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Dresden will Alternativen zum eigenen Auto immer stärker vernetzen

Verkehr Dresden will Alternativen zum eigenen Auto immer stärker vernetzen

Mit dem Ausbau eines Netzes von Mobilitätspunkten will die Stadt die Alternativen zum herkömmlichen Autoverkehr ausbauen. Mit einer Beschlussvorlage aus der Verwaltung werden sich die Stadträte in den nächsten Wochen zu beschäftigen haben.

Mit dem Ausbau eines Netzes von Mobilitätspunkten will die Stadt die Alternativen zum herkömmlichen Autoverkehr ausbauen.
 

Quelle: picture alliance / dpa

Dresden.  Mit dem Ausbau eines Netzes von Mobilitätspunkten will die Stadt die Alternativen zum herkömmlichen Autoverkehr ausbauen. Gleichzeitig soll auch die Idee einer Mobilitätskarte vorangetrieben werden. Mit einer entsprechenden Vorlage aus dem Bereich von Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain, der auch für Stadtentwicklung und Verkehr zuständig ist, soll sich der Stadtrat in den nächsten Wochen befassen. „Es geht jetzt um die konkrete Form der Umsetzung in Dresden“, erklärte der Bürgermeister gegenüber DNN. Dabei würden sich auch durchaus Unterschiede zu den Varianten in anderen Städten ergeben. „Zum Beispiel setzt das Dresdner Konzept auf einen flächenhaften, schlanken Ansatz und verzichtet damit auf aufwendige Stellen wie in Leipzig oder München“, fügte Schmidt-Lamontain hinzu.

Das Zauberwort heißt „intermodal“. Der Oberbürgermeister soll mit der Vorlage aufgefordert werden, schrittweise stadtweit an geeigneten zentralen Orten Radverleihsysteme, stationsgebundenes Carsharing und Elektromobilität mit dem Öffentlichen Personennahverkehr und auch Taxiangeboten zu verknüpfen und dabei zusätzlichen Service und Informationen zu bieten.

In einem ersten Schritt sollen die Punkte dort geschaffen werden, wo eine hohe Nachfrage absehbar ist. Sie könnten sowohl auf privaten Grundstücken als auch auf öffentlichem Verkehrsraum liegen. Jeder, der nicht mit seinem eigenen Benziner oder Diesel durch die Stadt fahren will, soll damit an vielen Punkten in der Stadt konzentriert an einer Stelle auf möglichst viele Alternativen zugreifen können. Den Zugang zu diesen Angeboten und die Bezahlung könnte eine sogenannte Mobilitätskarte ermöglichen. Vieles davon ist als Absicht unter anderem schon im Verkehrsentwicklungsplan „2025plus“ (VEP) enthalten. Jetzt soll es aber konkrete werden.

Dafür hofft der Baubürgermeiste auf einen Beschluss des Stadtrates noch vor der Sommerpause. „Angestrebt ist – den Stadtratsbeschluss dazu vorausgesetzt – noch im Jahr 2017 ein Pilotprojekt zu beginnen“, erklärte der Grünen-Politiker. Für fünf Pilotstandorte will die Stadt je ein Standortkonzept erarbeitet. Der Fokus liege dabei auf den zentralen Standorten mit geringem Umbaubedarf und einer mit bestehendem Verkehrsrecht machbaren Umsetzung – bespielsweise am Bahnhof Neustadt, Pirnaischer Platz oder Bahnhof Mitte.

Der Beschluss der Vorlage soll unter anderem den Weg frei machen für die Arbeit an einem Betriebs- und Umsetzungskonzept für die Dresdner Mobilitätspunkte, insgesamt sind 75 derzeit im Gespräch. 13 Punkte gelten als Zentrale Mobilitätspunkte. Dort bestehen meist schon einzelnen Angebote wie am Ullersdorfer Platz, Trachenberger Platz, Nürnberger Platz oder Wasaplatz. 62 Orte gelten als wohnortnahe Mobilitätspunkte, die zumindest in dichter besiedelten Stadtbereichen und an Nahverkehrsschnittstellen liegen. 175 000 Euro soll die Arbeit am Konzept kosten. Unklar ist noch, wer die Einrichtung der Punkte bezahlen soll. „Zur Aufteilung der Investitionskosten müssen die Ergebnisse aus dem Betriebs- und Umsetzungskonzept abgewartet werden“, teilte Schmidt-Lamontain mit.

Die Diskussion um die Mobilitätspunkte habe auch die Überlegungen zur sogenannten „Mobilitätskarte“ forciert. Dies werde derzeit „auf Fachebene intensiv auch bei den Dresdner Verkehrsbetrieben diskutiert“. Auch ohne Mobilitätspunkte seien technisch bereits Carsharing-Nutzungen in der aktuellen Chipkarte der Verkehrsbetriebe integrierbar. Ziel sei aber nicht primär eine spezielle „Mobilitätskarte“, sondern der Abbau von Zugangsbarrieren insgesamt. So seien auch Smartphone-Lösungen denkbar, bei der nach einmaliger Registrierung viele Angebote genutzt werden können. Es bestünden aber auch noch einige gesetzliche Probleme, besonders bei Versicherungsfragen, die die Zugänglichkeit erschwerten.

Welche Betreiber von Mobilitätspunkten für Dresden die besten sind, soll ebenfalls durch die Erarbeitung des Betriebs- und Umsetzungskonzeptes geklärt werden. Bislang favorisiert die Verwaltung einen öffentlichen Betreiber, der die Betriebskosten übernimmt und diese wiederum über die Vergabe langfristiger Nutzungslizenzen an die Anbieter am Mobilitätspunkt (Energieunternehmen, Radverleiher oder zertifizierte Carsharingunternehmen) refinanzieren kann.

Insbesondere wenn auf eine immer noch rechtlich notwendige Sondernutzungsabgabe für Mobilitätspunkte verzichtet werden soll, darf der Betreiber keinen Gewinn erzielen. Es erscheint auch aktuell nicht möglich, die Investitionskosten privat zu finanzieren. Dafür ist der Markt der Intermodalität noch zu klein. Dies kann und wird sich ändern, was dann auch wiederum zu anderen Betriebskonzepten führen kann. Die Stadt Dresden ist hier in einer Vorreiterrolle, die aber hinsichtlich der aktuellen Entwicklung im Mobilitätsmarkt (Stichwort „Mobility as a Service“) als strategische Aufgabe angegangen werden muss. Es wird deshalb auch eine Phase geben, in der verschiedene Ansätze geprüft werden müssen.

Von Ingolf Pleil

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