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Dresdner Forscher erhält Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis

Von Stäbchen, Zapfen und künstlichen Schaltkreisen Dresdner Forscher erhält Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis

Dr. Volker Busskamp erhält am Dienstag den mit 60 000 Euro dotierten diesjährigen Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis. Der Gruppenleiter am DFG-Forschungszentrum für regenerative Therapien der TU Dresden (CRTD) forscht seit mehr als einem Jahrzehnt zur Retinitis pigmentosa, einer erblich bedingten Form der Blindheit.

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Dr. Volker Busskamp

Quelle: Sven Döring / Agentur Focus

Dresden. Große Ehrung für Dresdner Forscher: Dr. Volker Busskamp erhält am Dienstag den diesjährigen Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis. Der 36 Jahre alte Biotechnologe, Neurowissenschaftler und Stammzellforscher ist Gruppenleiter am DFG-Forschungszentrum für regenerative Therapien der TU Dresden (CRTD) und blickt seit mehr als einem Jahrzehnt auf die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Retinitis pigmentosa, einer erblich bedingten Form der Blindheit. Die Verleihung der mit 60 000 Euro dotierten Auszeichnung findet in der Frankfurter Paulskirche statt.

Busskamp hat die Grundlagen für eine mögliche Gentherapie bei der Retinitis pigmentosa gelegt und zudem künstliche Nervenzell-Schaltkreise entwickelt. Die Netzhaut des Auges besitzt zwei Formen von Sinneszellen, die Stäbchen und die Zapfen. Die Stäbchen sind für das Sehen in der Dämmerung und bei Nacht zuständig. Die Zapfen werden für das Sehen bei Tag benötigt, für das Erkennen von Farben und für das scharfe Sehen, also auch für das Erkennen von Gesichtern und Buchstaben. Bei der Retinitis pigmentosa sterben die Stäbchen – und im weiteren Verlauf auch die Zapfen – durch eine Mutation ab. „Wir haben mit unseren Laborversuchen gezeigt, dass eine Gentherapie bei der Retinitis pigmentosa möglich ist und Strategien entwickelt. Wir können jetzt nur hoffen, dass die klinischen Studien ähnlich vielversprechend sein werden wie unsere Tierexperimente“, sagt der Nachwuchspreisträger.

Am CRTD beschäftigt sich Busskamp zudem mit künstlichen Schaltkreisen aus Nervenzellen, die er im Labor aus verschiedenen Nervenzelltypen zusammenfügt. „Diese künstlichen Schaltkreise sind wie kleine biologische Computer. Sie können als Modelle für Erkrankungen oder für die Grundlagenforschung genutzt werden“, so der 36-Jährige. Er will möglichst viele der 320 verschiedenen Nervenzelltypen zuverlässig herstellen können, um „einen einzigartigen Werkzeugkasten für die Forschung“ zusammenzustellen. „Busskamps Arbeiten sind ein gutes Beispiel für translationale Forschung, also für den schnellen Transfer von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Forschung“, schreibt der Stiftungsrat in seiner Begründung.

Der 2006 erstmals vergebene Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis wird von der Paul Ehrlich-Stiftung einmal jährlich an einen in Deutschland tätigen Nachwuchswissenschaftler für herausragende Leistungen in der biomedizinischen Forschung verliehen. Er gilt bundesweit als eine der angesehensten Nachwuchsauszeichnungen in diesem Bereich. Das Preisgeld in Höhe von 60 000 Euro muss forschungsbezogen verwendet werden. Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch den Stiftungsrat auf Vorschlag einer achtköpfigen Kommission.

Von Christin Grödel

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