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Lokales Dresdner Doktorandin erforscht Wirkung von Akupunktur bei Zahnarztphobie
Dresden Lokales Dresdner Doktorandin erforscht Wirkung von Akupunktur bei Zahnarztphobie
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17:01 25.01.2017
Dr. Bettina Hauswald zeigt Doktorandin Henriette Scheibner, wo die Akupunkturnadeln angebracht werden müssen. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Richtig gern geht wohl niemand zum Zahnarzt. Bei einigen Menschen aber löst das Geräusch des Bohrers und der Geruch der Praxis nicht nur Unwohlsein aus. Etwa 15 Prozent der Bevölkerung leiden unter Zahnarztangst, der Gang zum Mediziner wird zum unvorstellbaren Gedanken. Schaffen sie es doch in den Behandlungsstuhl, machen sie den Mund nicht auf oder entwickeln einen ausgeprägten Würgereiz. Behandlungen unter Vollnarkose – und damit mit einem erhöhten Risiko – sind die Folge. Inwieweit den Betroffenen mithilfe von Akupunktur geholfen werden kann, ist Inhalt einer Doktorarbeit, die Henriette Scheibner am Dresdner Uniklinikum plant.

Die 24-Jährige ist Zahnärztin und während ihres Studiums auf das Thema Akupunktur aufmerksam geworden. Unterstützung bei ihrem Vorhaben erhält sie von der Allergologin und Akupunkturexpertin Dr. Bettina Hauswald, die ihr das richtige Setzen der Nadeln beibringt. „Dass Akupunktur bei Zahnarztangst hilft, ist erwiesen. Die Frage ist aber, warum“, erklärt die Doktorandin. Stimuliert man spezielle Punkte – etwa die „vier klugen Götter“ auf dem Kopf oder eine Stelle am Kinn – wird der Würgereiz unterdrückt, die Patienten entspannen sich und haben weniger Angst.

So weit, so klar. Welche Mechanismen dahinter stecken, ist bisher aber nicht bekannt. „Es gibt die Vermutung, dass Akupunktur einen Placebo-Effekt hat“, sagt Henriette Scheibner. Dass würde bedeuten, dass Nadeln nicht an bestimmte Punkte gesetzt werden müssen, sondern bereits deren Einsatz irgendwo am Körper reicht, um eine Besserung zu erzielen. Die 24-Jährige möchte deshalb untersuchen, woher die Wirkung tatsächlich kommt und worin der Unterschied besteht. Dafür wird sie im Rahmen einer Studie bei den Teilnehmern sowohl spezielle als auch falsche Punkte akupunktieren, um die Reaktionen zu erfassen. Im März möchte sie damit beginnen, sechs Monate lang soll die Studie durchgeführt werden.

Damit Henriette Scheibner zu der Thematik forschen kann, sucht sie mindestens 30 Probanden, die sich beteiligen. So ganz leicht ist das für die Doktorandin nicht, da Zahnarztangst-Betroffene selten in Praxen anzutreffen sind. Wer Henriette Scheibner auf ihrem Weg zum Doktortitel unterstützen möchte, sollte zwischen 18 und 64 Jahre alt sein, keine organischen oder psychischen Erkrankungen haben und unter Angst vor zahnärztlichen Behandlungen leiden. Kostenfrei erhalten die Teilnehmer dann zwölf Akupunkturbehandlungen.

Interessierte können sich bei Henriette Scheibner per Mail an studie.zahnarztangst@web.de melden.

Von Christin Grödel

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