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Lokales Dresdner Feuerwehrmesse Florian mit Ausstellerrekord
Dresden Lokales Dresdner Feuerwehrmesse Florian mit Ausstellerrekord
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16:37 05.10.2017
Landesbranddirektor René Kraus präsentiert auf der Feuerwehrmesse Florian den Prototypen eines „Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 10 Allrad“. Der Freistaat hat ein neues Feuerwehrfahrzeugkonzept ins Leben gerufen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Florian, die Fachmesse für Feuerwehr, Zivil- und Katastrophenschutz ist eröffnet. Bis Sonnabend zeigen mehr als 220 Aussteller auf 15 000 Quadratmetern neue Technik fürs Fachpublikum und klären Interessierte an Infoständen über Ausbildungsmöglichkeiten und Themen des Brand- und Katastrophenschutzes auf. Messeveranstalter Ortec kann damit gleich zu Beginn einen neuen Ausstellerrekord vermelden. Mit Ausstellern aus zehn Ländern seien zudem zwei mehr als zuletzt vertreten, sagte Sprecherin Ines Kurze vor der Eröffnung. „Florian ist eine internationale Fachmesse geworden“, betonte sie. Gut möglich, dass auch der im vergangenen Jahr aufgestellte Rekord von 14 000 Besuchern gebrochen wird. Auf den Zubringerstraßen zum Dresdner Messegelände herrschten am Donnerstagmorgen jedenfalls lange Staus.

Zahlreiche Aussteller zeigen auf der Dresdner Messe, was es rund um die Feuerwehr an Neuigkeiten gibt. Unsere Fotografin hat sich ins Getümmel gestürzt.

Zwei Themen beherrschen die Fachmesse vor allem: die Nachwuchsgewinnung und den Bevölkerungsschutz. „Es wird ungemütlicher“, sagt Christoph Unger, Präsident des mit einem Stand vertretenen Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. „Die Anforderungen an den Bevölkerungsschutz wachsen“, fügt er an. So seien die Folgen des Klimawandels mit Starkregen, Hochwassern und Stürmen mehr und mehr zu bemerken. Deswegen gelte es, Feuerwehren besser auszurüsten und schnell wirkende Alarmierungssysteme wie die „Notfall-Informations-und-Nachrichten-App“ Nina zu entwickeln. „Die hat vergangene Woche schon ganz gut funktioniert, als die Bevölkerung wegen vergifteter Lebensmittel informiert werden musste“, sagt Unger.

Zwei weitere Gefahren beschäftigt das Bundesamt. „Das Thema Stromausfall ist die zentrale Herausforderung in unserem hochindustrialisierten Land“, sagt Unger. Und auch mit „dem Terrorismus in all seinen Ausformungen“ müsse man sich auseinandersetzen. Ganz konkret meint Unger damit das Phänomen, „dass neuerdings mit Sturmgewehren um sich geschossen wird“, so wie in Paris oder zuletzt in Las Vegas. Das müsse sich auf Einsatzverhalten und Ausstattung der Rettungskräfte auswirken. Außerdem beschäftigt viele Einsatzkräfte das Problem der „zweiten Welle“, wie der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbands Karsten Saack sagt. Gemeint sei damit die Frage, wann ein Attentat vorbei sei und Einsatzkräfte helfen können, ohne selbst Opfer zu werden. Dazu findet zum Beispiel auf der Messe ein Austausch mit Berliner Feuerwehrleuten statt, die nach dem Lkw-Anschlag auf einem Weihnachtsmarkt auf den Breitscheidplatz 2016 zu Hilfe eilten, obwohl sie nicht wissen konnten, dass nicht noch ein Laster von einem Terroristen auf den Platz gelenkt wird.

Saack, dessen Landesfeuerwehrverband als langjähriger ideeller Partner der Messe die meisten der mehr als 100 Fachvorträge organisiert, hat auch das zweite Hauptthema auf seinem Tisch liegen: die Nachwuchsgewinnung. Dabei sei mit der Erfassung von rund 1000 Feuerwehrkindern neben den rund 12 500 Angehörigen der Jugendfeuerwehren eine Verbesserung eingetreten. Dennoch fehle es mancherorts immer wieder bei Freiwilligen Feuerwehren in der Tageszeit an Einsatzkräften. „Das ist ein riesiges Problem“, sagt Bundesamtspräsident Unger. „Wir glauben aber an das System und wollen zum Beispiel durch die Anschaffung neuer Technik Anreize schaffen“, fügt er an.

Landesbranddirektor Kraus, der auch mit Technik, etwa der bundesweit einmaligen Feuerwehr-App und einem vom Freistaat entwickelten Prototyp für ein „Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 10 Allrad“, aufwartet, sieht jede Feuerwehr für sich gefordert. Die rechtlichen Rahmen auch zur Einbeziehung älterer oder behinderter Kameraden seien in Sachsen weit gesteckt. Auch habe ein Untersuchung zutage gebracht, dass in vergleichbaren Städten eine Feuerwehr über fehlende Mitglieder klagt, die andere einen Aufnahmestopp verhängen muss. „So etwas liegt auch an den jeweiligen Feuerwehren“, sagt Kraus.

Von Uwe Hofmann

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