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Dresden will keinen „Springerpool“ für Mitarbeiter in Kindertagesstätten schaffen

Soziales Dresden will keinen „Springerpool“ für Mitarbeiter in Kindertagesstätten schaffen

In Dresden soll es keinen Personal-Pool mit „Springern“ für den kurzzeitigen Mitarbeiter-Mangel in Kindereinrichtungen geben. Die Verwaltung macht dem Stadtrat einen anderen Vorschlag. In der Debatte darüber wird Kritik am Personalschlüssel des Freistaats laut.

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Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden.  In Dresden soll es keinen Personal-Pool mit „Springern“ für den kurzzeitigen Mitarbeiter-Mangel in Kindereinrichtungen geben. Das Konzept sei nicht umsetzbar gewesen, erklärte Sabine Bibas, die Chefin des Kita-Eigenbetriebs, jetzt im Jugendhilfeausschuss.

Eigentlich klang das Konzept ganz gut: Mit 25 Stellen sollte ein Pool von Mitarbeitern geschaffen werden, die bei personellen Engpässen irgendwo in der Stadt zum Einsatz kommen. Der Stadtrat hatte das Geld dafür in den Haushalt eingestellt, eine Million Euro für dieses und 1,5 Millionen Euro für nächstes Jahr. Doch jetzt musste Bibas die Waffen strecken.

Sie verwies zunächst auf rechtliche Probleme, weil die Verwaltung mit einem solchen Pool in die Rolle einer Personalvermittlungsagentur gerate. Dafür wären Genehmigungen nötig. Viel gravierender sind allerdings die Probleme mit dem Personal selbst. Wie attraktiv ist so eine Stelle, fragte Bibas in die Runde. Wer sich als Springer einstellen ließe, würde heute hier und morgen da arbeiten – ein ständiger Wechsel der Kinder, aber auch der Träger, Kollegen und Arbeitsstätten. „Das würden wir nicht besetzt bekommen“, konstatierte Bibas. Erzieher sind heute so knapp, dass sie sich aussuchen können, wo sie arbeiten wollen. Zudem haben die Kita-Träger wohl auch schon mit „trägerinternen Springerpools“ negative Erfahrungen gemacht.

Das Problem ist damit jedoch nicht aus der Welt: „Unvorhersehbare Ereignisse, wie beispielsweise Krankheitsausfälle oder besondere Bedarfslagen, bringen eine Kindertagesstätte schnell an die Belastungsgrenze und gefährden die Betriebsführung“, konstatiert die Stadt. Den Trägern der Einrichtungen stünden aktuell nicht ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen zur Verfügung, um auf solche Herausforderungen adäquat reagieren zu können. Für Pfarrer Christoph Stolte sind die Ursachen klar: Der vom Freistaat Sachsen mitfinanzierte Personalschlüssel sei „so gering, dass die erste Krankheit zu ernsten Problemen führt“. Das gebe es in anderen Bundesländern nicht, erklärte der Direktor der Diakonie Dresden.

Die Verwaltung im Rathaus macht dem Stadtrat jetzt einen neuen Vorschlag. Die Gelder sollen in Sachkostenzuschüsse umgewandelt werden und in die Betriebskostenfinanzierung einfließen. Damit bliebe auch der Verwaltungsaufwand in vertretbarem Rahmen, heißt es. Die ursprünglichen Absichten des Stadtrates seien mit „der Verteilung des Geldes besser umsetzbar“, erklärte Kita-Chefin Bibas.

Nun soll das jährliche Gesamtbudget jeweils durch alle in der Stadt betreuten Krippen- und Kindergartenkinder (9-Stunden-Betreuung) geteilt und dann mit der Zahl der vom jeweiligen Träger betreuten Kinder multipliziert werden, um die Pauschale zu errechnen. Das Geld ist für „pädagogische Personalkosten“ einzusetzen, eine kindbezogene Abrechnung sei nicht vorgesehen.

Für Horte und kleine Kitas (unter 50 Plätze) soll es auf Antrag in Krisensituationen zusätzliche Gelder geben. Nach den bisherigen Plänen stehen nun die weiteren Ausschussberatungen an, nach Finanzen (22. Mai) und Bildung (23. Mai) ist am 8. Juni der federführende Jugendhilfeausschuss wieder an der Reihe, um für die Stadtratssitzung am 22. Juni die endgültige Beschlussvorlage zu erarbeiten.

Von Ingolf Pleil

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