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Dresdner Fernsehturm nie wieder offen?

Machbarkeitsstudie Dresdner Fernsehturm nie wieder offen?

Wer auch immer den Fernsehturm in Zukunft wieder eröffnen möchte, muss große Hürden nehmen. Die von Stadt, Land und Eigentümer in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie liegt den DNN vor und spricht eine deutliche Sprache. Zwar gibt es mehrere mögliche Varianten, doch keine überzeugt so richtig.

Wird der Dresdner Fernsehturm jemals wieder eröffnet?
 

Quelle: picture alliance / dpa

Dresden. Betreiber Telekom, die Stadt Dresden oder ein privater Investor – wer auch immer den Fernsehturm in Zukunft wieder eröffnen möchte, muss große Hürden nehmen. Die von Stadt, Land und Eigentümer in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie liegt den DNN vor und spricht eine deutliche Sprache. Zwar gibt es mehrere mögliche Varianten, doch keine überzeugt so richtig. Entweder steht die Wirtschaftlichkeit in Frage, oder der Umweltschutz spricht dagegen.

Grundlage für die Machbarkeitsstudie war das von Fernsehturmvereinsmitglied Klaus Martin erarbeitete Exposé, dass eine Seilbahn über das Elbtal und das Wissenschaftszentrum „Televersum“ am Fuße des Turms vorsieht. Geprüft wurden von den Experten aber auch einfache Varianten, beispielsweise nur der Betrieb mit Café in der Kuppel oder am Boden.

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Zukunftsvisionen um den Fernsehturm

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Den geringsten Eingriff in die Natur bietet laut Studie die mit rund 15,5 Millionen Euro auch günstigste „Variante 1a“ mit Turmcafé, geöffneter Aussichtsplattform und neuem Parkareal. Doch hier bräuchte es laut den Experten mindestens 230.000 Besucher pro Jahr, um die kalkulierten Betriebskosten von 1,4 Millionen Euro jährlich zu stemmen. „Diese Variante würde heutzutage nicht ohne Zuschüsse funktionieren und permanent Geld kosten“ sagt Eberhardt Mittag vom Fernsehturmverein.

Fernsehturm

Soll der Dresdner Fernsehturm wieder eröffnet werden?

Man solle nicht damit anfangen, kleine Brötchen zu backen, sondern Visionen für die nächsten 40 bis 50 Jahre verfolgen: „Dresden ist eine Wissenschaftsstadt. Wir entwickeln hier Werkstoffe, Technik und sogar Seilbahnen selber. Warum leben wir das nicht, sondern exportieren nur?“ Die Experten der für die Studie zuständigen Firma Grebner teilen diese Ansicht in Grundzügen. Bereits 450 000 Besucher im Jahr würden laut Studie eine solche Version am Laufen halten, maximal könnten Seilbahn und „Televersum“ rund 1,2 Millionen Touristen jährlich stemmen. Zudem hätte laut Mittag der Seilbahn-Bauer Doppelmayr bereits Interesse signalisiert.

Laut Studie seien sowohl eine Bergstation am Turm, als auch ein mögliches Wissenschaftszentrum mit Imax-Kino, Planetarium und Ausstellungsflächen technisch möglich, aber aufwendig, teuer und mit gewissen Risiken verbunden. Für die entsprechende „Variante 3“ veranschlagt die Studie rund 62 Millionen Euro, verweist aber aufgrund grober Schätzungen auf einen Spielraum von plus/minus 30 Prozent.

Doch die Kosten sind bei weitem nicht das ausschlaggebende Problem. Laut den Experten ist das nämlich die Natur, beziehungsweise der nötige Eingriff darin. Fast die gesamte Fläche rund um den Fernsehturm sowie das Areal der geplanten Seilbahn besteht aus Biotopen und Umwelt- oder Landschaftsschutzgebieten. Deshalb bestehe aufgrund der derzeitigen Bestimmungen und Gesetze keine Aussicht auf Realisierbarkeit der Version mit Seilbahn.

Dennoch spricht sich die Studie ganz klar für die Weiterverfolgung dieser „Variante 3“ inklusive Wissenschaftszentrum aus. Das würde laut den Experten für eine Strahlkraft weit über die Grenzen von Stadt und Land hinaus sorgen. Deshalb rege man generell einen neuen Gestaltungswettbewerb an, bei dem vor allem mit Blick auf den Umweltschutz und sensible Landschaftsräume qualitativ hochwertige Ideen entstehen sollen. Stadt und Land sollten außerdem verschiedene Förderrichtlinien durch Bund und EU prüfen, Möglichkeiten dazu gäbe es laut Studie einige.

Zudem könnte man sich perspektivisch auch über Gewisse Umweltschutzbelange hinwegzusetzen. „Hätten sich unsere Urväter an alle Bestimmungen gehalten, hätten wir heute keine Denkmäler“, so Fernsehturmvereinsmitglied Mittag. Zum konkreten Inhalt der Studie wolle er sich noch nicht äußern, da der Fernsehturmverein immer noch auf eine offizielle Vorstellung der Papiere wartet. „Ich kenne die Studie auch nur aus dem Medien“, so Mittag. „Doch was ich bisher hörte, stimmt uns positiv.“

Die Zuständigen von Stadt und Staatskanzlei wollten sich auf DNN-Anfrage noch nicht zum Inhalt oder zur Bewertung der Studie äußern. Man sei derzeit noch abschließend mit den Gutachtern und der Telekom im Gespräch. Zudem sei noch ein Nachtrag zur weiteren Untersuchung der Wirtschaftlichkeit in Auftrag gegeben worden. Man werde Fernsehturmverein und Bürger bei einer Pressekonferenz über die Ergebnisse informieren, sobald die Studie offiziell abgenommen sei. Ob die Stadt selbst Interesse am Betrieb des Fernsehturms hat, teilte Stadtsprecher Kai Schulz nicht mit.

Sebastian Burkhardt

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