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Lokales Dresdner Anwälte starten Rechtsportal
Dresden Lokales Dresdner Anwälte starten Rechtsportal
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23:12 13.11.2017
Quelle: Heiko Weckbrodt
Dresden

Was für Kochrezepte und Fotografen-Know-how funktioniert, gilt auch für Justitia: Der Dresdner Anwalt Klemens Rasel und der Unternehmer Peter Musil haben gemeinsam mit weiteren Anwälten, Richtern und Steuerberatern ein Video-Internetportal gestartet, mit dem sie Rechtsberatung in den Formaten des Digital-Zeitalters erproben wollen. Gegen Entgelt können sich dort Kleinunternehmer, Handwerksmeister und Endverbraucher diverse Erklärvideos über Arbeitsrecht, Scheidung, Ordnungswidrigkeiten und andere juristische Themen laden.

„Auf Youtube und über Google finden Sie zwar schon heute unzählige Treffer zu Rechtsfragen“, räumt Initiator Klemens Rasel ein. Bei recht-problemlos.de – so der Name des Portals – könne sich der Nutzer hingegen rechtssicher und auf dem neuesten juristischen Stand kündig machen. Abgehandelt werden Themengebiete wie Arbeitsrecht, Straßenverkehrsrecht, Ehescheidung oder Steuer in jeweils 30 bis 50 Videos. Die einzelnen Clips dauern meist zehn bis 15 Minuten.

„Ich bin seit fast 30 Jahren Anwalt hier in Dresden und sehe eine Entwicklung ganz deutlich: Das Recht wird immer komplizierter, weil der Gesetzgeber versucht, für alle Probleme juristische Lösungen zu formulieren“, skizziert Rasel den Ursprung seiner Idee. „So entsteht allerdings ein Gesetzes-Dschungel. Den zu durchdringen, dafür hat kaum ein Handwerker Zeit.“ Das Portal richte sich an kleine und mittelständische Unternehmer, die sich keine eigene Rechtsabteilung leisten können sowie an Privatpersonen. Ihnen wolle man „Hilfe zur Selbsthilfe“ bieten, versichert Mitinitiator Peter Musil. Neben ideellen Motiven stehen materielle: Die Advokaten hoffen, aus diesem modernen Vertriebsweg für ihr Spezialwissen auch Gewinn zu schlagen.

Die Fachanwälte haben sich für ihr Projekt vom Boom der Tutorial-Videos im weltweiten Netz inspirieren lassen. Sie produzieren in der alten Kamerafabrik an der Bismarckstraße in Niedersedlitzer Straße juristische Erklärfilme für all jene, die keine Lust haben, ein Jura-Lehrbuch zu lesen oder den Infohagel von Intensiv-Seminaren zu ertragen. Damit das unterhaltsam bleibt und nicht ins Fach-Kauderwelsch abgleitet, haben sie zwei prominente TV-Moderatoren angeheuert: Peter Escher („Ein Fall für Escher“) übernimmt die Verbraucherthemen, Victoria Herrmann („Elf99“) die Jura-Tutorials für Unternehmer. Das Konzept, trockenes und verwirrendes Recht allgemeinverständlich und fachkundig in den typischen Formaten des Internets zu präsentieren, gefällt auch beiden. Hermann meint jedenfalls: „Das ist die Zukunft“.

Von Heiko Weckbrodt

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