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Dresden zeigt Herz für Schwalben

Naturschutzbund ehrt die Landeshauptstadt Dresden zeigt Herz für Schwalben

Die Elbbrücken sind ein beliebter Nistplatz für Schwalben. Damit das auch bei der Sanierung der Brücken so bleiben kann, unternimmt die Stadt alle möglichen Anstrengungen. Für dieses Engagement wurde sie jetzt vom Naturschutzbund geehrt.

Ein Schwalbennest an der Albertbrücke.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Eigentlich, sagt Andreas Gruner, Abteilungsleiter Brücken- und Ingenieurbauwerke im städtsichen Straßen- und Tiefbauamt, habe man mit den Bauarbeiten an der Albertbrücke vor der Nistperiode der Schwalben beginnen wollen. Doch es kam anders, der Stadtrat funkte dazwischen. So wurden die Vögel nicht vom Baulärm vertrieben, sondern im Frühjahr 2014 von grünen Netzen, die den Zugang zu den Quartieren auf der Ostseite versperrten. Dafür stand den Schwalben die Westseite der Brücke, an der nicht gebaut wurde, für den Nestbau zur Verfügung.

„Wir hatten gehört, das Schwalben nur an der Sonnenseite Nester bauen“, erklärte Gruner schmunzelnd, „aber sie hatten einen Mietvertrag für die Brücke und bestanden auf ihrem Recht.“ Wahrscheinlich hat die gesperrte Ostseite den Ehrgeiz der Schwalben sogar noch angestachelt. Wurden vor der Sanierung maximal 50 Nester gezählt, so waren es nach dem Baubeginn 84. Und als die Westseite saniert wurde, konnten die Vögel wieder an der östlichen Seite ihre Nester bauen.

„Unsere Ingenieure meistern komplizierte Brückenbaumaßnahmen technisch souverän“, sagte Baubürgermeister Rauol Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen), „und siedeln auch die Wohn- und Brutstätten von Schwalben vorübergehend um, wenn es sein muss.“ Bei der Sanierung der Augustusbrücke wiederholte sich das Geschehen, hier verzögerte sich der Baustart wegen der fehlenden Planfeststellung. Die Bauarbeiter mussten deshalb Jungvögel in die Wildvogelauffangstation umsiedeln.

Der Naturschutzbund Sachsen zeigt sich hoch erfreut von diesem Engagement. Matthias Schrack, der Stadtnaturschutzbeauftragte, überreichte Schmidt-Lamontain und Gruner am Freitag die Plakette „Hier sind Schwalben willkommen“. Eigentlich ist diese Ehrung eher für Häuser reserviert. „Aber auch eine Brücke kann auszeichnungswürdig sein“, erklärte der Naturschützer. Auch Unternehmen und Landwirtschaftsbetriebe seien schon gewürdigt worden, rund 250 Plaketten habe der Naturschutzbund bereits seit 2016 sachsenweit vergeben.

Schwalben nisten besonders gerne an den Sandsteinbrücken über die Elbe, so Schrack, weil sie nicht nur das Material für den Nestbau im Uferbereich finden würden. Auch die Futterquellen seien nicht weit. Die Pflanzenwelt der Elbwiesen ziehe Insekten an, für die Insekenfresser Schwalben ein gefundenes Fressen gewissermaßen. Die Vögel sind allerdings gefährdet, weil die Insektenmasse rapide zurückgegangen ist. Umso wichtiger seien Initiativen wie die der Landeshauptstadt, sorgsam mit den Brutplätzen der Vögel umzugehen und ihren Lebensraum zu erhalten.

Schädigen die aus feuchtem Lehm gebauten Nester eigentlich die Bausubstanz? „Nein“, erklärt Gruner, „die Feuchtigkeit der Nester ist marginal.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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