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Lokales Dresden will Mondpreis für Grundstück am Ferdinandplatz zahlen
Dresden Lokales Dresden will Mondpreis für Grundstück am Ferdinandplatz zahlen
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07:30 07.09.2018
Eine Teilfläche auf dem Ferdinandplatz befindet sich in Privatbesitz. Quelle: Jürgen-M. Schulter
Dresden

Glück muss der Mensch haben – und eine kleine Teilfläche auf dem Ferdinandplatz besitzen. Viele Jahre lang war das mangels lukrativer Bauprojekte alles andere als ein Sechser im Lotto. Ein Anteil an einem öffentlichen Parkplatz, nicht gerade prickelnd. Doch dann entwickelte die Stadtverwaltung die kühne Idee, ein neues Verwaltungszentrum auf den Ferdinandplatz zu setzen. Und der glückliche Grundstücksbesitzer knackt den Jackpot, gewissermaßen.

350 Quadratmeter nennt eine Privatperson aus dem Schwabenland ihr Eigen. Direkt auf dem Privatbesitz soll in wenigen Jahren die Ecke des neuen Verwaltungsgebäudes mit Turm stehen. Heißt: Die Verwaltung muss die Fläche haben. Um jeden Preis! Um jeden Preis? Das Baugesetzbuch bietet ein nettes Instrumentarium, um einem Privatbesitzer den Grund und Boden zum kleinen Preis abzuluchsen. Umlegungsverfahren und Enteignung im Bauleitverfahren heißen die Zauberworte.

Nur: Diese Instrumente sind nicht für eilige Vorhaben gedacht. Staatsschauspiel und Semperoper sollten am Postplatz eine neue Probenbühne erhalten, die dafür erforderlichen Flächen in Besitz mehrerer Eigentümer wurden 2014 vom damaligen Baubürgermeister Harald Marx (CDU) per Umlegungsverfahren freigeräumt. Die Eigentümer klagten sich durch die Instanzen, das Verfahren ist immer noch nicht rechtskräftig abgeschlossen. Bagger sind am Postplatz nicht angerollt, kein gutes Vorbild für ein neues Rathaus, das spätestens 2025 eingeweiht werden soll.

Die Verwaltung könnte ihr neues Domizil natürlich auch einfach ohne die Privatfläche bauen, also die Baukörper so anpassen, dass das Grundstück ausgespart wird. Leider nur muss der Bauherr ein Einvernehmen mit dem Privatbesitzer erzielen. Wenn dieser stattdessen den Rechtsweg ausschöpfen sollte, würde der Baubeginn in weite Ferne rücken. Einvernehmen heißt auch meist: Viel Geld auf den Tisch!

Also doch Grundstückskauf um jeden Preis: Laut Bodenrichtwert kostet der Quadratmeter am Ferdinandplatz zwischen 1600 und 1900 Euro. Macht im teuren Fall 665 000 Euro. Die Verwaltung will sich aber für einen Kaufpreis von zwei Millionen und 30 000 Euro für das Fleckchen Erde die Genehmigung des Bauausschusses einholen. 5800 Euro pro Quadratmeter. Mehr als das Dreifache des marktüblichen Preises will die Stadt zahlen. Weil es sich um einen Einzelfall handele, aus dem „keine Vorwirkung für andere Grunderwerbsverhandlungen abgeleitet werden können“, wie es in einer Vorlage heißt. Glück muss man haben, wird sich der Grundstückseigentümer sagen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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