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Lokales Dresdner Cafés werben für Mehrwegbecher
Dresden Lokales Dresdner Cafés werben für Mehrwegbecher
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14:24 29.09.2017
Eigener Becher willkommen: Mathias Möbius und Eva Jähnigen werben für die Aktion.   Quelle: Stephan Lohse
Dresden

 Mehr als 70 Cafés, Restaurants und Geschäfte in Dresden werben künftig für den Kaffee im Mehrwegbecher. Mit einer grünen Plakette können sie künftig zeigen, dass die Besucher ihr Heißgetränk zum Mitnehmen nicht zwingend im Einweg-Pappbecher trinken müssen. Der Vorteil für den Gast: Er spart bares Geld.

Mehr als 70 Cafes, Restaurants und Geschäfte in Dresden werben künftig für den Kaffee im Mehrwegbecher. Mit einer grünen Plakette können sie künftig zeigen, dass die Besucher ihr Heißgetränk zum Mitnehmen nicht zwingend im Einweg-Pappbecher trinken müssen.

Im Durchschnitt 20 Cent Rabatt geben die Anbieter, wenn der Kunde seinen Becher selbst mitbringt. Das hat für die Geschäfte Vorteile: Sie sparen sich nicht nur die Kosten für Becher und Deckel, sondern auch Platz, an dem sonst Becher lagern würden. Der Kunde hat dafür einen Kaffee, an dem er sich nicht die Finger verbrennt und der trotzdem lange warm bleibt – und nicht zuletzt freut sich die Stadt. Denn die muss sich nicht mehr um so viel Müll kümmern.

Viele Verkaufsstellen machen schon mit

Die vielen Einwegbecher seien zum einen ein Umweltproblem und zum anderen ein Problem von Ordnung und Sauberkeit, sagt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne). Daher hatte die Stadt im Sommer mehr als 500 potenzielle Anbieter von Mitnehm-Getränken angeschrieben und um ihre Meinung gebeten. Von denen die antworteten, erlauben bereits 61 Prozent einen mitgebrachten Mehrwegbecher, 22 Prozent überlegen noch, nur 17 Prozent lehnen das Konzept ab, unter anderem aus hygienischen Gründen.

Mehrwegbecher willkommen - diese Geschäfte machen mit (551,8 kB)

„Wie viele Aufkleber kriegen wir denn?“, war die erste Frage, die Antje Göbel, Verkaufsleiterin bei der Bäckerei Möbius am Postplatz, hatte. 20 Cent Rabatt gibt es bei Möbius pro Heißgetränk. Das sei in etwa die Summe, die das Unternehmen pro Becher auch einspare. 250.000 Einwegbecher brauche Möbius im Jahr, berichtet Geschäftsführer Mathias Möbius. „Das ist eine Hausnummer“. Daher bietet die Kette seit 2016 auch einen eigenen Mehrwegbecher an. Und auch die Brötchen müsse kein Kunde in Plastiktüten mit nach Hause nehmen. 1000 bis 2000 Baumwollbeutel verkaufe Möbius pro Jahr.

Starbucks Dresden bietet Extra-Rabatt

„Wir freuen uns, dass das jetzt auch in Dresden ein Thema ist“, sagt Dirk Linsen, District Manager bei Starbucks in Dresden. Seit 2002 bietet die Kaffee-Kette schon an, dass sich die Gäste ihren Mitnehm-Kaffee in den Mehrwegbecher abfüllen lassen können, 30 Cent Rabatt gibt das Unternehmen dafür. Das sei deutlich mehr als Starbucks einspare, betont er. Man wolle dem Kunden einen echten Vorteil bieten, erklärt Linsen. So könne Starbucks mithelfen, Müll zu vermeiden. Bisher würden rund fünf bis zehn Prozent der Kunden das nutzen, vor allem Stammkunden auf dem Weg zur Arbeit. Am Wochenende, wenn vor allem Touristen ihren Kaffee kaufen, sinke die Quote deutlich.

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Kaffee zum Mitnehmen liegt im Trend. Dresden will die Geschäfte unterstützen, die statt Einwegbechern auch Mehrwegbecher unterstützen.

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Im kommenden Jahr will das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft das Engagement gegen den Bechermüll intensivieren. Dessen Mitarbeiter haben dafür nicht nur die Anbieter angeschrieben, sondern sich auch durch die Papierkörbe in der Stadt gewühlt: Drei Wochen lang haben die Mitarbeiter des Amtes genau geschaut, wo die Einwegverpackungen ein Problem sind und wo nicht. Bis Ende Oktober sollen die Daten ausgewertet sein, sagt Thomas Kügler, Abteilungsleiter im Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft. Im Frühjahr, wenn es die Menschen wieder verstärkt an die Sonne zieht und die Müllbehälter wieder überquellen, sind dann punktgenaue Aktionen geplant, die den Verbrauch der Einwegbecher eindämmen sollen.

Von Stephan Lohse

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