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Dresdner Ärztin ist dabei, wenn am Sonntag der Friedensnobelpreis in Oslo vergeben wird

Ehrung für Kampf gegen Atomwaffen Dresdner Ärztin ist dabei, wenn am Sonntag der Friedensnobelpreis in Oslo vergeben wird

Für Carlotta Conrad geht es am Freitag auf die Reise nach Oslo. Die 27-Jährige plant aber kein Sightseeing in der norwegischen Hauptstadt. Vielmehr wird sie an der diesjährigen Verleihung des Friedensnobelpreises teilnehmen. Grund dafür ist ihr Engagement für einen Verein, der sich für die Abschaffung von Atomwaffen einsetzt.

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Carlotta Conrad

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Für Carlotta Conrad geht es am Freitag auf die Reise nach Oslo. Die 27-Jährige plant aber kein Sightseeing in der norwegischen Hauptstadt. Vielmehr wird sie an der diesjährigen Verleihung des Friedensnobelpreises teilnehmen. Grund dafür ist ihr Engagement für einen Verein, der sich für die Abschaffung von Atomwaffen einsetzt.

Seit 2013 ist Carlotta Conrad im Vorstand der Organisation „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges“ (IPPNW) – seit dem ersten Semester ihres Medizinstudiums war sie Mitglied. Einen Blick über den Tellerrand wagen, ist ihre Devise. Deshalb engagiert sie sich auch für die vor zehn Jahren gegründete IPPNW-Kampagne ICAN, die aktiv für die Abschaffung von Atomwaffen wirbt. Für diese Arbeit erhält ICAN am Sonntag den Friedensnobelpreis, und Carlotta Conrad ist als eine von vier Vertretern aus Deutschland mit dabei. „Das ist ein Riesensignal. Dieses positive Feedback und die Würdigung unseres Tuns ist für uns alle schön“, sagt die 27-Jährige, die momentan in der chirurgischen Notaufnahme am Dresdner Uniklinikum arbeitet.

Das Jahr 2017 ist für ICAN ohnehin ein erfolgreiches. Im Juli hatte die UN-Vollversammlung nach langem Ringen einen Vertag zum Verbot von Atomwaffen angenommen. Am 20. September wurde er zur Unterschrift freigegeben und noch am selben Tag von mehr als 50 Staaten unterzeichnet. Die Bundesrepublik allerdings gehört nicht dazu. „Deutschland als Nato-Partner spielt eine entscheidende Rolle. Eine Unterzeichnung hätte eine extreme Signalwirkung, auch auf die Nachbarländer“, sagt die Dresdner Ärztin und gibt damit die Marschroute für die kommenden Jahre vor.

Denn: „Atomwaffen können nicht unterscheiden zwischen Frauen, Kindern und Soldaten. Wenn sie abgeworfen werden, kann man nichts mehr machen. Deshalb müssen wir präventiv tätig sein.“ Hoffnungslos oder illusorisch empfindet sie ihr Engagement nicht. „Ich glaube, dass sich Deutschland irgendwann dazu bekennt, keine Atomwaffen zu besitzen oder zu lagern. Das ist nicht mehr weit weg.“

Eine positive Einstellung, die ihr bei dem zeitintensiven Ehrenamt hilft. Viele Wochenenden verbringt sie damit, über ihr Anliegen auf Workshops zu informieren. Unzählige E-Mails verschickt sie – beinahe täglich. Auch während ihres Medizinstudiums war sie voller Eifer dabei. „Es hat mir immer geholfen, Sachen ins Verhältnis zu setzen. Solange es mir Spaß macht und ich etwas lerne, mache ich weiter“, so die Ärztin. Ohnehin sei bei dieser Arbeit viel Freizeitgefühl dabei, ihre Mitstreiter seien alle sehr nett.

Auf die freut sie sich auch besonders an diesem Wochenende. Mehr als 300 Vertreter von ICAN und Partnerorganisationen werden in Oslo erwartet. Sie sind dabei, wenn Geschäftsführerin Beatrice Fihn und Setsuko Thorlow, eine Überlebende von Hiroshima, den Preis erhalten. „Es wird ein großes Wiedersehen mit allen internationalen Partnern. Wir werden uns viel austauschen. Und natürlich gemeinsam feiern.“

Von Christin Grödel

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