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Lokales Dresdner Fernsehturm bald wieder offen?
Dresden Lokales Dresdner Fernsehturm bald wieder offen?
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14:11 22.03.2017
Alle Visionen nur Schall und Rauch? Eine Machbarkeitsstudie wird es zeigen.  Quelle: dpa-Zentralbild
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Dresden

 In wenigen Tagen ist es vorbei mit der „Luftgitarrenphase“, wie Klaus Martin vom Fernsehturmverein die vergangenen Wochen und Monate beschreibt. Dann wird Anfang April das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie von Stadt, Landesdirektion und Fernsehturm-Besitzer Telekom zeigen, ob einerseits die Luftschlösser vom „Televersum“ und der Seilbahn durchs Elbtal realisierbar sind und auf der anderen Seite, ob der Fernsehturm – auch wenn nur wie gehabt, inklusive Cafè – überhaupt wieder eröffnet werden kann.

Seit mehr als 12 Jahren kämpft der Fernsehturmverein nun schon für seine kühnen Visionen, die seit dem umfangreichen Exposé von Klaus Martin und dem Auftrag von Oberbürgermeister Dirk Hilbert im vergangenen Jahr, die 100.000 Euro teure Machbarkeitsstudie durchzuführen, immer konkretere Formen annehmen. Das Problem: es gibt keine potentiellen Investoren und auf der Agenda des Stadtrats spielte das Thema bislang eine eher untergeordnete Rolle. Das könnte sich mit dem Ergebnis der Machbarkeitsstudie aber schlagartig ändern.

Zukunftsvisionen um den Fernsehturm

„Wir sind seit Monaten dabei, die Idee in die Köpfe der Leute bekommen und in die Politik tragen“, sagte Klaus Martin am Dienstagabend bei der letzten von drei Podiumsveranstaltungen des Fernsehturmvereins. Diese tragen die Visionäre der „Wachwitzer Nadel“ seit vergangenem November aus und diskutieren dabei mit teilweise renommierten Ingenieuren, Professoren und Experten aus der Wirtschaft Ideen und Konzepte, passend zu ihren Visionen.

Mit Tourismus- und Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) nahm am Dienstagabend erstmals eine Lokalpolitikerin direkt an solch einer Veranstaltung teil. Sie sprach sich generell positiv gegenüber den Ideen des Vereins aus, plädierte aber für Realismus. So müsse man ein nachhaltiges Konzept entwickeln, dass in Dresdens Wissenschaft- und Kulturlandschaft passe. „Ich denke, dass das Ergebnis der Machbarkeitsstudie eine echte Diskussionsgrundlage bieten wird, um alle an einen Tisch zu bringen“, so Klepsch. Ein sogenanntes Werkstattverfahren, wie es in Dresden bei großen städtebaulichen Projekten üblich ist, wäre eine mögliche Option. Der Fernsehturmverein geht davon aus, dass der Turm samt „Scientainment“-Center, wie es in Paris, Chicago oder auch in Bremen zu finden ist, etwa 400.000 Besucher im Jahr anziehen würde. Laut Experten genügend Gäste, um ernsthaft den Bau einer Seilbahn in Betracht zu ziehen. Professor Reinhard Dietze, tätig bei d-consult und an der TU Dresden, brachte sogar die sogenannte „Supra Trans“ ins Spiel, eine neuartige Schwebebahn, die ohne Reibungswiderstand und elektrisch betrieben flach über den Boden schwebt. Das wäre insoweit spektakulär, da diese Weltneuheit an der TU Dresden konzipiert wird.

Matthias Gilbrich von der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen sieht im Gesamtkonzept des Fernsehturmvereins die Möglichkeit, die Strahlkraft Dresdens international deutlich zu erhöhen. Er gab aber zu bedenken, dass es schwierig sei, die Besucherzahlen bei solch einer Attraktion dauerhaft hoch zu halten. Beispiele aus anderen Region zeigten, dass sich nach fünf Jahren meist eine Phase der Ernüchterung einstelle. Zudem müsse eine Komplettlösung her: „Es kann nur alles zusammen funktionieren: Turm, Science Center und Seilbahn.“

Neben der ungeklärten Finanzierungsfrage, immerhin müssten unzählige Millionen investiert werden, gilt es auch die Frage zu klären, ob sich die Dresdner eine Seilbahn quer durch das Elbtal (eine mögliche Talstation wäre Ecke Salzburger Straße/Pirnaische Landstraße) vorstellen könnten.

Der Fernsehturmverein wünscht sich indes, unabhängig vom Ausgang der Machbarkeitsstudie, mehr Unterstützung von Seiten der Politik. Die Mitglieder übergaben am Dienstagabend einen offenen Brief an die Kulturbürgermeisterin, indem sie eine Beachtung des Fernsehturms für die Bewerbungs als Kulturhauptstadt 2025 erbitten.

Von Sebastian Burkhardt

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