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Lokales Puppentheatersammlung zieht ins Kraftwerk Mitte
Dresden Lokales Puppentheatersammlung zieht ins Kraftwerk Mitte
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07:46 07.12.2017
„Das wollte ich unbedingt noch miterleben“: Stanislaw Tillichmit dem museumspädagogischen Kasper im Kraftwerk Mitte.  Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

 Dresden ist auf dem Weg, an München vorbeizuziehen. Bisher nennt die bayrische Landeshauptstadt die größte Puppentheatersammlung der Welt ihr eigen, erklärt Igor Jenzen, Direktor des Volkskunstmuseums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). Spätestens 2021 gehört der Superlativ Dresden. „Wir werden München toppen“, kündigte Jenzen an. Die Puppentheatersammlung der SKD zieht in das Gebäude Lichtwerk im Kraftwerk Mitte. Am Mittwoch wurde der Mietvertrag über 2750 Quadratmeter Fläche unterschrieben.

„Das wollte ich unbedingt noch miterleben“, erklärte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) im Foyer des theaters junge generation (tjg) und witzelte: „Es war ja nicht zu erwarten, dass die Drewag um jeden Cent und jeden Quadratmeter kämpft.“ Sechs Tage vor seinem Abschied von der großen politischen Bühne konnte Tillich miterleben, wie eine Idee aus dem Jahr 2011 besiegelt wurde. Damals führten die Dresdner Stadtwerke (Drewag) die ersten Gespräche mit den SKD und dem Freistaat über einen Umzug der Sammlung ins Stadtzentrum, wie Drewag-Geschäftsführer Reinhard Richter sagte. „Auch ich wollte den Abschluss noch miterleben“, entgegnete er dem Ministerpräsidenten – Richter geht zum Jahresende in den Ruhestand.

„Endlich kann eine der bedeutendsten Sammlungen überhaupt zum Leben erweckt werden“, erklärte SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann. Die Tradition des Puppenspiels in Sachsen sei eine mitteleuropäische Besonderheit, das schlafende Potenzial könne nun wachgeküsst werden. „Das wird etwas ganz Großes. Ich glaube nicht, dass eine andere Stadt solche Möglichkeiten hat.“

Felicitas Loewe, Intendantin des tjg, erklärte, sie habe mit Ackermann schon viele Visionen entwickelt. „Puppentheater ist ja nicht ausschließlich für Kinder gedacht. Wir können es wieder zu einem Genre machen, das auch für Erwachsene interessant wird.“ Eine Mischung aus Museum und Theater werde die Besucher ab 2021 erwarten, kündigte Jenzen an. „Der Besucher ist mal Zuschauer und mal selbst Akteur.“

Es werde eine ständige Ausstellung geben und verschiedene Sonderausstellungen, dazu ist ein Schaudepot geplant. „Wir bereiten uns schon lange auf den Einzug ins Kraftwerk Mitte vor“, so der Museumsdirektor. Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) erinnerte daran, dass die Sammlung ihr Provisorium in der Garnisonskirche bald verlassen kann. „Ich habe mich seit langem für eine Lösung im Kraftwerk Mitte stark gemacht. An diesem Kultur-Ort mit seiner besonderen Theater-Atmosphäre werden die Puppen im wahrsten Sinne zu neuem Leben erweckt werden.“

Alexandra Löser, Vorsitzende des Vereins Freunde der Puppentheatersammlung, wies auf das 65-jährige Bestehen der Sammlung hin. „Der Mietvertrag ist ein würdiges Geschenk. Im Kraftwerk können die Schätze der Sammlung in geeigneter Form präsentiert und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.“

Der Freistaat leiste mit der Anmietung auch einen Beitrag zur Entwicklung des Standorts Kraftwerk Mitte, sagte Oliver Gaber, Kaufmännischer Geschäftsführer des Staatsbetriebs Sächsisches Bau- und Immobilienmanagement. „Es ist der letzte zentrale Puzzlestein für das Kraftwerk Mitte“, so Richter.

Die Drewag werden die Flächen in dem Gebäude, in dem auch Bereiche des Heinrich-Schütz-Konservatoriums und der Musikhochschule untergebracht sind, für rund 15 Millionen Euro sanieren und umbauen. Die Fertigstellung ist für Herbst 2020 geplant. Dann kann der Einzug der Sammlung beginnen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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