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Lokales Dresdner Betriebe sparen durch Umweltinitiative
Dresden Lokales Dresdner Betriebe sparen durch Umweltinitiative
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17:53 09.09.2015
Die Röhrenrutsche im Arnholdbad aufgenommen mit einer Wärmebild-Kamera. Die Thermografie zeigt, wo noch Wärme nach außen dringt (helle Stellen). Quelle: Gicon

So sparen die 24 Firmen, die sich an der jüngsten Dresdner "Ökoprofit"-Runde beteiligten, in Summe nun pro Jahr 5,8 Kilowattstunden Wärmeenergie und Strom ein - und 828 400 Euro Betriebsausgaben.

"Manchmal sind es nur ein paar kleine organisatorische Veränderungen und ein paar Euro Ausgaben, die große Wirkung haben", betont Hagen Hilse von der Dresdner Ingenieurgesellschaft "Gicon", die im städtischen Auftrag Ökoprofit-Projekte betreut. "In einem Fall waren es zwei zusätzliche Abfalleimer und der Appell an die Mitarbeiter, den Müll zu trennen - in der Folge hatte das Unternehmen 800 Euro weniger Entsorgungskosten pro Jahr. Oder es sind nur ein Photosensor und Dimmschalter für ein paar Euro, die dafür sorgen, dass die Beleuchtungskosten im Lager sinken", sagt Hilse.

Oft bedürfe es nur weniger Anstöße geschulter Ökoprofit-Experten, damit Belegschaft und Management selbst Spar- und Öko-Potenziale finden. "Mittelständler konzentrieren sich oft ganz auf ihre Kernkompetenzen, auf ihre Produkte - und haben im normalen Geschäft einfach keine Zeit, sich um solche ,Kleinigkeiten' Gedanken zu machen."

Erdacht haben diese Initiative die Österreicher: Anfang der 1990er Jahre entwickelten die Stadt und die Uni Graz das "Ökologisches Projekt Für Integrierte Umwelt-Technik" (Ökoprofit). Im Kern werden dabei Mitarbeiter lokaler Unternehmen und öffentlicher Einrichtungen in Seminaren und Einzelberatungen darin geschult, ökologische Schwachstellen und unnütze Kleinausgaben im Betrieb zu finden und einen Katalog bewährter Sparvorschläge abzuarbeiten, um Strom- und Wärmeverbrauch und Abfallaufkommen zu senken - eine Politik vieler kleiner Schritte, die in der Summe die Umwelt senkt und Kosten reduziert.

Dank Subventionen kostet die Teilnahme den einzelnen Betrieb nur zirka 2500 Euro. Die angestoßenen Investitionen müssen die Unternehmen zwar selbst tragen und amortisieren sich oft erst nach zehn Jahren. Aber: "Dabei handelt es sich meist um Anlageninvestitionen, die ohnehin irgendwann fällig gewesen wären", sagt Hilse. "Nur dass Ökoprofit eben dafür sorgt, dass eine etwas umweltfreundlichere Variante gekauft wird oder gewisse Ausgaben vorgezogen werden."

Die Umwelttechnologie-Firma DAS zum Beispiel - ein wichtiger Zulieferer der Dresdner Chipindustrie - hat im Zuge von Ökoprofit den Druck im hausinternen Wassersystem von sechs auf vier Bar gesenkt - und spart so 200 Euro und 1000 Kilowattstunden pro Jahr. Die Kosmikfirma Charlotte Meentzen leuchtet ihren Parkplatz jetzt mit LED-Lampen inklusive Dimm-Schaltung aus. Dies kostete 4900 Euro, bringt aber einen jährlichen ökologischen Nutzen von 3800 Kilowattstunden beziehungsweise 2,17 Tonnen Kohlendioxid und einen ökonomischen Nutzen von 532 Euro. Das städtische Arnhold-Bad wiederum analysierte durch Wärmekamera-Aufnahmen Wärmelecks. Eine Überarbeitung der Glasfassade ist nun in Vorbereitung. Bereits umgerüstet wurden einige Leuchten und Umwälzpumpen, was fast 30 000 Euro Betriebskosten pro Jahr spart.

Hinzu kommen ideelle Vorteile von Ökoprofit: So erhalten die Firmen am Ende ein Zertifikat. "Manche nehmen nur wegen dieser Urkunde teil, weil viele internationale Auftraggeber ein Umweltmanagement von ihren Zulieferern fordern", betont Hilse. Zudem sei Ökoprofit stets kommunal organisiert, sprich: Die Firmen haben die Gewähr eines seriösen Vorgehens und profitieren von der Öffentlichkeitsarbeit der Kommune. "Und für eine Stadt wie Dresden, die mit einem integrierten Energie- und Umweltschutzkonzept etwas bewegen will, ist Ökoprofit eine der wenigen Möglichkeiten, direkt auf die Umweltbemühungen der freien Wirtschaft Einfluss zu nehmen."

Heiko Weckbrodt

iMehr Infos über Ökoprofit in Dresden im Netz: www.dresden.de/oekoprofit

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.07.2013

Heiko Weckbrodt

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