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Lokales Dresdner Abiturienten erzählen von ihren Erfahrungen mit dem Förderprogramm für Migrantenkinder
Dresden Lokales Dresdner Abiturienten erzählen von ihren Erfahrungen mit dem Förderprogramm für Migrantenkinder
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17:58 09.09.2015
Dresden

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Nun haben zwölf sächsische Stipendiaten das Abitur hinter sich und werden dieses Wochenende in Frankfurt am Main mit 169 anderen Absolventen aus dem Programm verabschiedet. Mit dabei: Arthur Linnik (18) aus der Ukraine, Schüler des Martin-Anderson-Nexö-Gymna-siums, und die Vietnamesin Kim Hoan Vu (18) vom Romain-Rolland-Gymnasium.

Die Start-Stiftung, eine Tochtergesellschaft der Hertie-Stiftung, hilft Schülern mit Migrationshintergrund bei der Schulbildung und fördert ihr soziales Engagement. Das 2002 begonnene Projekt wird in 14 Bundesländern durchgeführt, auch in Österreich gibt es die Initiative.

"Wir werden ideell und finanziell gefördert", erklärt Arthur, "wir erhalten zum Beispiel einen Laptop und ein monatliches Bildungsgeld von hundert Euro." Außerdem nehmen die Schüler an Seminaren teil. "Ich habe Rhetorik, Persönlichkeitsbildung, interkulturelle Kompetenz, kreatives Schreiben und Bewerbungstraining besucht", erzählt Arthur. Im kreativen Schreiben entdeckte er eine neue Leidenschaft, auch vom Bewerbungstraining hat er "viel mitgenommen". Er weiß jetzt, wie man ein gutes Bewerbungsgespräch führt. Auch für Kim war dieses Seminar nachhaltig: "Es hat mir bei der Bewerbung für mein Studium sehr geholfen!"

Eines der Auswahlkriterien für die Stipendiumsbewerber ist ihr soziales Engagement. Arthur war zum Beispiel Klassensprecher und in seiner jüdischen Gemeinde aktiv. Außerdem nahm er regelmäßig an der Chemie- und Physikolympiade teil. Mit seinem Abitur von 1,5 hofft er jetzt auf ein Physikstudium an der Technischen Universität Dresden: "In einem naturwissenschaftlichen Studium lernt man, Probleme effizient zu lösen und logisch zu denken. Das braucht man überall." Auch Kim hat ihr Studium schon geplant. Sie wird im Herbst ein duales Studium mit IBM beginnen (DNN berichteten). Zuvor war sie u.a. Schülersprecherin und engagierte sich in Projekten, zum Beispiel im Hygiene-Museum. Dort führten START-Stipendiaten Schulklassen durch die Ausstellung "Kraftwerk Religion". "Es war toll, wenn eine Muslima von ihrer Religion erzählt hat. Da konnte man gut Vorurteile abbauen", erzählt Kim.

"Bevor ich Stipendiatin war, habe ich noch gar nicht so viel gemacht wie heute", gibt sie zu, "aber ich habe mich sehr von anderen aktiven Stipendiaten inspirieren lassen." Der Einfluss von Start war immer spürbar: "Das hat mich aus dem Alltag herausgerissen", so Arthur. "Nach den Seminaren sei er mit neuem Elan in die Schule gegangen. "Das war sehr erfrischend." Jetzt als Abiturienten werden sich die beiden dem umfangreichen Alumni-Netzwerk der Stiftung anschließen. Kim ist überzeugt, dass es ihr auch in Zukunft helfen wird: "Der Zusammenhalt von so vielen unterschiedlichen Menschen hat mich wohl am meisten geprägt. Wir kommen alle aus einem anderen Land und haben ähnliche Erfahrungen und Probleme. Wir haben das Gefühl, durch unser gemeinsames soziales Engagement der Gesellschaft etwas zurückzugeben." Kim meint, dass die Stipendiaten auch politisch ein Zeichen setzen würden: "Wir sind der Beweis, dass Integration gelingen und erfolgreich sein kann. Das möchten wir weitergeben."

@Infos zum START-Stipendienprogramm gibt es auf www.start-stiftung.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.06.2013

Lara Schech

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