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Lokales Dresden will Sozialarbeit für Flüchtlinge verbessern
Dresden Lokales Dresden will Sozialarbeit für Flüchtlinge verbessern
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08:42 27.01.2017
   Für die soziale Betreuung geflüchteter Menschen gelten in Dresden ab 1. Juni 2017 neue einheitliche Standards. Quelle: Archiv
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Dresden

 Für die soziale Betreuung geflüchteter Menschen gelten in Dresden ab 1. Juni 2017 neue einheitliche Standards. Träger, die sich für diese Tätigkeit interessieren, können sich ab sofort beim Sozialamt mit ihrem Konzept bewerben. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Aufruf der Stadt zur Interessenbekundung hervor. Künftig wird es Regionalkoordinatoren, Flüchtlingssozialarbeiter und Flüchtlingsbegleiter geben. Neu ist außerdem, dass Bleibeberechtigte nach dem Abschluss des Asylverfahrens von sogenannten Integrationsberatern betreut werden. Auch auf die Bedürfnisse besonders schutzbedürftiger Geflüchteter wird in dem Aufruf Rücksicht genommen. Aufgrund der rückläufigen Klientenzahl wurden die Zuständigkeitsbezirke teilweise neu zugeschnitten. Künftig gibt es vier Regionen. Für die soziale Betreuung ist insgesamt ein Schlüssel von 80 Geflüchteten je Vollzeitkraft eingeplant.

„Ich verspreche mir davon individuelle Betreuung, zielgerichtete Integrationsstrategien und passgenaue Angebote für die Geflüchteten“, erklärt Sozialbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann (Linke). Kümmerten sich bislang ausschließlich Sozialbetreuer um Asylbewerber, so wird diese Aufgabe künftig arbeitsteilig von Flüchtlingssozialarbeitern mit pädagogischem Abschluss und von Flüchtlingsbegleitern übernommen. Die Stadt möchte damit den Bedürfnissen der Geflüchteten besser gerecht werden, die Qualität der professionellen Flüchtlingshilfe langfristig sichern und für eine adäquate Entlohnung der Fachkräfte auf der Basis ihrer Qualifikation und Tätigkeit sorgen. „Die neuen Standards sind das Ergebnis gemeinsamer Arbeit“, unterstreicht Kaufmann. Die Stadtverwaltung habe die Stellenbeschreibungen der bisherigen Sozialbetreuer im letzten Jahr gemeinsam mit sieben Wohlfahrtsträgern auf Basis der gewonnenen Erfahrungen erarbeitet, überprüft und weiterentwickelt.

Regionalkoordinatoren arbeiten als „Netzwerker vor Ort“ unter anderem mit Willkommensbündnissen, Initiativen, Unternehmen und Ehrenamtlichen zusammen und unterstützen Patenschaften und Nachbarschaftsarbeit. Sie organisieren und steuern den Einsatz und Fachaustausch der Flüchtlingssozialarbeit und der Integrationsberatung.

Flüchtlingssozialarbeiter und Flüchtlingsbegleiter arbeiten im Tandem. Ihr Hauptaugenmerk liege darauf, die Geflüchteten systematisch mit grundlegenden Rechten und Pflichten, Kompetenzen für gutes nachbarschaftliches Zusammenleben sowie für ihre berufliche und gesellschaftliche Teilhabe (Deutsch-/Integrationskurse, Arbeitsuche, Praktika etc.) vertraut zu machen.

Mit der Integrationsberatung reagiert die Stadt kurzfristig auf die noch immer unzureichende Personalausstattung der Migrationsberatungsstellen vonseiten des Bundes. Die von der Kommune eingerichteten Integrationsberater unterstützen und begleiten Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge nach Erhalt des elektronischen Aufenthaltstitels ergänzend zur Migrationsberatung des Bundes in allen Fragen der Integration. Sie führen die Flüchtlingssozialarbeit fort, arbeiten eng mit den Regelangeboten und -diensten (z. B. Jobcenter, Sozialamt und Bildungseinrichtungen) zusammen und fördern den Übergang der Geflüchteten in diese Strukturen.

Mehr zum Thema sowie den Aufruf finden Sie unter www.dresden.de/asyl

Von I.P.

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