresdner Frauenkirche sind seit Montag für Besucher geschlossen. In Kirchenraum und Treppenhäusern, auf Emporen, unter der Kuppel und auf der Wendelrampe zum Turm wird wie jedes Jahr geputzt, gereinigt und repariert.

mehr
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.