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Lokales Dresdener Schule und Denkmalamt im Zwist über Farbgestaltung
Dresden Lokales Dresdener Schule und Denkmalamt im Zwist über Farbgestaltung
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09:23 27.06.2017
So wie Felix Schäfer und Emily Drescher, die bislang die 6. Klasse besuchten, urteilen viele Schüler und Lehrer über das Farbkonzept der Denkmalschützer. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Bunt oder klassisch anthrazit? Über die richtige Farbe für die Wände der 35. Oberschule in Löbtau streiten sich momentan das Denkmalamt und die Schulverwaltung. Lehrerin Silvia Brünig will eine bunte Schule. „Schule muss ein Ort zum Wohlfühlen sein“, betont die Lehrkraft. „Grau ist eine sterbende Farbe“ und „bei fröhlichen Farben habe ich mehr Lust auf Schule“, pflichten ihr die Schüler aus der Klasse 6a bei.

Die Restauratoren empfehlen ein Farbgestaltung in Grau-Beige, wie sie um 1900 in dem Bau, der damals eine Zuchtanstalt war, vorlag. Am 21. Juni diskutierten Schulverwaltung und Denkmalamt den Entwurf, der bereits an einer Wand im Flur des ersten Obergeschosses zu sehen ist. Diana Petters vom Geschäftsbereich Bildung und Jugend der Dresdner Stadtverwaltung erklärt den Beschluss mit denkmalpflegerischen Vorgaben. „Aus denkmalfachlicher Sicht richtet sich die Farbgebung immer nach den Befunden. Die aktuell bunten Wände der Schule passen nicht zum ursprünglichen Farbkonzept,von 1900 das bei den Sanierungsarbeiten entdeckt wurde.“

Die Lehrerin Brünig wirft dem Denkmalamt Messen mit zweierlei Maß vor. Während für Feuerschutzmaßnahmen und Internetausbau Veränderungen am Gebäude vorgenommen werden dürfen, steht das Farbkonzept nicht zur Diskussion. „Wenn die Schule ihr eigenes Farbkonzept umsetzen möchte, muss sie sich neue Räume suchen„, sollen nach Angabe der Lehrerin Vertreter des Denkmalamts auf der gemeinsamen Konferenz geäußert haben.

Statt Grau-Beige wollen Lehrer und Schüler motivierende Farben, wie Gelb und Orange an ihren Wänden haben. Die Schulverwaltung überlegt bunte Plexiglasplatten vor den neuen, grauen Wänden anzubringen, was allerdings mit hohen Kosten verbunden wäre.

In einer Umfrage des Schülerrats unter den 325 Schülern und 25 Lehrern der Oberschule an der Clara-Zetkin-Straße sprach sich eine Mehrheit gegen den Entwurf des Denkmalamts aus. Im Schulflur haben die Schüler Protestplakate aufgehängt, auf denen sie eine bunte Schule nach ihrem Wunsch fordern.

Mit dem Budget von 92 000 Euro des städtischen Schulträgers für die Maler-und Sanierungsarbeiten in den Schulfluren wurden bereits die sanierungsbedürftigen Treppengeländer von ehemals rot auf nun dunkelanthrazit umlackiert.

Seit nun etwa einem Monat zieht sich der Zwist zwischen Denkmalamt und der 35. Oberschule hin. Dazu gehören auch Streitigkeiten über Sonnenschutz. Der Schulkomplex im Baustil des Historismus verfügt über abgeschlossene Fensterstürze mit Schlusssteinen, an denen die Schule gerne Außenjalousien anbringen möchte, was aus Denkmalschutz-Perspektive nicht zulässig ist.

Seit 17 Jahren wird an der Schule in Etappen saniert. „Auch wenn es ganze Schülergenerationen gibt, die unsere Schule nur als Baustelle kennen“, sind wir dankbar für zahlreiche Verbesserungen durch die Sanierunge, etwa den Internetausbau“, sagt Brünig. Dabei hofft die Lehrerin mit ihren Kollegen und Schülern auf einen baldigen Kompromiss mit dem Denkmalamt in Sachen Farbgestaltung: „Wir sind eine lebensfrohe Schule und keine Zuchtanstalt aus dem Jahr 1900“, betont Brünig.

Von Tomke Giedigkeit

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