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Lokales Dresdner Busbahnhof: Baubürgermeister präferiert Wiener Platz
Dresden Lokales Dresdner Busbahnhof: Baubürgermeister präferiert Wiener Platz
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04:00 24.02.2017
Der Fernbushalt am Hauptbahnhof reicht nicht aus. er ist zu klein und unkomfortabel.  Quelle: Anja Schneider
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Dresden

 Der Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Bau und Verkehr von Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) befürwortet den Bau eines Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) auf der Westseite des Wiener Platzes am Hauptbahnhof. Das geht aus einem Variantenvergleich hervor, den Schmidt-Lamontain jetzt den Stadträten vorgelegt hat. Dabei haben die Stadtplaner die Bayrische Straße, die Ostseite des Wiener Platzes, die Westseite des Wiener Platzes, den Schlesischen Platz am Bahnhof Neustadt, den Flughafen Klotzsche und das Umfeld des Elbeparks untersucht.

Gegen Flughafen und Elbepark spricht vor allem die Lage. Laut dem Variantenvergleich wünschen sich die Verkehrsunternehmen eine Innenstadtlage, die auch aus ökologischen Gesichtspunkten zu empfehlen sei. Fernbusse würden auch in den Nachtstunden in Dresden eintreffen. Seien die Reisenden dann wie in Klotzsche zwischen 23.30 und 4 Uhr vom Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) abgeschnitten, seien sie auf Autos angewiesen, um ihr Ziel in der Stadt zu erreichen.

Dresden rungt noch immer um einen Fernbusbahnhof. Nun hat die Stadt verschiedene Standorte untersucht. Wir zeigen, was für und was gegen die untersuchten Orte spricht.

Anders die Westseite des Wiener Platzes, die eine Zusammenführung aller ÖPNV-Verkehrsträger mit Eisenbahnfern- und regionalverkehr, Busfern- und regionalverkehr sowie Straßenbahnverkehr biete. Die Wege zu den Bahnsteigen seien kurz, ebenso zur Straßenbahn und auch zur Tiefgarage Wiener Platz. Bahnbrechend neu sind die Erkenntnisse nicht – genau wegen dieser Vorzüge hat der Stadtrat mehrfach die Errichtung eines ZOB an der Westseite des Wiener Platzes beschlossen. Für Grunderwerb, Planungskosten sowie die Bauvorbereitung seien bereits 2,7 Millionen Euro geflossen.

Die Ostseite des Wiener Platzes falle dagegen aus den Überlegungen heraus, weil die Busse die Straßenbahngleise überqueren müssten. Bei einer Belegung mit drei Linien jeweils im Zehn-Minuten-Takt erscheine dies nicht umsetzbar. Der jetzige Fernbushalt an der Bayrischen Straße weise eine Reihe von Problemen auf, die nur dann grundsätzlich gelöst werden könnten, wenn die Straße zwischen Fritz-Löffler-Straße und Bergstraße für den Individualverkehr gesperrt würde. Dann wäre allerdings die Andienung des Hauptbahnhofes unmöglich – ein gewichtiges Argument gegen diese Variante.

Eine langfristige Lösung für den Neustädter Busbahnhof sei noch nicht gefunden, die Verwaltung überdenke derzeit, wie den Wünschen der Busunternehmen nach Haltestellen nachgekommen werden könne. Es gebe weder Beschlüsse noch Planungen für den Schlesischen Platz, der auch nicht besonders viel Platz für einen ZOB biete.

Gegenwärtig gibt es laut den Angaben 120 Ankünfte und Abfahrten an der Bayrischen Straße mit über 5000 Fahrgästen. Bis 2020 werde eine Steigerung auf mindestens 180 Ankünfte und Abfahrten im Fernbusverkehr vorhergesagt. Deshalb würden zehn Haltestellen für den Fernbusverkehr und fünf Haltestellen für den Regionalbusverkehr benötigt. In der Vorlage weist der Geschäftsbereich von Schmidt-Lamontain darauf hin, dass der Betrieb des ZOB nicht kostendeckend erfolgen könne. Die Busunternehmen würden pro Abfahrt eine Gebühr zwischen fünf und 15 Euro zahlen. Diese Nutzungsentgelte würden die Betriebskosten aber nur teilweise decken.

Die SPD-Fraktion im Stadtrat lädt am 16. März um 18 Uhr zu einer Diskussionsveranstaltung „neuer Fernbus-Bahnhof für Dresden“ ins Enso-City-Center an der Bayrischen Straße ein.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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