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Dresdner Feuerwehr kämpft mit Nachwuchssorgen

Ausbildung Dresdner Feuerwehr kämpft mit Nachwuchssorgen

Die Dresdner Berufsfeuerwehr hat Nachwuchssorgen. Nicht so sehr, weil qualifizierte Bewerber fehlen, sondern weil Ausbildungsplätze rar sind. Für 2018 hat man nur zwölf der 20 beantragten Azubi-Stellen bewilligt bekommen. Wenn das so weiter geht, kann Dresden nicht genügend Feuerwehrleute ausbilden.

Auf der Feuerwehrmesse Florian wird derzeit kräftig um Nachwuchs geworben.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Die Dresdner Berufsfeuerwehr hat Nachwuchssorgen. Nicht so sehr, weil qualifizierte Bewerber fehlen, sondern weil Ausbildungsplätze rar sind. In diesem Jahr haben noch wie geplant 18 angehende Brandmeister die Ausbildung begonnen, sagt Andreas Rümpel, Leiter des Dresdner Brand- und Katastrophenschutzamtes. Im nächsten Jahr habe man jedoch nur zwölf der 20 beantragten Azubi-Stellen bewilligt bekommen. Wenn das so weiter geht, kann Dresden nicht genügend Feuerwehrleute ausbilden, um das altersmäßige Ausscheiden verdienter Kameraden auszugleichen.

Der Grund dafür liegt auf Landesebene. Die Landesfeuerwehrschule kann mit ihren 70 Ausbildungsplätzen den landesweiten Bedarf an Feuerwehrnachwuchs nicht decken. „Es ist bundesweit so, dass jetzt gerade so eine Art Generationenwechsel stattfindet, den alle Feuerwehren spüren“, sagt Rümpel. Überall seien Ausbildungsplätze derzeit ein gefragtes Gut, nicht nur in Sachsen, wo 70 statt der benötigten 100 neuen Brandmeister ausgebildet werden.

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Zahlreiche Aussteller zeigen auf der Dresdner Messe, was es rund um die Feuerwehr an Neuigkeiten gibt. Unsere Fotografin hat sich ins Getümmel gestürzt.

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Wie damit umgehen? Darüber haben sich Rümpel und der Landesbranddirektor René Kraus am Donnerstag während eines Treffens auf der Feuerwehrmesse Florian die Köpfe zerbrochen. Ein Lösungsweg: Dresden bildet selbst aus. „Denn das Problem wird in den nächsten Jahren nicht besser“, wie der Dresdner Feuerwehrchef sagt. Ab 2018 müssten jährlich 22 neue Brandmeister ausgebildet werden, um die Planstellen bei Feuerwehr und städtischen Rettungsdiensten zu besetzen. Teile der Ausbildung oder gar die ganze zweijährige Lehre könnten in Eigenregie ablaufen. „Dafür muss dann allerdings auch in der Stadt die Möglichkeit geschaffen werden“, deutet Rümpel an, dass unerwartete Ausgaben auf die Stadtkasse zukommen können. Spruchreif sei das alles noch nicht. Dennoch würde der Feuerwehr-Chef gerne 2018 mit der Ausbildung von 20 Brandmeistern beginnen. Zentrum der Ausbildung, das betonen Rümpel wie Kraus, müsse aber die Landesfeuerwehrschule in Elsterheide bleiben.

Ein anderer Weg um Nachwuchssorgen zu begegnen wäre es, fertige Brandmeister anzuheuern. Die finde man inzwischen aber nicht mehr so leicht. Als vor zehn Jahren mal 20 Brandmeister gesucht wurden, gab es 480 Bewerber, unter denen das Brand- und Katastrophenschutzamt die besten herauspicken konnten. Zuletzt habe man bei einem erneuten Versuch 260 Bewerbungen bekommen. „Es wird schwieriger, genügend Potential zu bekommen, um eine Auswahl zu treffen“, sagt Rümpel. Der Punkt, an dem qualifizierte Bewerber fehlen, sei zwar noch nicht erreicht, aber man müsse mit dem Problem umgehen. Noch sei es noch nicht so weit, dass sich Feuerwehren gegenseitig die Kameraden abjagen.

Ein dritter Ansatz ist für Rümpel die Umstrukturierung der Ausbildung. In Dresden ist es üblich, dass Feuerwehrleute auch Rettungsdiensteinsätze fahren. Damit sie das können, brauchen sie seit einer bundesdeutschen Gesetzesänderung die Ausbildung zum Notfallsanitäter. „Das sind weitere drei Jahre, die sich an die Brandmeisterausbildung anschließen“, sagt Rümpel. Die Stadt ist inzwischen dazu übergegangen, Notfallsanitäter auszubilden und ihnen anschließend die Ausbildung zum Brandmeister schmackhaft zu machen. Einfacher wäre es, wenn wie früher eine berufsbegleitende Qualifizierung für Feuerwehrleute möglich wäre.

Beim Dresdner Brand- und Katastrophenschutzamt arbeiten derzeit laut Rümpel rund 720 Menschen, von denen etwa 650 in Feuerwehr, Rettungsdienst und Leitstelle mit dem Einsatzgeschehen zu tun haben.

Von Uwe Hofmann

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