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Lokales Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz: "Nutzung wird Waldschlößchenbrücke entpolitisieren"
Dresden Lokales Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz: "Nutzung wird Waldschlößchenbrücke entpolitisieren"
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18:27 09.09.2015
Die Beleuchtungsprobe der Waldschlößchenbrücke Quelle: dpa

Was bedeutet die Waldschlößchenbrücke für Dresden?

Zuerst ist sie ein neuer Weg über die Elbe - für Autofahrer, aber auch für Fußgänger, Radfahrer und eine Buslinie. Als Verkehrzug trägt die Brücke dem Wachstum der Stadt Rechnung und verbindet vor allem die vielen Arbeitsplätze im Dresdner Norden mit den Wohngebieten im Süden. Ob die Brücke zur Sehenswürdigkeit wird, werden die Menschen selbst entscheiden. Ich glaube aber, dass der gesamte Verkehrszug mit Brücke und Tunnel eine ingeneurtechnische Meisterleistung ist.

Hat die Realität die Kritiker versöhnt?

Besucher der Stadt sagen oft zu mir: „Das ist die Waldschlößchenbrücke? Die habe ich mir ganz anders vorgestellt. Viel größer, viel näher an der Innenstadt.“ Tatsächlich scheint es fast so, dass die Brücke in den Jahren der Diskussionen, Einsprüche und Gerichtsverfahren in unseren Vorstellungen ein ganzes Stück gewachsen ist. Jetzt, wo sie fertig ist, reduziert sich alles wieder auf sein normales Maß, und was wir sehen, ist eine ganz normale Stadtbrücke. Es gibt seit Monaten auch keine großen Proteste, die mich erreichen, und viele sehr positive Reaktionen auf den Bau.

Was kann man aus dem Projekt für die Zukunft lernen?

[gallery:500-2628968657001-DNN] Sicherlich eine ganze Menge. Ein Punkt ist, dass solche großen Projekte zwei Dinge brauchen: eine breite politische Basis und eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung. Die Brücke hatte immer eine breite Akzeptanz, was der Bürgerentscheid 2005 ja bewiesen hat, und eine Minderheit, die umso vehementer dagegen protestierte. Aber es fehlte an einer deutlichen politischen Mehrheit im Stadtrat. Gerade die wechselnden Entscheidungen zur Brücke haben letztendlich zu einer jahrelangen Hängepartie geführt. Das Projekt hat aber auch gezeigt, dass lautstarker Protest nicht gleichbedeutend ist mit einer mehrheitlichen Ablehnung in der Bevölkerung.

Sind Sie stolz, dass eine 100 Jahre alte Idee verwirklicht ist?

Ich bin sehr froh, dass wir mit dem Bau der Brücke den Bürgerwillen jetzt umgesetzt haben. Und vor allem bin ich froh, dass die Bürgerinnen und Bürger die Brücke endlich nutzen können, wofür sie bestimmt ist: nämlich zwei Elbseiten miteinander zu verbinden. In der täglichen Nutzung wird sich das Bauwerk sicher sehr schnell „entpolitisieren“. Ich vermute sogar, dass in ein oder zwei Generationen die Menschen über unsere Debatten von heute nur den Kopf schütteln werden.

dpa

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