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Lokales Dresdens Bibliotheken sind auf Rekordkurs - Trotz Sparzwang fast 5,7 Millionen Entleihungen
Dresden Lokales Dresdens Bibliotheken sind auf Rekordkurs - Trotz Sparzwang fast 5,7 Millionen Entleihungen
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20:41 09.09.2015
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"Das vergangene Jahr war sehr schwierig und hat uns vor große Herausforderungen gestellt", schätzte er ein. "Aber die Kolleginnen und Kollegen in den Bibliotheken haben wieder einmal bewiesen, dass sie das richtige Gefühl dafür haben, was die Dresdner lesen wollen." Dies und die Treue der Leser habe das Ruder wohl herumgerissen.

Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) versprach im Gegenzug, bei den nächsten Haushaltsverhandlungen gegen eine weitere Rotstiftpolitik in den Leihbüchereien zu kämpfen. "Wir werden ihre Erfolgsbilanz nicht als Anlass nehmen, um das Bibliotheksnetz nach dem Motto weiter zu schwächen: Na es geht doch", sagte er zu. Immerhin seien die Bibliotheken mit über 1,7 Millionen Besuchen mit die gefragtesten Kultureinrichtungen Dresdens.

Und gerade der Blick auf die Besuchs-statistik 2013 zeigt: Auf die öffentlichen Leihbüchereien warten in Zukunft weitere Herausforderungen, insbesondere durch den digitalen Wandel. So überholten die virtuellen Besuche (1,87 Millionen) auf den Internetseiten der Bibliotheken erstmals die physischen Besuche (1,74 Millionen). Und während die Entleihungen insgesamt nur um 1,3 Prozent zulegten, verzeichnete die jüngste Filiale, die Internetbibliothek "eBibo", einen enormen Zuwachs um 53 Prozent (!) auf 93 052 Entleihungen. Schaue man über den Dresdner Tellerrand hinaus, sei deutlich zu sehen, dass es noch heiße Diskussionen mit den Verlagen über den Zugang der öffentlichen Leihbüchereien zu digitalen Büchern (eBooks) geben werde, ist Flemming überzeugt. "Und die Verlage wiederum ringen ähnlich wie die Bibliotheken um neue Geschäftsmodelle, einige stehen vor dem Ende."

Entsprechend arbeiten auch die Dresdner Leihbüchereien an neuen Strukturen. So wollen sie ihre bundesweite Spitzenposition im klassischen "Bibliotheksgeschäft" halten und ausbauen, insbesondere, indem sie trotz des Digitaltrends möglichst viele Kinder und Jugendliche ans Lesen heranführen: durch Veranstaltungen in den Kindertagesstätten und Schulen, Vorlese-Tage und Frühförderprojekte wie "Lesestark" und "Lesestart", um deren weitere Förderung Flemming derzeit ringt. Weil andererseits die Personalausstattung der Bibliotheken nicht mit dem Lesehunger der Dresdner Schritt hält, setzt der Direktor auf die Akquise von ehrenamtlichen Helfern - bisher hat er über 200 gewonnen. Andererseits wird die eBibo ausgebaut. Und nach dem Umbau des Kulturpalastes will Flemming dort moderne Konzepte ausprobieren, um die Bibliothek stärker als Erlebnis- und Begegnungsort zu profilieren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.01.2014

Heiko Weckbrodt

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