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Dresdens dümmster Dieb: Er knackte ein Tankstellenklo

21-Jähriger wegen schweren Raubes angeklagt Dresdens dümmster Dieb: Er knackte ein Tankstellenklo

Etienne W. hat keinen Beruf gelernt und geht auch keiner geregelten Arbeit nach, aber Faulheit kann man dem 21-Jährigen nun wirklich nicht vorwerfen. Ob Praxen, Geschäfte, Autos, Geräteschuppen – er stieg überall ein, wo es möglicherweise etwas zu holen gab. Manchmal war er etwas orientierungslos. Der Einbruch in ein Nebengebäude einer Tankstelle endete nicht im Geschäft, sondern auf dem Klo.

Laut Anklage endete der Einbruch in ein Nebengebäude einer Tankstelle nicht im Geschäft, sondern auf dem Klo.

Quelle: dpa

Dresden. Etienne W. hat keinen Beruf gelernt und geht auch keiner geregelten Arbeit nach, aber Faulheit kann man dem 21-Jährigen nun wirklich nicht vorwerfen. Der junge Mann war regelmäßig unterwegs – und was den Juni dieses Jahres betrifft sogar extrem aktiv, vor allem Nachts. Allerdings bekam er dafür keinen Nachtschichtzuschlag, aber ein Zimmerchen in der JVA und jetzt einen Platz auf der Anklagebank des Amtsgerichts. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schweren Raub, gefährliche Körperverletzung, Diebstahl und Sachbeschädigung vor.

Ob Praxen, Geschäfte, Autos, Geräteschuppen – er stieg überall ein, wo es möglicherweise etwas zu holen gab. Die Vorgehensweise war meist ähnlich: Schloss knacken oder Scheiben einwerfen, rein, durchsuchen, Bargeld oder Dinge mitnehmen, die man versilbern kann, und wieder raus. Manchmal war er aber wohl auch etwas orientierungslos. Laut Anklage endete der Einbruch in ein Nebengebäude einer Tankstelle nicht im Geschäft, sondern auf dem Klo. Dumm gelaufen. Bei dieser Tat soll er, wie auch bei einigen anderen, einen Mittäter gehabt haben, was er entschieden zurückwies. „Ich habe es allein gemacht!“

Deshalb habe er das Diebesgut auch allein auf dem Fahrrad abtransportieren müssen und dies war beschwerlich. Da können 20 Minuten lang und anstrengend werden, wenn man zum Beispiel mit drei vollen Benzinkanistern, einem Laubgebläse, einem Rasentrimmer und zwei Heckenscheren auf dem Anhänger durchs nächtliche Dresden radelt. Die gestohlenen Sachen verkaufte er oder bunkerte sie in seiner 1-Raumwohnung. Dort konnte man kaum noch treten, trotzdem lagerte er dort auch noch gehehlte Waren – zum Beispiel das Fahrrad eines Kumpels, obwohl er wusste, das es gestohlen war. „Ich wollte es nicht in den Keller bringen, da wird bei uns soviel geklaut.“

Der Angeklagte hat da wohl ein eigenes Rechtsverständnis. Während er frank und frei drauflos klaute, wurde er böse, wenn ihm andere sein Eigentum nicht zurückgaben. Da flogen die Fäuste. „Wenn man bei jemanden was offen hat, sollte man den anderen mit Respekt behandeln“, erklärte der 19-Jährige, nachdem er einen Mann, der ihm Geld schuldete, verprügelt und ihm den Fernseher gestohlen hatte. Zimperlich war Etienne W. wohl nicht, da wurde schnell mal hingelangt – auch aus heroischen Gründen. So soll er den Vater einer knapp 15-Jährigen vermöbelt haben, der seine Tochter nachts aus der Wohnung des Angeklagten holte und dass sich heftig wehrende Kind unsanft zum Auto zerrte. „Das geht so nicht.“ Deshalb gab es Haue. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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