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Lokales Dresdens Jugend klagt über zu wenig Freizeit
Dresden Lokales Dresdens Jugend klagt über zu wenig Freizeit
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08:53 23.05.2017
Wie tickt die Dresdner Jugend? Wer das wissen will, wird es aus den vorliegenden Ergebnissen nicht ableiten können. Quelle: picture alliance / dpa
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Dresden

12 000 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren hat die Stadtverwaltung angeschrieben und gebeten, einen 36 Fragen umfassenden Fragebogen zu beantworten. Ganz zeitgemäß im Internet natürlich und nicht auf Papier. Ziel der Jugendbefragung 2016 war es, Interessen und Bedürfnisse dieser Altersgruppe zu erfassen. Gestern haben die Verwaltung und die Projektschmiede gGmbH, die die Antworten ausgewertet hat, die ersten Ergebnisse vorgestellt.

Wie tickt die Dresdner Jugend?

Wer das wissen will, wird es aus den vorliegenden Ergebnissen nicht ableiten können. Zwar haben sich 2430 Kinder und Jugendliche beteiligt, damit liegt Repräsentativität bei insgesamt 36 000 Dresdnerinnen und Dresdnern in dieser Altersgruppe vor. Aber: Fast zwei Drittel der Teilnehmer besuchen das Gymnasium. Gymnasiasten sind deutlich überrepräsentiert, es besteht ein signifikanter Unterschied zur Gesamtpopulation. Deshalb sollten viele Aussagen nicht generalisiert werden, mahnen die Vertreter von freien Trägern der Jugendhilfe.

Was halten die freien Träger für bedenklich?

Nur 22,7 Prozent der Teilnehmer haben erklärt, sie würden ein Kinder- und Jugendhaus oder Jugendzentrum besuchen. Vertreter von freien Trägern wiesen darauf hin, dass sich in den Jugendhäusern vorwiegend Jugendliche aus bildungsfernen Schichten treffen würden – und diese hätten sich an der Befragung überwiegend nicht beteiligt. An Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund sei die Befragung fast völlig vorbeigegangen.

Welche Angebote der Jugendhilfe sind denn bei den Adressaten bekannt?

55,3 Prozent erklärten, Abenteuerspielplätze oder Jugendbauernhöfe zu nutzen. Die Schulsozialarbeit nannten immerhin 25,6 Prozent. „Ein erstaunliches Ergebnis“, so Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU), „es gibt dieses Angebot bisher noch gar nicht an allen Schulen.“ Die Zielgruppe werde damit offenbar gut erreicht. Das bestärke die Verwaltung darin, die Schulsozialarbeit weiter auszubauen.

Wo verbringen Kinder und Jugendliche ihre Freizeit?

Zuallererst zu Hause. „Bei Freunden zu Hause“ folgt auf Plätz zwei, danach kommen Vereine und Verbände sowie mit deutlichem Abstand Sportanlagen auf dem vierten Rang. In Parks und auf der Straße wurde am fünfthäufigsten genannt, in Fußgängerzonen und auf Shoppingmeilen belegt Platz sechs.

Wie zufrieden sind die jungen Menschen mit den Freizeitangeboten in Dresden?

36,1 Prozent antworteten mit „sehr zufrieden“, 51,5 Prozent mit „eher zufrieden“. „Sehr unzufrieden“ sind 1,7 Prozent, „eher unzufrieden“ 10,7 Prozent.

Welche Wünsche wurden geäußert?

Mehr Sportangebote mit jederzeit zugänglichen Anlagen, mehr Angebote mit Beteiligungscharakter im politischen, sozialen oder wirtschaftlichen Raum, mehr Freiräume und Orte zum Treffen und Abhängen, aber auch mehr Freizeit und weniger Schule und Hausaufgaben.

Welche Stadtviertel sind besonders attraktiv für Kinder und Jugendliche?

Den höchsten Wert erhielt mit Abstand die Altstadt. Es folgen Äußere und Innere Neustadt, Johannstadt, Gorbitz sowie Prohlis und Reick. Als besonders unattraktiv wurden Leuben und Cotta bezeichnet.

Welche Erkenntnisse lassen sich aus der Studie gewinnen?

Es muss überlegt werden, wie mehr Kinder und Jugendliche einbezogen werden können. Vielleicht können die Schulen dabei mithelfen. In der Stadtplanung muss insbesondere der Wunsch der jungen Generation nach freien Treffpunkten berücksichtigt werden. „Weit über die Hälfte der Teilnehmer bevorzugt bewegungsorientierte Angebote“, erklärte Jugendamtsleiter Claus Lippmann ein weiteres Handlungsfeld.

Wie geht es jetzt weiter?

Die ersten Ergebnisse stehen ab Dienstag unter www.dresden.de/jhp im Internet. Die Projektschmiede wird die Daten noch weiter auswerten und differenzieren. Damit Trends erkennbar werden, müsste die Befragung in den nächsten Jahren mehrfach wiederholt werden.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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