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Dresdens zweitgrößtes Gebäude wird abgerissen

Reick: Aus einem Schornstein werden zwei Dresdens zweitgrößtes Gebäude wird abgerissen

Ab September wird der 200-Meter-Schornstein in Reick zurückgebaut. Stattdessen stehen als Ersatz in seiner unmittelbaren Nähe bereits zwei kleinere Versionen – mit je 47 Metern erreichen sie jedoch nicht einmal ein Viertel der Höhe ihres „großen Bruders“.

Mit 200 Metern ist der alte Schornstein (links) nach dem Funkturm das höchste Bauwerk der Landeshauptstadt.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Zu einem Dresdner Wahrzeichen gehört er vielleicht nicht, prägend für das Stadtbild ist er dennoch. Immerhin kann man den Schornstein auf dem Gelände des Innovationskraftwerks der Drewag in Reick beinahe von überall im Stadtgebiet sehen. Mit 200 Metern ist er nach dem Funkturm das höchste Bauwerk der Landeshauptstadt. Nun naht jedoch sein Ende: ab September wird der Schornstein zurückgebaut. Stattdessen stehen als Ersatz in seiner unmittelbaren Nähe bereits zwei kleinere Versionen – mit je 47 Metern erreichen sie jedoch nicht einmal ein Viertel der Höhe ihres „großen Bruders“.

„Wir haben eine Studie durchgeführt, um die Wirtschaftlichkeit des Schornsteins zu prüfen“, erläutert Projektleiter Hans-Joachim Ettrich. „Wir kamen zu dem Schluss, dass er zu überdimensioniert ist und die Instandhaltungskosten zu hoch sind.“

In Reick kommt Dresdens höchster Schornstein weg. Dafür entstehen zwei kleine Neue.

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Der Grund dafür: 1976 wurde der Schornstein errichtet, um die Abgase von sechs Heißwassererzeugern (HWE) abzuleiten. Von diesen existieren aber nur noch drei, in Betrieb sind gar nur zwei. Der Schornstein hätte, um Durchfeuchtungsschäden durch das Abgas zu verhindern, acht Stunden betrieben werden müssen, selbst wenn die HWE nur eine Stunde gebraucht wurden. Damit würde unnötig viel Brennstoff verbraucht werden. Außerdem müsste sich ein Bauwerk dieser Höhe regelmäßig aufwendigen Prüfungen unterziehen lassen.

Die beiden neuen, mit einer Stahlaußenhülle verkleideten Schornsteine stehen bereits. Das obere Teil des zweiten wurde am Donnerstagnachmittag aufgesetzt. „Die Besonderheit der Schornsteine ist, dass die vorgeschriebenen Schalldämpfer bereits im oberen Teil integriert sind“, erklärt Ettrich weiter. Normalerweise seien diese in einem Verbindungsstück zwischen HWE und Schornstein verbaut. Dies sei aufgrund des Platzmangels nicht möglich gewesen, daher habe man sich für die Alternativmöglichkeit entschieden.

Mit den Vorbereitungsarbeiten zur Demontage des Betonkolosses wird nächste Woche begonnen. Spätestens Anfang September werden mit Hilfe eines sogenannten Spinnenbaggers die 4000 Tonnen Beton der Außenröhre abgetragen. Innerhalb von voraussichtlich drei Monaten sollen diese Arbeiten, deren Kosten sich auf knapp drei Millionen Euro belaufen, abgeschlossen sein.
 

Von Gerrit Menk

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