Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Dresden will acht neue Schulen bauen
Dresden Lokales Dresden will acht neue Schulen bauen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:55 09.08.2017
Die Stadt Dresden will bis 2021 acht neue Schulen bauen.  Quelle: dpa-Zentralbild
Anzeige
Dresden

Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) kennt die Übung aus seinem früheren Leben als Finanzbürgermeister: Kein Haushaltsplan der Verwaltung wird ohne Änderungen vom Stadtrat beschlossen. Das gleiche Schicksal steht dem Schulnetzplan bevor, den Vorjohann zusammen mit Falk Schmidtgen, Leiter des Schulverwaltungsamtes, vorstellte. Zumal der Plan die Prämissen der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit sträflich vernachlässigt. In einer gemeinsamen Erklärung der Kooperationsfraktionen hieß es dann auch, dass der Vorschlag der Verwaltung „nicht zustimmungsfähig“ sei. Die politische Debatte hat begonnen.

Von welchen Voraussetzungen geht die Verwaltung aus?

Einfache Antwort: von steigenden Schülerzahlen. So wurden dieses Jahr 800 Grundschüler mehr als 2016 eingeschult, 2018 kommen noch einmal 600 ABC-Schützen dazu. Die Zahl der Gymnasiasten wird weiter wachsen: um 600 in diesem Jahr, 500 im nächsten und 600 im übernächsten. Ein Zuwachs von 30 Prozent gibt es laut Schmidtgen bei Schülern mit geistigem Entwicklungsbedarf.
Wieso weichen die Zahlen von dem Entwurf ab, den der damalige Bildungsbürgermeister Peter Lames (SPD) im vergangenen Jahr vorgestellt hat?
Er habe den Schulnetzplan erst jetzt vorgestellt, so Vorjohann, um das Anmeldeverhalten an Oberschulen und Gymnasien genau zu analysieren. Klarer Trend: Eltern, deren Kinder die Bildungsempfehlung Gymnasium erhalten haben, schicken ihre Kinder auch aufs Gymnasium. Früher gab es auch Anmeldungen für die Oberschule, das ist vorbei.

Wie lautet die Antwort der Verwaltung?

Neue Gymnasien gründen. Dieses Jahr gehen Tolkewitz und Pieschen an den Start, nächstes Jahr soll das Gymnasium Seidnitz am Berthelsdorfer Weg vorgegründet werden. Als endgültigen Standort fasst die Verwaltung ein Grundstück an der Bodenbacher Straße neben der Margon-Arena ins Auge. 2020 soll ein dreizügiges Gymnasium an der Freiberger Straße auf dem ehemaligen Kohlebahnhof eröffnet werden. Für 2021 ist die Eröffnung des Gymnasiums Johannstadt in dem Gebäude auf der Pfotenhauerstraße geplant, in dem sich gegenwärtig die 101. Oberschule befindet.

Was ist mit Gymnasien für Prohlis und Gorbitz?

Kein Bedarf, erklärt Schmidtgen humorlos. Vorjohann ergänzt: Wenn man in Prohlis ein Gymnasium einrichten würde, müssten Schüler gegen den Willen der Eltern dorthin umgelenkt werden. „Vielleicht gibt es ja höhere politische Werte als den Elternwillen“, meinte er mit Blick auf die Forderungen von RGR nach gymnasialer Bildung in den beiden von Plattenbau geprägten Stadtteilen.

Die geplanten Neubauten

Schuljahr 2018/2019

147. Grundschule, zweizügig
145. Oberschule, fünfzügig
Gymnasium Tolkewitz, fünfzügig
Gymnasium Pieschen, fünfzügig

Grundschulbezirk Pieschen 2
Ortsamtsbereich Pieschen
Ortsamtsbereich Blasewitz
Ortsamtsbereich Pieschen

Schuljahr 2019/2020

148. Grundschule, zweizügig

Grundschulbezirk Neustadt

Schuljahr 2020/2021

Gymnasium Freiberger Straße, dreizügig

Ortsamtsbereich Altstadt

Schuljahr 2021/2022

149. Oberschule, dreizügig
151. Oberschule, vierzügig
Gymnasium Johannstadt, vierzügig

Ortsamtsbereich Blasewitz
Ortsamtsbereich Neustadt
Ortsamtsbereich Altstadt

Braucht Dresden neue Oberschulen?

Auch die Zahl der Oberschüler wird steigen. Die 145. Oberschule in Pieschen ist ans Netz gegangen, die 150. soll in der Cämmerswalder Straße mit fünf Zügen gegründet werden und dann in einen Neubau an der Freiberger Straße umziehen. Der frühere Standort der Volkshochschule am Schilfweg soll ab 2021 die 149. Oberschule beherbergen, im gleichen Jahr soll die 151. Oberschule in einem Neubau an der Stauffenbergallee in Betrieb gehen. Für die 101. Oberschule wird ein Neubau an der Cockerwiese errichtet.

Sollte am Schilfweg nicht die Universitätsschule gegründet werden? Was wird aus dem Schulversuch?

Alles wieder offen. Die Verwaltung hat eine Vorlage erarbeitet: Vorgründung der Versuchsschule am Schilfweg, Neubau an der Boxberger Straße in Prohlis. Diese Vorlage wurde wieder zurückgezogen. Jetzt gibt es auf einmal Überlegungen, den Schulversuch gemeinsam mit der 102. Grundschule und der 101. Oberschule in Johannstadt zu etablieren. Das hat der Bildungsausschuss am Dienstagabend so beschlossen, nächste Woche ist der Stadtrat zu der Thematik gefragt. Einzelne Details zu den Plänen sind allerdings noch nicht bekannt: Laufen dann zwei Schulen nebeneinander? Oder übernimmt die Technische Universität die 102. Grundschule und 101. Oberschule? „Die Frage ist: Was will der Freistaat hinbekommen? Da liegt der Ball beim Kultusministerium und nicht bei uns“, erklärte Vorjohann. Er könne nicht sagen, ob die Schule wie von RGR gewünscht im nächsten Jahr an den Start gehen könne.

Was passiert mit den Förderschulen?

Die Schule für Erziehungshilfe „Erich Kästner“ soll den Standort Zinsendorfstraße mit der 10. Grundschule in der Struvestraße tauschen. Der Schulteil der Förderschule zur Lernförderung „Makarenko“ in der Konkordienstraße soll ins Stammhaus an der Leisniger Straße ziehen. Die Förderschule für geistig Behinderte „Robinsonschule“ wiederum soll in der Konkordienstraße untergebracht werden. Heißt: Viele Förderschulen werden an einem Standort konzentriert.

Gibt es neue Pläne für die Berufsschulen?

Nein. Der von RGR geplante Umzug des Berufsschulzentrums für Wirtschaft von Gorbitz nach Prohlis findet nicht statt

Was sagt die Politik?

RGR stellt Vorjohanns Zahlen in Frage, spricht von „Vernachlässigung der Oberschulen“, „weißen Flecken bei der gymnasialen Bildung in Gorbitz und Prohlis“ sowie „Verschiebebahnhof auf Kosten der Schwächsten“ bei den Förderschulen. CDU-Bildungspolitikerin Heike Ahnert versprach eine intensive Auseinandersetzung mit dem Dokument.

Wann beschließt der Stadtrat den Plan?

Im November, wenn es nach Vorjohann geht.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lokales Von Roland Kaiser bis Frank Richter - Dresden verleiht Ehrenmedaillen am 27. Oktober

Der Termin steht fest: Am 27. Oktober verleiht die Landeshauptstadt Dresden auf einem Festakt im Rathaus ihre Ehrenmedaille an fünf Persönlichkeiten. Darunter befindet sich auch Schlagersänger Roland Kaiser, für den Oberbürgermeisterin a.D. Helma Orosz die Laudatio spricht.

09.08.2017

Die Großinvestitionen von Bosch und Philipp Morris bringen nicht nur Arbeitsplätze nach Dresden. Sie stellen die Stadt auch vor eine große Herausforderung: Die Infrastruktur für die Unternehmen muss ausgebaut werden. Beide Konzerne wollen ihre neuen Fabriken an Gewerbestandorten im Dresdner Norden errichten.

09.08.2017

Maximilian Sittel, Claudius Hain und Frederik Mehnert sind Teil des ersten Jahrganges der Elektroniker für Betriebstechnik, die eine Spezialausbildung zum Servicetechniker für intelligente Messsysteme gewählt haben.

09.08.2017
Anzeige