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Lokales Dresden wappnet sich für den Klimawandel
Dresden Lokales Dresden wappnet sich für den Klimawandel
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08:15 05.08.2017
Dresden im Sommer: Die Elbe trocknet aus. Quelle: Arno Burgi dpa
Dresden

 Hitzewelle, Starkregen, Jahrhunderthochwasser – in den vergangenen Jahren häuften sich auch in Dresden die meteorologischen Rekorde, erklärt Franziska Reinfried vom städtischen Umweltamt. Das Jahr 2014 war in der Klimareihe das wärmste Jahr, der August 2015 ging als der wärmste August seit 1961 in die Geschichte ein, 2016 gab es im September und zu Weihnachten Wärmerekorde, so die Sachbearbeiterin. Die Wissenschaft sage voraus, dass sich die Klimabedingungen bis zum Jahr 2100 drastisch ändern werden – auch in Dresden. Es werde längere Hitze- und Trockenperioden geben, unterbrochen von heftigem Regen.

Die mittlere Lufttemperatur ist laut Reinfried im Vergleich zum Klimareferenzzeitraum 1961 bis 1990 in Dresden in den vergangenen 30 Jahren um 0,6 Grad gestiegen. Weiße Weihnachten gibt es kaum noch, die Sächsische Dampfschiffahrt muss im Sommer mit Niedrigwasser kämpfen, bei starken Regengüssen gibt es immer wieder Überschwemmungen in einzelnen Stadtteilen. Die Hitze birgt große Gefahren für anfällige Menschen, Hitzestress und Hitzetodesfälle sind längst kein Problem der Südländer mehr, erklärte Reinfried.

Um zu erfahren, wie die Dresdnerinnen und Dresdner persönlich durch Hitze und andere Wetterextreme belastet werden, startet die Stadtverwaltung am Sonnabend eine große Bürgerumfrage, bei der 12 500 per Zufall ausgewählte Personen einen Fragebogen per Post erhalten. Dieser kann ausgefüllt per beigefügtem Freiumschlag zurückgeschickt werden, es ist aber auch eine Antwort im Internet möglich. Wie das geht, wird den Ausgewählten genau erklärt.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) bittet die Einwohner um Unterstützung. Die Ergebnisse der Umfrage würden dem Stadtrat und den Ämtern als wichtige Grundlage für Entscheidungen etwa bei der Stadt- und Grünraumplanung dienen. Laut Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Bündnis 90/Die Grünen) gibt es in Deutschland keine gesetzlichen Regelungen zur Wärmebelastung. Das biete aber den Kommunen die Möglichkeit zum Gestalten. „Wie passen wir uns an? Welche Ziele formulieren wir für die Baukultur?“, so die Umweltbürgermeisterin.

Die Dresdnerinnen und Dresdner hätten es in der Hand, mit ihren Antworten Einfluss auf die Prozesse zu nehmen, zumal bei der Auswertung auch die einzelnen Stadtteile berücksichtigt werden. „Wir müssen überlegen, welche Maßnahmen wir in stark überwärmten Gebieten ergreifen.“

Die Kosten für die Umfrage betragen laut Jähnigen rund 17 000 Euro. Der Stadtrat hatte am 6. März mit einem Beschluss den Auftrag zur Bürgerumfrage gegeben.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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