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Dresdner Firma entwickelt Graffiti-Entfernung ohne Chemie

Umweltfreundlich Dresdner Firma entwickelt Graffiti-Entfernung ohne Chemie

Unterdruck statt Sandstrahl: Die Graffitientfernung wird dank der Entwicklung einer Dresdner Firma umweltfreundlicher und schonender für den Untergrund. Mit Hilfe der finanziellen Förderung der Innovations- und Beteiligungsgesellschaft SIB will das im Juli 2017 gegründete Unternehmen Graffiti Stop Dresden nun deutschlandweit expandieren.

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Lars Kühne führt an einer Klinkerwand die neue Technik vor, mit deren Hilfe Graffitis aber auch andere Verschmutzungen an der Oberfläche entfernt werden können.
 

Quelle: Foto: Dietrich Flechtner

Dresden.  Unterdruck statt Sandstrahl: Die Graffitientfernung wird dank der Entwicklung einer Dresdner Firma umweltfreundlicher und schonender für den Untergrund. Mit Hilfe der finanziellen Förderung der Innovations- und Beteiligungsgesellschaft SIB will das im Juli 2017 gegründete Unternehmen Graffiti Stop Dresden nun deutschlandweit expandieren.

Geschäftsführer Lars Kühne entwickelte eine Maschine, die eigentlich zur Reinigung von Fliesen konstruiert wurde, weiter, um mit Hilfe von rotierendem Granulat und Unterdruck Farbschmierereien an Hausfassaden und Mauern zu entfernen. Durch das rotierende Granulat, das aus verschiedenen Materialien besteht, werden die Farbpartikel vom Untergrund gelöst und mit Hilfe des Unterdrucks in einen Filter gesaugt. Die Maschine kann dabei sehr fein arbeiten und sogar Druckertinte von einem Blatt Papier entfernen. „Einzigartig ist die Umweltfreundlichkeit“, erklärt der 40-Jährige, der zuvor in der Immobilienbranche tätig war. Das Verfahren funktioniere ohne Chemie, Wasser und Hochdruck, beschreibt Kühne. Das Granulat in der Maschine kann je nach Untergrund des Graffitis bis zu 80 Mal verwendet werden, bevor es erneuert werden muss.

Neue Technik ist auch gegen Rost und Moos wirksam

In der Landeshauptstadt kam die neue Technik bereits im Alaunpark zum Einsatz. Mit der Unterdruckmaschine können auch andere Materialien von Klinker, Stein oder Glas gelöst werden. An der Fassade vom Verkehrsmuseum zum Beispiel löste das Team von Graffiti Stop Rost ab. „Durch das schonende Verfahren bleibt bei der Entfernung von Farbe, Rost oder Moos die Patina historischer Gebäude erhalten“, erklärt Kühne einen Vorteil der neuen Technologie. Mit Hilfe der Finanzspritze der SIB in Höhe von 350 000 Euro konnte Graffiti Stop Expansionspläne in die Tat umsetzen. Ein weiterer Standort befindet sich momentan in Stuttgart, geplant sind neue Außenstellen in München sowie im Raum Berlin-Brandenburg. Das 17-köpfige Team sucht aktuell Verstärkung und weist darauf hin, dass durch das umweltfreundliche Verfahren keine aufwendigen Arbeitsschutzmaßnahmen notwendig sind.

Der Einsatz des neuen Geräts kostet rund 45 Euro pro Quadratmeter

Die Graffitientfernung mit dem Unterdruckverfahren kostet in Sachsen momentan rund 45 Euro pro Quadratmeter und ist in etwa genauso zeitaufwendig wie herkömmliche, chemische Verfahren. Die Schäden durch illegale Graffiti an städtischen Gebäuden liegen bei rund 50 000 Euro pro Jahr, gibt die Stadt auf DNN-Anfrage bekannt. Seit 2014 ist die Anzahl der Graffitientfernungen durch die Stadt kontinuierlich von 87 Vorgängen auf 118 Reinigungsarbeiten im Jahr 2016 gestiegen. Für Sprayer hat die Stadt sechs legale Graffitiflächen eingerichtet, sogenannte „legal plains“, auf denen mit der Farbe aus der Sprühdose experimentiert werden darf.

Von Tomke Giedigkeit

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