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Lokales Dresden will 130 Millionen Euro von der Stickoxid-Milliarde haben
Dresden Lokales Dresden will 130 Millionen Euro von der Stickoxid-Milliarde haben
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20:00 29.11.2017
In Holland und Dänemark werden elektrische Lastenräder – hier ein Modell von Urban Arrow – bereits in Größenordnungen produziert und eingesetzt. Quelle: Foto: Urban Arrow
Dresden

Die Stadt Dresden will 130 Millionen Euro von der Anti-Stickstoff-Milliarde ergattern, die Bund und Autoindustrie beim jüngsten „Diesel-Gipfel“ als Soforthilfe versprochen haben, um die Luft in den deutschen Großstädten zu verbessern. Das hat Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) nach seiner Rückkehr vom Gipfeltreffen auf DNN-Anfrage angekündigt. Mit dem Geld wollen die Behörden unter anderem ein Verleihsystem für elektrische Lastenräder aufbauen, Straßenbahn- und Bushaltestellen aufwerten und mehr Elektro-Zapfsäulen in Dresden installieren.

„Die Ausreichung der Mittel ist an die Erstellung eines Masterplanes gebunden. Hier ist die Stadt Dresden gut vorbereitet“, schätzte Hilbert ein. Für kleinere und verschuldete Gemeinden werde es dagegen schwieriger sein, an die Dieselmillionen heranzukommen, weil sie 20 bis 70 Prozent der Projektmittel als Eigenmittel aufbringen müssen. „Wir bekommen das hin in Dresden“, gab sich der der Oberbürgermeister optimistisch . „Wenn sich der Bund jetzt und in Zukunft mit entsprechenden Förderungen beteiligt, werden wir ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in Dresden vermeiden können.

Dresden hat bereits einen Förderantrag beim Bundesverkehrsministerium eingereicht. Stadt, Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) und weitere externe Partner wollen in diesem Zuge gemeinsam einen „Masterplan Luftreinhaltung Green City“ aufstellen. Er wird 15 Teilprojekte umfassen, kündigte der Geschäftsbereich Stadtentwicklung an. Dazu gehört ein Netz von mindestens 76 „intermodalen Mobilitätspunkten“, an denen man schnell zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln wie Fahrrad, Straßenbahn, S-Bahn, Carsharing-Wagen und E-Autos umsteigen kann. Die DVB wollen mit dem Gipfelgeld ältere Diesel- durch neuere EURO-VI-Busse ersetzen. Geplant ist auch der Aufbau einer stadtweiten öffentlichen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge mit Lastmanagement und Online-Reservierungssystemen. Auch wollen die Verkehrsplaner die Pendler-Pakplätze („P+R“) ausbauen, die Verkehrsflusssteuerung verbessern, das Radwegenetz verbessern, eine „Fahrrad-Verbindungsauskunft“ - also eine Art Radler-Navi – etablieren. Und geplant ist eben auch, ein elektrifiziertes Lastenradverleihsystem aufzubauen. Vorbilder dafür gibt es beispielsweise aus Dänemark (Butchers & Bicycles) und den Niederlanden (Urban Arrow). Zudem entwickelt derzeit die junge Berliner Firma „Tretbox“ in der Dresdner VW-Manufaktur an einem elektrisch angetriebenen Lasten-Dreirad.

Als Konsequenz aus Skandalen um gefälschte Diesel-Abgaswerte hatten Bund und Autoindustrie den Kommunen auf dem „Dieselgipfel“ am Dienstag in Berlin eine Milliarde Euro Sofothilfe versprochen, um die Stickoxid-Belastung in der Stadtluft zu senken. Die Bürgermeister der besonders stark belasteten Städte haben auch schon klar gemacht, dass sie die Milliarde nur als „Anschubfinanzierung“ sehen. Ausgereicht wird die „Soforthilfe“ in drei Paketen:

1. Elektrifizierung der Flotten, Ausbau der Ladeinfrastruktur und Elektromobilität

2. Nachrüsten und Erneuern von Dieselfahrzeugen und

3. Digitalisierung (allein hier sollen 400 Millionen Euro fließen)

Von Heiko Weckbrodt

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