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Lokales Dresdner Frauenkirche will Bildungsarbeit ausweiten
Dresden Lokales Dresdner Frauenkirche will Bildungsarbeit ausweiten
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15:36 03.03.2017
Frederik Willem de Klerk Quelle: M. Willman/FWdK Foundation
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Dresden

 In der Frauenkirche soll noch mehr für Frieden und Versöhnung getan werden. Ein erster Anknüpfungspunkt sind die Reden von Friedensnobelpreisträgern. Die nächste findet am 3. April statt. 19 Uhr ist Frederik Willem de Klerk, der ehemalige südafrikanische Präsident, in der Frauenkirche zu Gast.

„Uns scheint es aber auch notwendig, mehr zu bieten“, so Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt. „Es braucht eine Vernetzung zwischen den Generationen, zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalität und Religion.“ Bei vorangegangenen Auftritten von Friedensnobelpreisträgern waren Schülerwettbewerbe organisiert worden. Außer Schülern sollen künftig verstärkt Studenten angesprochen werden.

Vertiefen wolle man auch die Bildungsarbeit, wie Frank Richter erläuterte, der Anfang Februar aus dem Amt des Direktors der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung an die Stiftung Frauenkirche als deren dritter Geschäftsführer wechselte. Sich um Bildung zu kümmern sei umso wichtiger, als gegenwärtig die Ideale von Frieden und Versöhnung in Dresden verloren zu gehen drohten.

Richter kündigte für den 30. März einen Abend mit dem Psychologen Georg Lind an. Er hat die „Konstanzer Methode der Dilemma-Diskussion“ erfunden und will sein Buch „Moral ist lehrbar“ vorstellen. Der Abend soll Beginn einer neuen Reihe sein, die sich den ethisch-geistigen Grundlagen des demokratischen Gemeinwesens widmet.

Geplant sind des Weiteren zwei szenische Lesungen des „Großinquisitors“, eines Kapitels aus Fjodor Dostojewskis Roman „Die Brüder Karamasow“ (1880) mit dem Schauspieler Friedrich Wilhelm Junge in der Karwoche vor Ostern sowie ein Vortrag am 5. Mai zur politischen Zukunft Europas. Weitere Veranstaltungen sollen zudem an 30 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Dresden und Hamburg erinnern.

Die Frauenkirche wolle Räume für „reflektierte Erfahrung“ schaffen, so Richter. Vor allem bei jungen Leuten solle nicht nur der Kopf, sondern auch das Herz angesprochen werden.

Für die inhaltliche Arbeit würden weiterhin Spenden gebraucht, so Christine Gräfin von Kageneck von der Geschäftsführung. Rund eine Million Euro seien pro Jahr für Veranstaltungen nötig. Die Verwaltungsausgaben hingegen würden aus Erträgen der Frauenkirchen-Stiftung bestritten.

„Wir leben in Zeiten, wo Frieden und Versöhnung eine zentrale Rolle spielen müssen“, betonte der sächsische Landesbischof Carsten Rentzing, zugleich Vorsitzender des Kuratoriums. Die Landeskirche betrachte die Frauenkirche als „Leuchtturm“ für dieses Anliegen.

Von Tomas Gärtner

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