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Dresdner Abwassergebühren bleiben stabil

Trotz hoher Investitionen: Dresdner Abwassergebühren bleiben stabil

Ab April wird es eng auf dem Rathenauplatz – die Stadtentwässerung Dresden rückt an. Beim Ausbau der Infrastruktur sind Verkehrsbehinderungen nicht zu vermeiden. Geschäftsführer Ralf Strothteicher erklärte DNN, vor welchen Herausforderungen das Entsorgungsunternehmen in diesem Jahr steht.

Geschäftsführer Ralf Strothteicher

Quelle: Torsten Fiedler

Dresden. Ab April wird es eng auf dem Rathenauplatz an der Carolabrücke. Mitten unter der vielbefahrenen Kreuzung befindet sich ein Trenn- und Steuerbauwerk der Stadtentwässerung Dresden, das erneuert werden muss. Ohne Behinderungen des Straßenverkehrs wird es nicht gehen, weiß Ralf Strothteicher, Technischer Geschäftsführer der Stadtentwässerung Dresden. Den DNN erklärte er, vor welchen Herausforderungen das Entsorgungsunternehmen in diesem Jahr steht.

Gebühren

Die Kalkulationsperiode geht von 2016 bis 2020. „Derzeit sind wir zuversichtlich, dass wir trotz Kostensteigerungen im Investitions-, Material- und Personalbereich die Gebühren nicht erhöhen müssen“, so Strothteicher. Das sei vor allem der Tatsache geschuldet, dass Dresden wächst. Je mehr Abwasservolumen die Stadtentwässerung behandeln dürfe, umso positiver wirke sich das auf die wirtschaftliche Situation aus.

Kosten

2017 hat die Bundesregierung laut dem Geschäftsführer drei Gesetze verabschiedet, die zu einer Verdopplung der Kosten bei der Entsorgung des Klärschlamms geführt haben. „Wir reden über einen siebenstelligen Betrag.“ Bisher haben Landwirte den behandelten Klärschlamm aus Dresden auf ihren Feldern ausgebracht. Jetzt wurde die Zeit für die Ausbringung verkürzt, so dass der Schlamm in Kompostieranlagen aufbereitet und zwischengelagert sowie in Teilen verbrannt werden muss.

Strategische Weichenstellung

Bis 2029 muss der Klärschlamm „thermisch verwertet“ werden, also verbrannt. „Das ist nicht viel Zeit“, sagt Strothteicher, allein das Genehmigungsverfahren könne fünf Jahre dauern. Deshalb müsse frühzeitig die strategische Weichenstellung erfolgen: Baut die Stadtentwässerung auf ihrem Grundstück in Kaditz eine eigene Verbrennungsanlage oder errichtet sie mit Partnern an einem anderen Ort gemeinsame Verbrennungsöfen? „Die Entscheidung ist noch nicht gefallen.“

Energieerzeugung

Die weithin sichtbaren „Fauleier“ sind zum Erfolgsmodell geworden. Die Stadtentwässerung erzeugt mittlerweile mit dem Faulgas 80 bis 90 Prozent ihres Strombedarfs selbst. Ziel ist die Energieautarkie.

Investitionen

28 Millionen Euro will das Entsorgungsunternehmen in diesem Jahr investieren. Bis 2023 sollen es 117 Millionen Euro werden. „Wir investieren in den Substanzwerterhalt der Anlagen. Dresden hat ein altes Kanalnetz, entsprechend hoch ist der Investitionsbedarf“, so Strothteicher.

Was wird 2018 fertig?

Unter anderem die derzeit größte Investitionsmaßnahme – die Erweiterung der biologischen Behandlungsstufe um 48 000 Kubikmeter auf 146 000 Kubikmeter. Ein Teil der neuen Anlage ist schon im Betrieb, im Sommer ist sie komplett fertig. Bereits im Mai werden die Bauarbeiten an der Prießnitzmündung in der Neustadt abgeschlossen. Dort wird das Kanalnetz bei starken Regenfällen entlastet, in dem das Niederschlagswasser durch einen Elbdüker in den Altstädter Kanal gepumpt wird. Damit wird ein sogenannter „Gewässerkonfliktpunkt“ beseitigt. Bisher floss ein Teil des Abwassers bei Starkregen aus dem Kanal in die Prießnitz.

Was wird 2018 in Angriff genommen?

Die Arbeiten am Rathenauplatz kosten rund drei Millionen Euro und werden bis 2020 andauern. Im ersten Anlauf im vergangenen Jahr hat die Stadtentwässerung den Bauauftrag nicht vergeben können, weil sich kein Unternehmen dafür interessiert hat. „Die Baufirmen sind stark ausgelastet, die Probleme haben nicht nur wir“, so Strothteicher.

Insgesamt 7,4 Millionen Euro sollen in die Sanierung des Neustädter Abfangkanals zwischen Ballhaus Watzke und Flutrinne fließen. Die Arbeiten beginnen in diesem Jahr und werden 2019 fortgesetzt. „Das ist eine unserer Hauptschlagadern“, so Strothteicher. Der Kanal ist über 100 Jahre alt und wurde in Stampfbetonbauweise errichtet. Spannend werde es ab 2020, wenn die Arbeiten von der Flutrinne bis zur Kläranlage fortgesetzt werden. Immerhin muss die vielbefahrene Washingtonstraße unterquert werden. „Wir werden eine möglichst störungsfreie Lösung erarbeiten“, so der Geschäftsführer.

Mehr als drei Millionen Euro kostet die Sanierung des Dükers an der Flügelwegbrücke. In das Stahlrohr mit einem Innendurchmesser von zwei Metern soll ein Schlauch eingezogen werden. „Technisch anspruchsvoll und an der Machbarkeitsgrenze“, sind laut Strothteicher die Arbeiten.

Für die Ansiedlung neuer Unternehmen wie Bosch und Philipp Morris muss der Nordraum mit zusätzlichen Kanälen erschlossen werden, das Pumpwerk Rähnitz II soll erneuert werden. 2,6 Millionen Euro kosten die Vorhaben.

Termine

Die 20. Dresdner Abwassertagung findet am 6. und 7. März im Congress Centrum statt und ihr mit über 600 Teilnehmern die größte Veranstaltung ihrer Art in den neuen Ländern. 100 Aussteller kommen zur Messe, die die Tagung begleitet.

Am 23. April findet in Kaditz eine Veranstaltung „Medizin trifft Kläranlage“ mit Vertretern aus Politik, Medizin und Pharmazie statt.

Der Tag der offenen Tür auf der Kläranlage mit einem umfangreichen Programm ist für den 9. September geplant.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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