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Lokales Dresden will fünf Prozent Wachstum pro Jahr
Dresden Lokales Dresden will fünf Prozent Wachstum pro Jahr
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14:43 11.03.2018
Wichtiges Ziel für Touristen: der Zwinger. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Noch nie besuchten so viele Touristen Dresden wie im Jahr 2017 (DNN berichteten). Die Zahl der Übernachtungen erreichte den zweithöchsten Wert seit 1990. Die Delle der Jahre 2015 und 2016 ist überwunden, aber: Der Dresden-Tourismus hinkt dem sächsischen Aufschwung hinterher. 3,8 Prozent mehr Übernachtungen als im Jahr 2016 wurden in Dresden gezählt, in ganz Sachsen waren es dagegen 5 Prozent.

Warum schneidet Sachsen besser ab als Dresden? Wieso konnte Leipzig mit 9,4 Prozent mehr Übernachtungen viel deutlicher als die Landeshauptstadt zulegen?

„Wir kommen von einem anderen Niveau als Leipzig und andere Regionen in Sachsen“, erklärte Kai Schulz, Geschäftsführer der Dresden Marketing GmbH. Die Wachstumsrate, die jetzt in Leipzig registriert werde, habe es in Dresden schon vor zehn Jahren gegeben. „Viele Gäste, die schon zweimal in Dresden gewesen sind, entscheiden sich jetzt für einen Besuch von Leipzig. Für Sachsen kann das nur positiv sein“, so Schulz.

Ist das Wachstum ein Ruhekissen für die Tourismusverantwortlichen?

Nein! „Wir sind froh, dass wir die Trendwende geschafft haben“, sagte Schulz. Aber für die kommenden Jahre strebe er ein Wachstum von fünf Prozent pro Jahr an. Die jetzt vorliegenden Zahlen für 2018 würden für Optimismus Anlass geben. Mit dem Ski-Weltcup habe Dresden beispielsweise international gut für sich werben können.

Was muss sich verbessern, damit noch mehr Touristen nach Dresden kommen?

Die Verkehrsanbindung. Die Deutsche Bahn hat die Nachtzug-Verbindung nach Zürich gekappt – das hat mit zu Einbußen von 9,5 Prozent bei Touristen aus der Schweiz geführt. Flugverbindungen nach Russland würden sich dagegen positiv auswirken. 45 000 Übernachtungen von russischen Gästen im vergangenen Jahr seien ein Spitzenwert.

Reicht der Etat der DMG, um mehr Touristen anzulocken?

„Ich hoffe, dass der Stadtrat bei der Aufstellung des Haushaltes die Arbeit der DMG honoriert und das Budget stärker wächst als in den vergangenen Jahren“, sagte Schulz. Dresden müsse dringend mehr Geschäftsreisende in die Stadt ziehen. Diese würden mehr Geld als Urlaubsreisende ausgeben. Doch gutes Kongressmarketing sei kostenintensiv, so der DMG-Geschäftsführer.

Welche neuen Trends gibt es im Tourismus?

Immer weniger Touristen gehen ins Reisebüro und buchen eine Pauschal- oder Busreise, immer mehr Gäste stellen sich individuell ihren Dresden-Trip zusammen und benutzen dabei alle neuen Medien. „Wir müssen diese Kanäle intensiv bespielen“, so Schulz. Zweiter Trend: Die klassischen Stadtrundgänge sind zwar kein Auslaufmodell, aber immer mehr Gäste interessieren sich für erlebnisorientierte Angebote und Führungen.

Welche Auslandsmärkte waren 2017 am wichtigsten für Dresden?

Die USA, die Schweiz, Österreich, Polen, Holland, China, Großbritannien, Russland, Tschechien und Frankreich bilden in dieser Reihenfolge die Top ten.

Auf welchem Platz liegt Dresden unter den deutschen Tourismusmetropolen?

Auf Rang sechs vor Düsseldorf, Stuttgart, Leipzig, Nürnberg und Hannover. Unangefochtene Nummer eins ist Berlin vor München, Hamburg, Frankfurt/Main und Köln.

Welche deutsche Großstadt hatte 2017 die höchste Zuwachsrate bei den Übernachtungen?

Gewinner war München mit einem Plus von elf Prozent. Dann kommt schon Leipzig. Rückgänge wurden im vergangenen Jahr in den zehn Top-Reisezielen nicht registriert, aber das Plus in Berlin fiel mit 0,7 Prozent recht mager aus.

Was bringt die Dresden Card, die es seit November 2017 kostenlos für Übernachtungsgäste gibt?

121 000 Dresden Cards wurden seit 25. November 2017 ausgegeben. Die Touristen nutzen die Tagesempfehlung der Dresden Card intensiv. Mit der Karte sind Ermäßigungen in städtischen Einrichtungen verbunden.

Wie wirkt sich die Allianz zwischen Dresden und der Region Elbtal aus?

Positiv, sagt Bert Wendsche. Der Radebeuler Oberbürgermeister ist Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbandes Elbland Dresden und sieht Vorteile für beide Seiten von der Kooperation.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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