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Lokales Dresdner Bierstube bald heimatlos - Klub Neue Mensa befürchtet große Verluste während der Mensasanierung
Dresden Lokales Dresdner Bierstube bald heimatlos - Klub Neue Mensa befürchtet große Verluste während der Mensasanierung
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17:49 09.09.2015
Lutz Klatt, Geschäftsführer vom Klub Neue Mensa, betreibt auch das Café B'liebig an der Liebigstraße und das Restaurant Campus an der Hübnerstraße. Quelle: Christian Juppe

"Acht bis zehn feste Arbeitsplätze hängen daran. Hinzu kommen 50 geringfügig beschäftige Studenten, die sich hier ihr Studium finanzieren", sagt Klatt. Seiner Meinung nach hat das Studentenwerk diese Dimensionen nicht begriffen. "Die denken, dass wir nur ein kleiner Studentenclub sind", ärgert sich der 54-Jährige.

Noch ist die Bierstube zwar geöffnet, aber das ändert sich sofort, wenn die Sanierung der Neuen Mensa in der Bergstraße beginnt. Obwohl noch niemand weiß, wann es soweit ist, hat das Studentenwerk bereits vorsorglich den Mietvertrag zum 30. September gekündigt. "Ich wurde gemeinsam mit den anderen Vorstandsmitgliedern des Klubs Neue Mensa Anfang März ins Studentenwerk einbestellt. Dort sagte man uns kurz und schmerzlos, dass Ende September Schluss ist", erinnert sich der Geschäftsführer.

Die Art und Weise habe ihm und seinen Mitstreitern nicht gefallen. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass sie uns ohne jede Vorwarnung so vor den Kopf stoßen", ärgert sich Klatt. Bei dieser Gelegenheit teilten ihnen die verantwortlichen Mitarbeiter auch mit, dass in der Interimsmensa in der Nürnberger Straße, die ab Herbst die Essensversorgung übernehmen soll, kein Platz für die Bierstube sei. "Bei früheren Planungen, als Prof. Pörtner noch Geschäftsführer des Studentenwerkes war, wurden wir immer mit einbezogen. Als es jetzt ernst wurde, war keine Rede mehr davon", sagt Klatt.

Beim Studentenwerk versteht man die ganze Aufregung nicht: "Ja, das Studentenwerk Dresden hat den Klub Neue Mensa in die Planung der Übergangsmensa nicht einbezogen, da die Planung von Mensen nicht in das Tätigkeitsfeld eines Studentenclubs fällt. Falsch ist allerdings die Darstellung, dass das Studentenwerk den Club bei der Suche nach Alternativen nicht berücksichtigt hätte", sagt der Fachbereichsleiter Kultur, Rainer Freckmann. Dem Klub Neue Mensa seien im November 2013 die Räume des bisherigen Clubs New Feeling auf der Budapester Straße angeboten worden. Dieses Angebot hätten die Clubmitglieder aber abgelehnt, weil sich die Räume nicht in unmittelbarer Nähe zum Campus befinden. Andere Räume stünden dem Studentenwerk derzeit nicht zur Verfügung, so Freckmann.

In dieser schwierigen Situation blieb Lutz Klatt und allen anderen Mitgliedern vom Klub Neue Mensa nichts weiter übrig, als sich anderweitig umzusehen. "Durch die Freiberger Brauerei haben wir erfahren, dass das Café B'liebig in der Liebigstraße ab 1. März einen neuen Betreiber sucht. Diese Chance haben wir genutzt", so Klatt. Gleiches gilt für das Restaurant Campus in der Hübnerstraße. Hier übernahm der Klub Neue Mensa im April das Ruder. Auf diese Weise hat sich der Club zusätzlich zu der seit 2007 in der Neustadt bestehenden Kneipe Stilbruch weitere Standbeine aufgebaut.

Ob sich damit der temporäre Verlust der Bierstube kompensieren lässt, weiß Lutz Klatt trotzdem nicht. Zu wichtig ist sie für die Einnahmen des Clubs. "Die beiden neuen Objekte sind nicht so zentral wie die Bierstube. Vor allem im Café B'liebig ist die Besucherfrequenz deutlich niedriger. Außerdem gibt es weniger Sitzplätze", erklärt Klatt. Hinzu kommt eine erheblich höhere Miete. "Während uns das Studentenwerk bei der Bierstube mit der Miete entgegenkommt, müssen wir für die anderen Objekte reguläre Marktpreise zahlen. Das Bier kostet deshalb statt zwei in der Regel 2,90 Euro, sagt Klatt.

Nach Angaben des Studentenwerkes hat es den Club von 2007 bis 2013 mit insgesamt 17 000 Euro gefördert und auf diese Weise neben der subventionierten Miete Anschaffungen und Veranstaltungen ermöglicht. Aus diesem Grund hofft Lutz Klatt auch, dass die Bierstube nach der Sanierung der Neuen Mensa wieder zurückkehren darf. Von Seiten des Studentenwerkes gibt es diesbezüglich keine Einwände. Nach bisherigen Planungen sei das der Fall, sagt Pressesprecherin Heike Müller. Auch in anderer Hinsicht zeigt sich die Einrichtung großzügig. "Nachdem uns der Vertrag gekündigt wurde, haben wir uns erfolgreich um eine Sondernutzungsvereinbarung bemüht. Diese erlaubt es uns, auch nach dem 30. September mit der Bierstube solange in der Mensa zu bleiben, bis die Sanierung tatsächlich losgeht", freut sich Klatt. Die Fristen für die Räumung seien dann zwar sehr viel kürzer, aber das gehe schon in Ordnung, denkt der Geschäftsführer.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.08.2014

Stephan Hönigschmid

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