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Dresdner Dieb mit der eigenen Lagerhalle steht vor Gericht

Eigenes „Warenhaus“ Dresdner Dieb mit der eigenen Lagerhalle steht vor Gericht

Geklaut wird in Dresden viel und so ziemlich alles. Polizisten sind da kaum noch zu beeindrucken. Als sie aber im Februar dieses Jahres eine Lagerhalle auf der Meschwitzstraße öffneten, fielen sie aus allen Wolken. Der größte Fund von Diebesgut, den die Dresdner Polizei je gemacht hat, wird nun vor Gericht verhandelt.

Kriminalhauptkommissar Jürgen Leistner mit Schusswaffen die aus einem Geschäft in der Altstadt gestohlen wurden.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Geklaut wird in Dresden viel und so ziemlich alles. Polizisten sind da kaum noch zu beeindrucken. Als sie aber im Februar dieses Jahres eine Lagerhalle auf der Meschwitzstraße im Dresdner Norden öffneten, fielen sie aus allen Wolken. Was das Kommissariat 21 – das Einbruchskommissariat – dort entdeckte, versetzte selbst alteingesessene Beamte in Staunen: Ein Lager mit mehr als 1000 Einzelgegenständen. Der größte Fund von Diebesgut, den die Dresdner Polizei je gemacht hat. „Ich bin seit 1992 in diesem Kommissariat“, sagte damals der Erste Kriminalhauptkommissar Jürgen Leistner, „aber so etwas haben weder ich noch meine Kollegen je gesehen“. Die Halle war rappelvoll mit gestohlenen Waren, die Christian L. über Jahre hinweg angehäuft haben soll. Dort fanden sich Motorräder, Handys, Schmuck, Unterhaltungselektronik, Werkzeugen, Maschinen, Kameras, Klamotten, Kosmetika, Möbel, Waffen, und, und, und – sogar eine vergoldete Kalaschnikow.

Jetzt muss sich der 33-Jährige nun vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Der Angeklagte hatte die Halle extra angemietet, um dort sein Diebesgut zu horten. Seit 2011 soll er allein oder mit anderen Tätern auf Beutezug durch Dresden gegangen sein. Bevorzugte Objekte waren Firmen, Büros, Bürogemeinschaften, Läden und Geschäfte. Geklaut wurde alles, was nicht niet- und nagelfest war – von der Friseurschere bis zum Auto.

Christian L. legte Wert auf Qualität und wusste was gut und teuer war – Ramsch kam ihm nicht in die Halle. Bei ihm fanden sich keine 08/15-Klamotten, sondern Nobelmarken – von Armani bis Lagerfeld. Die Kosmetik stammte auch nicht vom Discounter, sondern aus exklusiven Geschäften. In der Liebscher Blattgold GmbH an der Dohnaer Straße ließ man Blattgold für 30 000 Euro mitgehen.

Gern wurden auch Tresore geknackt und Bargeld, Schlüssel und Dokumente geklaut. Selbst Konzertkarten, zum Beispiel für Herbert Grönemeyer oder Roland Kaiser, wurden gestohlen. Einer Band wurden aus ihrem Probenraum die Instrumente entwendet. Auch 130 Dosen Red Bull aus einer Firmenlagerhalle bekamen Flügel und selbst einem Waffengeschäft in der Altstadt stattete man einen Besuch ab und ließ 20 Schusswaffen mitgehen.

65 Vorwürfe umfasst die Anklage. Der Gesamtschaden der Diebstähle beläuft sich auf rund 800 000 Euro. Ob Christian L. bei jedem der Diebstähle persönlich dabei war oder einige der Waren, die in seiner Halle gefunden wurden, gehehlt hat, muss nun die Kammer klären, genauso wie die Frage, wie das Diebesgut weiter verkauft wurde. Zunächst sind 16 Verhandlungstage angesetzt.

Auf den fleißigen Dieb wurde die Polizei im Januar aufmerksam, als man ihn mit einem Komplizen in einem gestohlenen Audi Q5 stellte. Der Mann war für Polizei und Justiz kein Unbekannter. Seit 1997 war er, vor allem wegen Diebstählen, immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Von Monika Löffler

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