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Lokales Dresdner Behörden sollen sich für Integration besser vernetzen
Dresden Lokales Dresdner Behörden sollen sich für Integration besser vernetzen
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11:00 24.06.2018
Alle an einem Tisch statt langwieriger Briefverkehr: Das neue Angebot soll Integration beschleunigen. (Symbolbild) Quelle: dpa
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Dresden

In Dresden hat ein Fachinformationszentrum Zuwanderung die Arbeit aufgenommen. „Wir informieren, koordinieren und beschleunigen Prozesse und leisten damit einen Beitrag zur gelingenden Integration“, freute sich Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Linke) bei der feierlichen Eröffnung der Einrichtung im Jobcenter in Dresden an der Budapester Straße. Dresden trete damit in die Fußstapfen von Leipzig, wo das bislang sachsenweit einzige Zentrum dieser Art bereits erfolgreich arbeite.

„Das geht viel schneller als mit langem Schriftverkehr.“

Das von Arbeitsagentur und Jobcenter in Dresden sowie der Landeshauptstadt und dem IQ-Netzwerk (Integration durch Qualifizierung) initiierte Projekt richtet sich vor allem an Arbeitgeber, Unternehmen und Personalverantwortliche, Agenturen für Arbeit, Jobcenter, Verwaltungen und Behörden sowie weitere Beratungsanbieter. Dabei stehen die kurzen Wege für den Austausch von Erfahrungen, Abstimmungen und die Beratung von Problemen im Mittelpunkt. Eine neue Entscheidungsstruktur wird damit nicht geschaffen.

In Leipzig gebe es beispielsweise viele Fragen von Pflegeeinrichtungen zum Einsatz von Zugewanderten, schilderte Kay Tröger von IQ-Netzwerk ein Beispiel. In einem anderen Fall sei am Tisch zwischen verschiedenen Behörde in kurzer Zeit geklärt worden, ob bei einem Migranten eine Qualifizierung möglich ist. „In 20 Minuten war alles geklärt, das geht viel schneller als mit langem Schriftverkehr.“

Das Informationszentrum soll den Blick auf die Potenziale der Zuwanderung lenken, erklärte Rudolf Bünte von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Schon derzeit seien auf dem deutschen Arbeitsmarkt 1,1 bis 1,2 Millionen Stellen unbesetzt. Bis 2030 sinke die Zahl der potenziellen Erwerbspersonen in Deutschland um sechs Millionen Menschen. Das Flüchtlingsthema habe deshalb nicht nur eine innen- und sicherheitspolitische Seite, sondern auch eine integrationspolitische. Bislang entstehe leider medial meist der Eindruck, Zuwanderung sei hauptsächlich ein Problem und es gehe vor allem um „die Frage, wie organisieren wir am besten die Abschiebung“.

„Fehlende Perspektiven machen Probleme, Integration schafft Perspektiven“

Thomas Wünsche Quelle: DNN-Archiv

„Die Unternehmen haben zunehmend Probleme mit der Besetzung freier Stellen“, erklärte der Chef der Dresdner Arbeitsagentur, Thomas Wünsche. Die Qualifizierung von Arbeitslosen, die Mobilisierung der stillen Reserve oder die Integration von Behinderten werde für die Arbeitskräftenachfrage nicht reichen. „Wir müssen aber die Leistungsfähigkeit der Unternehmen erhalten, das geht nur mit der Zuwanderung von Fachkräften“, betonte Wünsche. „Es tut manchmal weh, wenn über Zuwanderung geredet wird, als würde jemandem etwas weggenommen“. Das sei „totaler Blödsinn“, fügte Wünsche hinzu.

Auch Jan Pratzka, Geschäftsführer des Jobcenters Dresden, erklärte, „niemandem wird etwas weggenommen“. Seine Behörde kümmert sich um alle Menschen, die Grundsicherung erhalten. Neben Landzeitarbeitslosen sind das auch erwerbstätige und selbstständige Menschen, deren Einkommen zu niedrig sind. Insgesamt seien es derzeit 32168 Menschen in Dresden, 4,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Darunter seien 24,8 Prozent Ausländer, 16,3 Prozent mehr als 2017.

Trotz steigender Migrantenzahl sei die Gesamtzahl zurückgegangen, seien weniger Menschen in Dresden auf Grundsicherung angewiesen. „Fehlende Perspektiven machen Probleme, Integration schafft Perspektiven“, erklärte Pratzka. Dazu soll das Informationszentrum beitragen. „Ich freue mich, dass wir in Leipzig Fußstapfen treten“, sagte Sozialbürgermeisterin Kaufmann.

Von Ingolf Pleil

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