Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 2 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Dresdens Sprachwächter haben Nachwuchssorgen

Dresdens Sprachwächter haben Nachwuchssorgen

Anglizismen und aus dem Englischen entlehnte Neologismen begleiten uns durch den Alltag. Wenn zum Beispiel der neue Flatscreen seinen Dienst einstellt, ruft man mit seinem Handy die Hotline an und der Kundenservice kommt vorbei, um den Bug, der sich in der Software eingeschlichen hat, zu beheben.

Dann setzt man sich ganz gechillt auf seine Couch und schaut den neuesten Psychothriller aus Hollywood.

Wenn es nach den Mitgliedern des Vereins Deutsche Sprache ginge, würden solche Sätze direkt aus dem Sprachgebrauch gestrichen werden. Der Laptop wird dann schnell zum Klapprechner und der Psychothriller zum Schreckensfilm, ein Wort das erst erfunden werden müsste. Dass die Bezeichnung Handy im Englischen nicht Mobiltelefon bedeutet, sondern handlich und in diesem Kontext von Muttersprachlern auch nicht erkannt wird, ist mittlerweile hinreichend bekannt und wird auch immer wieder zur Betrachtung herangezogen.

"Wir wollen verhindern, dass die Schönheit der deutschen Sprache und damit auch die deutsche Kultur verloren geht," erklärt Isolde Altenburger, Pressesprecherin des Vereins Deutsche Sprache Dresden/Riesa, was sie antreibt. Die Dominanz der englischen Sprache in der Werbung sei eklatant.

" Viele sind sich gar nicht bewusst, was die Bezeichnungen in Aushängen der Läden bedeuten. An jeder Ecke findet man heutzutage einen Backshop. Dabei wissen die wenigsten, dass das Wort 'backshop' im Englischen einen auf Homosexuelle spezialisierten Sexshop ausweist", führt Altenburger aus.

Ein weiteres Anliegen der Sprachschützer ist es, sich dafür zu engagieren, dass im Rundfunk mehr deutsche Musik gespielt wird. Der Verein favorisiert eine Quotenregelung nach französischem Vorbild, danach müssten 40 Prozent der im Radio gespielten Musik von deutschsprachigen Interpreten stammen.

Die Mitglieder unterstützen auch die Aktion "Klasse! Wir singen", initiiert vom Braunschweiger Domkantor Gerd-Peter Münden, bei der Schulklassen an alte deutsche Volkslieder herangeführt werden sollen. "Es gelingt den Schulen nicht, den Schülern im Unterricht den Wert und die Schönheit der deutschen Sprache zu vermitteln. Deshalb benutzt vor allem die junge Generation Anglizismen und eingedeutschte Wörter mit einer Selbstverständlichkeit, die uns fremd ist", ärgert sich Altenburger.

Aus dem gleichen Grund habe der Verein auch Schwierigkeiten, jüngere Mitglieder zu gewinnen. "Ein paar junge Unterstützer haben wir bereits in unseren Reihen, aber wir würden uns freuen, wenn das in Zukunft einige mehr werden", sagt Altenburger. Wer sich für die Arbeit des Vereins Deutsche Sprache interessiert und sich ehrenamtlich engagieren will, kann sich auf der Internetseite der Gruppe über anstehende Treffen und Veranstaltungen informieren.

Weltweit engagieren sich für den Verein mehr als 30 000 Mitglieder in 28 Regionalgruppen. Er finanziert sich über Spenden und Mitgliedsbeiträge. Die Dresdner Gruppe zählt 137 Mitglieder. Prominente Unterstützung bekommt der Verein Deutsche Sprache von Bastian Sick, Uwe Steimle und Hape Kerkeling. Hauke Heuer

www.vds-ev.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.06.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Boulevard
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.