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Dresden Lokales Dresdens glücklicher Krieger ist tot
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12:44 10.08.2018
Der kleine Thabo-Umasai mit seiner Mutter Drumbo in seinem Geburtsjahr 2006. Quelle: dpa
Dresden

4. Februar 2006 – völlig euphorisiert feierten der Dresdner Zoo und seine Fans die bis heute noch erste und einzige Geburt eines Elefantenbabys. Jetzt erreichte die Dresdner die Todesnachricht des beliebten Dickhäuters – leider mit über einem Jahr Verspätung.

Zurück in sein Geburtsjahr: die erste künstliche Befruchtung in Deutschland war geglückt. Thabo-Umasai, was übersetzt so viel wie glücklicher Krieger bedeutet, wurde der kleine tapsige Bulle nach umfangreicher Namenssuche getauft. Die Besucherzahlen stiegen damals rasant – wie im Sturm eroberte der Dickhäuter die Herzen der Besucher

Doch nach vier Jahren des liebevollen Heranwachsens mit seiner Mutter Drumbo trübte sich die Stimmung um den Jungbullen erstmals. Am 27. März 2010 griff er aus heiterem Himmel seine Pflegerin an und verletzte sie lebensgefährlich am Kopf. Die Frau musste notoperiert werden. Um weitere Risiken für Pfleger und die Herde auszuschließen, wurde Thabo-Umasai daraufhin von den anderen Elefanten getrennt.

Schnell wurde damals klar: der Dresdner Zoo hat keine Kapazitäten für einen ausgewachsenen Elefantenbullen – Thabo-Umasai konnte nicht bleiben.

Thabo-Umasai an einem seiner Geburtstage im Dresdner Zoo. Quelle: DNN

Schweren Herzens wurde er schließlich im August 2011 in seine neue Heimat – den Zoo von Pittsburgh, Pennsylvania – verfrachtet. Dort integrierte er sich zunächst gut in die Herde, doch bereits zwei Jahre später zeigte er erste Anzeichen einer seltenen Auto-Immunkrankheit. Nach umfangreicher Behandlung mit Antibiotika und Salben hieß es jedoch in der letzten offiziellen Meldung aus Pittsburgh im Jahr 2015, dass das Tier seine Krankheit überwunden habe.

Ein schwerer Trugschluss, wie sich erst kürzlich zeigte. Bereits vor über einem Jahr, am 3. Juli 2017, verstarb der einstige Publikumsliebling im Zoo von Pittsburgh. Seine Dresdner Geburtsstätte ist bestürzt über den Tod des Tieres, von dem sie nur durch einen Zufall erfuhr. „Für das Tier ist das genauso traurig wie für die Bemühungen, die der Dresdner Zoo in die Elefantenzucht gesetzt hat“, so der zoologische Leiter Wolfgang Ludwig am Freitag gegenüber der Sächsichen Zeitung.

Doch warum hat der Zoo in Pittsburgh niemanden über den Unglücksfall informiert? Diese Frage dürfte nun wohl vielen in den Köpfen umherschwirren. Der Zoo in Pittsburgh gilt als nicht besonders kommunikativ. „Das kommt immer auf die Mitarbeit des Partners an. Wenn wir auf unsere Anfragen keine Antworten bekommen, können wir nichts machen“, so Ludwig.

Der glückliche Krieger ist also tot. Doch wirklich glücklich dürfte der Dickhäuter in seinem kurzen Leben wohl nie geworden sein. Das Tier wurde nur elf Jahre alt.

Von Franziska Gleißner

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