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Lokales Dresdner "5G-Lab" zeigt erste Kostprobe für neuen Mobilfunk
Dresden Lokales Dresdner "5G-Lab" zeigt erste Kostprobe für neuen Mobilfunk
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21:29 09.09.2015
Dr. Sebastian Merchel Quelle: Norbert Neumann
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Das ist etwa 50 Mal mehr als der heutige LTE-Datenfunk im besten Falle hergibt.

Durch einen Wechsel auf höhere Frequenzen um die 300 Gigahertz, wie sie der 5G-Funk wohl auch verwenden wird, könne man das Datentempo sogar auf 100 Gigabit je Sekunde hochschrauben, sind die Forscher überzeugt. Dies ist heute selbst für Glasfasern eine anspruchsvolle Geschwindigkeit.

Das "5G-Lab" wird offiziell zwar erst am 24. September 2014 auf Initiative des Mobilfunk-Gurus Professor Gerhard Fettweis gegründet, hat aber bereits jetzt ein Netz aus 500 Forschern gesponnen und Vorarbeiten für das Projekt "5G" begonnen. Es gehört weltweit zu den ersten Forschungseinrichtungen, die sich vehement auf die Entwicklung des LTE-Nachfolgestandards gestürzt haben.

Und der soll nicht etwa nur dem wachsenden Tempohunger im multimedialen Internet Rechnung tragen, sondern ganz neue Anwendungen ermöglichen: In der Verkehrs-Echtzeitsteuerung, Spielen, Fern-Operationen, bei Bombenentschärfungen und dergleichen mehr, wie Professor Frank Fitzek vom 5G-Team betonte. Er und seine Kollegen zeigten auch dafür erste Beispiele. Darunter waren Datenhandschuhe für Tele-Chirurgen und Musik-Kompositions-Apps, die dem Kreativen bei bloßen Berühren der Regler ein Gefühl dafür geben, welchen Sound sie einspielen. Marktreif wird der neue Mobilfunk aber wohl erst 2020 oder 2022 sein.

Während die Dresdner Forscher also noch zu tüfteln haben, bekam gestern erstmal Professor Reiner Thomä von der TU Ilmenau den mit 25 000 Euro dotierten "Vodafone-Innovationspreis 2014" in Dresden verliehen. Die Vodafone-Stiftung würdigte damit die von Thomä entwickelte "Sounder-Technologie", die nun bessere Prognosen erlaubt, wie sich Mobilfunk-Wellen in verschachtelten Innenstädten ausbreiten. "Sounder" sei ein wichtiger Baustein auch für die 5G-Entwicklung, betonten Vodafone-Vertreter.

Weitere Förderpreise gingen an Dr. Christina Brzuska (Uni Tel Aviv), die sich mit Verschlüsselung in der Datenkommunikation beschäftigt, und an Dr. Philip Köhler (Uni Karlsruhe), der sich neue Kostendeckel für Mobilfunk-Tarife ausgedacht hat.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.07.2014

Heiko Weckbrodt

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