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Dresdner App-Firma will Vorlesungen digitalisieren

Dresdner App-Firma will Vorlesungen digitalisieren

Welcher Kreative kennt das nicht: Der große Schreibtisch ist übersät mit Notizzetteln, handschriftlichen Aufzeichnungen, Büchern, nicht zu vergessen die elektronischen Unterlagen, die alle zu einem sinnvollen Ganzen gefügt werden wollen.

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Rene Phan (l.) und Florian Berninger arbeiten auf dem TU-Campus an einem Programm für Tablettrechner, das Studenten das Lernen leichter machen soll.

Quelle: Christian Juppe

Chaos-Alarm! Doch wie heißt es so schön im Tablet-Zeitalter? Dafür gibt's eine App - ein Miniprogramm für mobile Rechner.

An der programmieren derzeit die "TimesThreeApps"-Gründer René Phan, Florian Berninger und Jacob Focke noch fleißig herum. Denn "Arunda" soll bald dafür sorgen, dass jeder Nachwuchsakademiker gleich mehrere fein sortierte Schreibtische virtuell mit sich herumtragen und mit in den Hörsaal schleppen kann - und dies im Format eines A4-Papierblocks.

"Als Mathe-Studenten haben wir von der Tafel abgeschrieben, was uns dort der Professor aufgeschrieben hat. Wenn man diese Papiermitschriften mit Kommilitonen teilen oder sich auf Prüfungen vorbereiten wollte, wurde es schnell kompliziert", erzählt Phan über die Wurzeln des jungen Unternehmens, das seinen Sitz noch im Willersbau der TU hat. "Die Idee war: Heutzutage haben ohnehin viele Studenten ein iPad oder ein anderes Tablet. Darauf kann man doch einen ganzen Schreibtisch oder gleich mehrere abbilden."

Dabei ist "Arundo" mehr als nur ein Programm für handschriftliche Notizen, von denen es für das iPad schon einige gibt. Die App zählt eher zur Sparte "Wissensmanagement", verknüpft Ideen, Notizen, Abbildungen und andere Dokumente zu einer "Mindmap". Dabei handelt es sich um eine Art "Gedankenwolke" auf dem oberen Teil des Tablet-Bildschirms, die wie ein Blasennetz Argumentationsstränge zum Beispiel für eine geplante wissenschaftliche Abhandlung sammelt. Und jeder Fakt in der Kette ist mit beweiskräftigen Dokumenten verknüpft, die der Student gesammelt hat und die er fortan per Fingergeste immer wieder aufrufen kann, seien es nun Vorlesungsnotizen, Internetseiten, eBuch-Passagen oder Fotos.

Besonders stolz sind die Jung-Mathematiker auf ihren elektronischen Notizblock für Digitalstifte, den sie so programmiert haben, dass auch Formelzeichnungen und Winzig-Mitschriften kein Problem mehr sein sollen. Zudem wandelt die App auf Wunsch Vorlesungsnotizen in digitale Karteikarten um und fragt den Nutzer damit vor Prüfungen ab. Auch Taschenrechner und andere Hilfsmittel des akademischen Alltags sind an Bord - all das eben, was man auch auf einem klassischen Schreibtisch findet, nur dass der eben in keinen Hörsaal passen würde.

"Unsere Zielgruppe sind vor allem Studenten der Naturwissenschaften", sagt Phan. "Aber wir hoffen natürlich, dass unsere App auch für andere Anwender interessant ist." Einen ersten Preis im bundesweiten Wettbewerb "Exit Prime Cup" hat das Konzept bereits gewonnen, im Mai 2012 folgte die Firmengründung und nun arbeitet sich das Trio zur Marktreife vor. Im Oktober oder November soll die iPad-App in einer Gratis- und in einer Bezahlversion in Apples App-Laden im Internet stehen, eine Variante für Android-Tablettrechner später folgen. Von ihrem Konzept sind die Macher überzeugt: "Wir haben kein Konkurrenzprodukt gefunden, das Ähnliches bietet", so Phan.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.07.2013

Heiko Weckbrodt

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